Ausschreibung als ökonomisches Instrument zur Ausgestaltung von Agrarumweltprogrammen
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Ausschreibung als ökonomisches Instrument zur Ausgestaltung von Agrarumweltprogrammen

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Ausschreibung als ökonomisches Instrument zur Ausgestaltung von Agrarumweltprogrammen

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Agrarumweltprogramme werden in der gesamten EuropĂ€ischen Union als flankierende Maßnahmen angeboten. Dabei werden gerade die Zahlungen von EinheitsprĂ€mien bezĂŒglich der Effizienz des Mitteleinsatzes kritisiert.Ausschreibungen stellen ein alternatives PrĂ€miensystem zu diesen EinheitsprĂ€mien dar. Sie fĂŒhren in theoretischen Simulationen zu erheblichen Effizienzsteigerungen hinsichtlich der FlĂ€chen- und Teilnehmerausdehnung der Programme. Diesen Simulationen liegen jedoch Annahmen zugrunde, deren GĂŒltigkeit in der Praxis erst belegt werden muss. Dazu zĂ€hlt insbesondere, dass es zu keinem common knowledge (Wissen ĂŒber die Gebote der Anderen und/oder der Ausschlussgrenze) kommt, dass eine glaubhafte Konkurrenzsituation aufgebaut wird, und dass die Transaktionskosten gering sind.Zur ÜberprĂŒfung der genannten Annahmen sowie der Untersuchung von Ausschreibung im Allgemeinen wurde ein Ausschreibungsverfahren entwickelt, das in den Jahren 2003 bis 2005 in den Modellkreisen Wesel und Minden-LĂŒbbecke einmal jĂ€hrlich angeboten wurde. Es baut auf dem bestehenden MSL-GrĂŒnlandextensivierungsprogramm in Nordrhein-Westfalen auf. Im Rahmen der Ausschreibung konnten die Landwirte eine auf die vorhandene PrĂ€mie aufstockende ZusatzprĂ€mie fordern, zu der sie ihre FlĂ€chen extensivieren wĂŒrden. Parallel zu den Ausschreibungsrunden wurden Befragungen bei Landwirten sowie Experten der Landwirtschaftskammer durchgefĂŒhrt.Folgende Punkte konnten herausgearbeitet werden: ?Common knowledge zeigte sich durch vereinzelte Absprachen unter den Landwirten. DarĂŒber hinaus spekulierten einige mit einer vermuteten Ausschlussgrenze. Der entsprechende Einfluss war aber gering und scheint durch ein geeignetes Ausschreibungsdesign kontrollierbar zu sein.?Mit Hilfe der Ausschlussgrenze wurde eine Konkurrenzsituation aufgebaut, die zu sinkenden PrĂ€mienforderungen in der zweiten und dritten Ausschreibungsrunde fĂŒhrte. Die Landwirte sahen die Gefahr der Ablehnung nach den ersten durchgefĂŒhrten Ausschreibungsrunden und gaben entsprechend vorsichtige Gebote ab. Jedoch zeigte sich bei einigen abgelehnten Betrieben, dass die ZusatzprĂ€mie ein reiner Mitnahmeeffekt gewesen wĂ€re, da sie die Extensivierung zur bestehenden PrĂ€mie durchfĂŒhren.?Die Transaktionskosten der Landwirte waren sehr gering, da sie keine umfangreichen PrĂ€mienberechnungen durchgefĂŒhrt hatten. Bei Landwirten, die eine genauere PrĂ€mienberechnung durchfĂŒhren wĂŒrden, wĂ€re mit erheblich höheren Transaktionskosten zu rechnen. Vor dem Hintergrund einer Ablehnung könnten diese Kosten dazu fĂŒhren, dass Landwirte kein Angebot abgeben.?Die Verwaltungskosten durch das Ausschreibungsverfahren waren gering. Auch wenn dies im Modellprojekt an den geringen Teilnehmerzahlen lag, so kann durch eine Standardisierung des Antragsablaufs auch bei grĂ¶ĂŸeren Teilnehmerzahlen der Verwaltungsaufwand in einem akzeptablen Rahmen gehalten werden.Bei der Evaluierung der Landwirte, die nicht teilgenommen haben, stellten sich die Betriebsausrichtung und die persönliche Einstellung als GrĂŒnde gegen eine Extensivierung heraus. Insbesondere die langfristige Umstellung des Betriebes durch eine Extensivierung kann nicht durch realistische PrĂ€mienforderungen ausgeglichen werden. Daher erscheinen Ausschreibungen fĂŒr entsprechende Extensivierungsprogramme ungeeignet, um intensivere Betriebe zu einer Teilnahme zu bewegen.

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Information

Year
2007
eBook ISBN
9783736924086
Print ISBN
9783867274081
Edition
1

Table of contents

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