Enzymimmunologischer Nachweis von ''pregnancy-associated glycoprotein'' (PAG) als Hilfsmittel zur TrÀchtigkeitsdiagnose beim Rind
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Enzymimmunologischer Nachweis von ''pregnancy-associated glycoprotein'' (PAG) als Hilfsmittel zur TrÀchtigkeitsdiagnose beim Rind

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Enzymimmunologischer Nachweis von ''pregnancy-associated glycoprotein'' (PAG) als Hilfsmittel zur TrÀchtigkeitsdiagnose beim Rind

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WĂ€hrend der TrĂ€chtigkeit beim Rind werden in der Plazenta verschiedene Stoffe synthetisiert und durch komplexe Mechanismen an die Mutter abgegeben. Zu diesen Stoffen zĂ€hlt auch eine Gruppe von sauren Glykoproteinen, den "pregnancy-associated glycoproteins" (PAGs), die in derart großen Mengen gebildet werden, dass sie im Blut und auch in der Milch der Mutter nachweisbar sind und als Indikator fĂŒr das Vorliegen einer TrĂ€chtigkeit genutzt werden können. Das Ziel dieser Arbeit bestand darin, ein quantitatives enzymimmunologisches Nachweisverfahren fĂŒr das bovine PAG-1 zu etablieren und zu prĂŒfen, ob und ab wann sein Nachweis als sicheres Zeichen einer TrĂ€chtigkeit angesehen werden kann. Bei dem enzymimmunologischen Verfahren handelte es sich um einen kompetitiven Test auf der Basis der Doppelantikörpermethode (ELISA). Die Entwicklung des Nachweisverfahrens wurde in folgende Schritte unterteilt: ‱Etablierung eines ELISA zu Bestimmung von PAG im Blut‱Adaption des ELISA fĂŒr den Nachweis von PAG in der Milch‱Erstellung von PAG-Profilen in Blut und Milch trĂ€chtiger KĂŒhe‱PrĂŒfung des PAG-ELISA auf Eignung zur TrĂ€chtigkeitsdiagnose. Mit der Etablierung eines spezifischen PAG-ELISA sollte eine Alternative zu den bislang verwendeten radioimmunologischen Nachweisverfahren (RIA) geschaffen werden. Die im ELISA verwendeten PAG-Antiseren, sowie das fĂŒr die Herstellung eines biotinmarkierten Tracers erforderliche gereinigte PAG waren identisch zu den im RIA verwendeten Stoffen und wurden uns von Prof. Beckers (ULG, Belgien) zur VerfĂŒgung gestellt. Die Korrelation von ELISA und RIA wurde anhand 187 Proben ermittelt und lag betrug r=0, 96 (p<0, 01). Variationskoeffizienten (CV) und Wiederfindungsraten (RR) des ELISA wurden fĂŒr den Messbereich von 0, 4 bis 12, 5ng/ml errechnet, nach welchen der ELISA geeignet ist, minimale PAG-Konzentration in einer Milch- oder Serumprobe wĂ€hrend der TrĂ€chtigkeit nachzuweisen. Der Intraassay-CV des ELISA betrug in AbhĂ€ngigkeit von der Konzentration 2-14% fĂŒr Blutserum und 10-12% fĂŒr Magermilch, der entsprechende Interassay-CV betrug zwischen 8-22% (Serum) und 12-22% (Milch). Die untere Nachweisgrenze beider Assays lag bei 0, 4ng/ml. Zur Darstellung von PAG-Verlaufsprofilen wĂ€hrend der TrĂ€chtigkeit wurde in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden Blut- und Milchproben von 10 trĂ€chtigen KĂŒhen entnommen und ihr PAG-Gehalt mittels ELISA bestimmt. Die erstellten PAG-Profile zeigten den in der Literatur beschriebenen typischen Verlauf, mit einer zunĂ€chst stufenweise ansteigenden Konzentration wĂ€hrend der frĂŒhen TrĂ€chtigkeit und einem massiven Anstieg in den letzten Tagen vor der Geburt. Die Konzentration in der Milch wies eine signifikante Korrelation (r=0, 81; p<0, 01) zu den im Blut gemessenen Werten auf, verlief insgesamt jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau, lediglich zwischen 3 und 8% der ermittelten Serum-Konzentration, wonach ein TrĂ€chtigkeitsnachweis anhand einer Milchprobe nicht vor dem 150. Tag möglich ist. Nach der abgeschlossenen Entwicklung des Assays, sollte untersucht werden, ab wann und mit welcher Sicherheit der PAG-ELISA als TrĂ€chtigkeitstest beim Rind genutzt werden kann. Hierzu wurden von 400 KĂŒhen eine Blutprobe zwischen dem 20. und 50. Tag nach der Besamung genommen und mittels ELISA analysiert. Der TrĂ€chtigkeitsstatus der Tiere wurde anschließend durch rektale oder ultrasonographische Untersuchung oder eine weitere PAG-Probe festgestellt. FĂŒr die gemessene PAG-Konzentrationen wurden Tages- und Wochenmittelwerte der untersuchten Tiere berechnet. Ein signifikanter Unterschied (p<0, 01; Dunnett-t-Test) in der PAG-Konzentration trĂ€chtiger und nicht trĂ€chtiger Tiere wurde ab dem 23. Tag, ein hochsignifikanter Unterschied (p<0, 001; Dunnett-t-Test) ab dem 28. Tag nach der Besamung nachgewiesen. Nach dem 30. Tag nach der Belegung wurden 94%, ab dem 40. Tag sogar 99% aller Tiere mittels PAG-Test als korrekt trĂ€chtig oder nicht trĂ€chtig erkannt. Eine mögliche ErklĂ€rung fĂŒr falsch gestellte Diagnosen könnte das Auftreten eines embryonalem Fruchttodes zwischen dem Tag der PAG-Analyse und der spĂ€teren TrĂ€chtigkeitsuntersuchung der Tiere sein. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der bPAG-1 ELISA eine sichere und verlĂ€ssliche Möglichkeit zur Messung der PAG-Konzentration einer Milch- oder Serumprobe darstellt und eine TrĂ€chtigkeitsdiagnose bei KĂŒhen und FĂ€rsen ab dem 30. Tag nach der Besamung anhand einer Serumprobe gestattet.

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Information

Year
2006
eBook ISBN
9783736920460
Print ISBN
9783867270465
Edition
1

Table of contents