Die Bestimmung der spektralen Empfindlichkeit eines Farbbildaufnahmesystems, beispielsweiseeiner digitalen Kamera, ist eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die modellbasierte Anpassung derFarbkorrektur an die Beleuchtungsbedingungen in speziellen Anwendungen oder zur Generierungvon GerĂ€teprofilen fĂŒr ein Farbmanagementsystem.In dieser Arbeit wurde erstmalig ein Verfahren zur indirekten Bestimmung der spektralen Empfindlichkeitentwickelt, in die Praxis umgesetzt und untersucht, welches auf einem geringen mittelsOptimierungsmethoden selektierten Farbprobensatz basiert. Das indirekte Verfahren besitztgegenĂŒber einem direkten die Vorteile, dass die verwendeten breitbandigen Farbproben zu einervergleichsweise höheren Strahlungsleistung am Bildsensor fĂŒhren, dass diese Proben eher den impraktischen Einsatz auftretenden Bedingungen entsprechen und dass das Verfahren in der UmsetzungkostengĂŒnstiger ist. Ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung des indirekten Messverfahrensliegt in der neuen Methode zur automatischen Selektion der fĂŒr das Verfahren am bestengeeigneten Farbproben. Dieser als Lagrange-Multiplikator-Methode bezeichnete Ansatz zur Selektionbasiert auf einer analytischen Untersuchung des quadratischen Optimierungsproblems undliefert einen optimalen Probensatz fĂŒr die gewĂ€hlte Messaufgabe. Die Ergebnisse des indirektenVerfahrens wurden denen eines direkten Verfahrens gegenĂŒbergestellt. Die beiden Ergebnisse weiseneine sehr hohe Ăhnlichkeit auf und können im Rahmen der Messungenauigkeit als identischbetrachtet werden. Eine weitere BestĂ€tigung der ErgebnisgĂŒte wurde durch einen Vergleich basierendauf einem Testfarbprobensatz geliefert. Die gezeigten Resultate qualifizierten das entwickelteindirekte Messverfahren zum Einsatz in der tĂ€glichen Praxis. Dabei lieĂ sich der zusĂ€tzliche Vorteileines geringen Kalibrieraufwands nachweisen.Als weiterer Kernpunkt wurden neue Methoden zur modellbasierten Optimierung von Farbkorrektur-Transformationen entwickelt und bisherigen AnsĂ€tzen aus der Literatur gegenĂŒbergestellt.Das angesetzte spektrale Modell erlaubt unter Nutzung der indirekt bestimmten Empfindlichkeiteneine hohe FlexibilitĂ€t in der BerĂŒcksichtigung realer Lichtquellen, definierter Normlichtarten, Testkarten und vermessener realer und generierter virtueller Objektspektren zur optimalen Anpassungder Farbreproduktion an bestimmte Anwendungsbedingungen. Um neben der Farbtreueauch die Wirkung einer Transformation auf das Signal-Rausch-VerhĂ€ltnis in den Bilddaten zuoptimieren, wurde ein neuer Ansatz zur Integration einer empfindungsgemĂ€Ăen Bewertung desRauschens in die quadratische Optimierung prĂ€sentiert. Des Weiteren wurde eine neue als Triplematrixbezeichnete Methode zur optimalen Farbkorrektur fĂŒr mehrere und variierende Aufnahmebeleuchtungenvorgestellt. Zur dynamischen Anpassung der Farbkorrektur, einem automatischenWeiĂabgleich, lĂ€sst sich die Triplematrix in direkter Verbindung mit verschiedenen veröffentlichtenFarbkonstanzalgorithmen nutzen. Die praktische Anwendbarkeit der entwickelten Methodenwurde beispielsweise anhand eines Dermatoskopiesystems gezeigt.

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9783867275507
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