Zwischen 2001 und 2004 wurde die Auswaschung von mineralischem und organischem N und P in Langzeitversuchen auf 2 unterschiedlichen Böden (Sand, LöĂlehm) mit unterschiedlicher Bodenbearbeitung (konventionell mit Pflug, Minimalbodenbearbeitung), Bodennutzung (Ackerland, GrĂŒnland) und DĂŒngung (ausschlieĂliche MineraldĂŒngung und organische DĂŒngung) ermittelt. Zur Beprobung des Sickerwassers wurden passive Glasfaser-Dochtsammler (engl. wick sampler bzw. PCAPS (Passive Capillary Samplers) verwendet. Vorversuche zeigten, dass sich verschiedene GlasfaserkĂŒnfte hinsichtlich ihrer hydrologischen Eigenschaften (KapillaritĂ€t) als auch ihrem Adsorptionsverhalten unterscheiden und auch die Vorbehandlung hierauf EinflĂŒsse ausĂŒbt. Die in dieser Arbeit verwendeten Glasfaserkordeln wiesen eine geringe KAK von 23 ?val 0.5 m-1 (= 99 ?val 100 g-1) auf, was die KonzentrationsverlĂ€ufe nicht entscheidend verĂ€ndert haben dĂŒrfte. Die höchsten Konzentrationen an Mineralstickstoff (NO3-N + NH4-N) wurden allgemein Ende des Winters ermittelt, wĂ€hrend die PO4-Konzentrationen im SpĂ€tsommer am höchsten waren. Dagegen wiesen die Konzentrationen an organischem N und P keinen ausgeprĂ€gten saisonalen Verlauf auf. Der durchschnittliche Anteil des Ammonium-N am Gesamt-N war mit 8 % im Sickerwasser des Ackerlands auf dem Sandboden am höchsten (etwa gleich nach mineralischer und organischer DĂŒngung), auf dem Lössboden am niedrigsten (0, 8 %, kein Einfluss der Bodenbearbeitung), und im Sickerwasser des GrĂŒnlands 2, 3 %. Im Mittel des Untersuchungszeitraumes lag auf dem Lösboden in Soest 22 % des Gesamtstickstoffs in Sickerwasser als organisch gebundener Stickstoff vor (sowohl nach konventioneller als auch minimaler Bodenbearbeitung), wĂ€hrend es auf dem Sandboden in Braunschweig, sowohl im Ackerland als auch im GrĂŒnland, lediglich 7 % waren. Der Anteil des organischem P am Gesamt-P betrug im Sickerwasser des Ackerbodens auf dem Sandboden 47 % nach MineraldĂŒngung, 27 % nach GĂŒlledĂŒngung und auf der GrĂŒnlandflĂ€che 15 %. Im Sickerwasser des LöĂlehms in Soest wurden 38 % (konventionelle Bodenbearbeitung) und 15 %(Minimalbodenbearbeitung) festgestellt. AuffĂ€llig war, dass die Konzentrationen an organischem N i.d.R. immer dann abnahmen, wenn die an organischem P zunahmen. Das deutet darauf hin, dass organische N-Verbindungen unabhĂ€ngig von organischen P-Verbindungen ausgewaschen werden. In den meisten Situationen nahm auch die Konzentration an NO3-N immer dann ab, wenn die PO4- Konzentration zunahm. In diesen Situationen ist ein höherer Beitrag von Makroporen/Preferential Flow am Auswaschungsgeschehen anzunehmen. Das PO4/NO3-VerhĂ€ltnis im Sickerwasser aller Standorte war generell im SpĂ€tsommer am höchsten, und ĂŒberdurchschnittlich hoch im nassen Jahr 2002. Aus diesen Beobachtungen wird geschlussfolgert, dass das PO4/NO3-VerhĂ€ltnis als ein Indikator fĂŒr einen stĂ€rkeren Beitrag von Makroporen und Preferential Flow an der Auswaschung angesehen werden kann.

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Information
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9783865373779
Edition
1