Der Gesang der Singvögel stellt ein attraktives Modell dar, um neurale Mechanismen zu untersuchen, die fĂŒr das Auftreten von Geschlechtsunterschieden in bestimmten Verhaltensweisen verantwortlich sind. Die gegenwĂ€rtige Vorstellung vom Zusammenhang zwischen Gehirn- und Verhaltensdifferenzierung im Singvogel geht davon aus, dass das AusmaĂ der Geschlechtsunterschiede in der GröĂe der gesangskontrollierenden Gehirnzentren mit dem AusmaĂ der Geschlechtsunterschiede im Gesangsverhalten korreliert. Die vorliegende Arbeit wurde durchgefĂŒhrt, um die neuralen Grundlagen des Gesangsverhaltens von MĂ€nnchen und Weibchen des duettierenden Mahaliwebers (Plocepasser mahali) zu untersuchen. Dieser Vogel, eine kooperativ brĂŒtende Art, kommt im Osten und SĂŒden Afrikas vor, lebt in Gruppen mit bis zu 10 Individuen und besitzt einen ausgeprĂ€gten Polymorphismus in Bezug auf das Gesangsverhalten. Es können zwei Gesangstypen unterschieden werden, Duettgesang (genannt Chorusgesang, falls von mehr als zwei Individuen produziert) und Sologesang. WĂ€hrend alle Gruppenmitglieder Duett- und Chorusgesang singen können, wird der Sologesang nur vom dominanten MĂ€nnchen einer Gruppe vorgetragen. Dieses System ermöglicht, inter- und intrasexuelle Vergleiche von Gehirnstruktur und Verhalten durchzufĂŒhren.

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9783865375018
Edition
1