Molekularbiologische und enzymatische Untersuchungen zum Einfluss von PartikellÀnge und Konzentratanteil auf Parameter der fibrolytischen Pansenverdauung
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Molekularbiologische und enzymatische Untersuchungen zum Einfluss von PartikellÀnge und Konzentratanteil auf Parameter der fibrolytischen Pansenverdauung

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Molekularbiologische und enzymatische Untersuchungen zum Einfluss von PartikellÀnge und Konzentratanteil auf Parameter der fibrolytischen Pansenverdauung

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Bei der FĂŒtterung hochleistender MilchkĂŒhe bestehen große Anforderungen an eine ausgewogene Energie- und Strukturfaserversorgung der Tiere. Um eine hohe Milchleistung und gleichzeitig stabile PansenverhĂ€ltnisse zu gewĂ€hrleisten, die sich positiv auf den ruminalen Faserabbau auswirken sollen, wird eine Optimierung der PartikellĂ€nge (PL) des Grundfutters sowie des Kraftfutter (KF)-Niveaus der Ration angestrebt. Hierzu wurden zwei Untersuchungen an MilchkĂŒhen der Rasse Deutsch-Holstein durchgefĂŒhrt.Im ersten Versuch wurden die EinflĂŒsse der HeupartikellĂ€nge (30mm und 6mm) und des KF-Niveaus (20% und 55%) der Ration auf die AktivitĂ€t verschiedener StĂ€rke und Nicht-StĂ€rke-Polysaccharid (NSP) spaltender Enzyme, die Gesamtbakterienzahl sowie die Anzahl der drei cellulolytischen Bakterienarten, R. albus, R. flavefaciens und F. succinogenes und die Zusammensetzung der eubakteriellen Gemeinschaft in der festen und flĂŒssigen Phase der Pansendigesta vor und nach der FĂŒtterung untersucht. Der Versuch wurde mit vier pansenfistulierten KĂŒhen nach dem Schema eines lateinischen Quadrates durchgefĂŒhrt. Die Futteraufnahme war auf 17kg TM/Tag begrenzt. Als Analysemethoden wurden die Agardiffusion, Real-time PCR und PCR-DGGE eingesetzt. Auf die EnzymaktivitĂ€ten waren hĂ€ufiger EinflĂŒsse des KF-Niveaus als EinflĂŒsse der PL zu erkennen. Es zeigte sich, dass das geringe KF-Niveau sowohl die AktivitĂ€t der Amylasen als auch der meisten untersuchten NSP-spaltenden Enzyme förderte und in Kombination mit den langen Partikeln vorwiegend zu den höchsten AktivitĂ€ten fĂŒhrte. Die Gesamtbakterienzahl wurde durch das hohe KF-Niveau gesteigert, womit ein RĂŒckgang des proportionalen Anteils der untersuchten cellulolytischen Bakterienarten an der Gesamtbakterienzahl einherging. EinflĂŒsse der Rationen auf die QuantitĂ€t der drei cellulolytischen Bakterienarten, von denen F. succinogenes nur in der FlĂŒssigphase nachgewiesen werden konnte, waren nicht feststellbar. Der Artenreichtum der eubakteriellen Flora erwies sich in beiden Pansenkompartimenten als relativ stabil. Insbesondere nach der FĂŒtterung zeigte sich jedoch eine BegĂŒnstigung der ÄquitĂ€t der Arten sowie der DiversitĂ€t nach dem Shannon- und Simpson-Index durch das geringe Kraftfutterniveau.Aus diesen Ergebnissen kann geschlossen werden, dass sich die Zusammensetzung der bakteriellen Gemeinschaft im Pansen gegenĂŒber FĂŒtterungseinflĂŒssen weitgehend resistent verhĂ€lt. Eine Beeinflussung der QuantitĂ€t verschiedener cellulolytischer Bakterienarten war selbst ĂŒber die fĂŒr die PansenverhĂ€ltnisse ungĂŒnstige Rationsgestaltung mit 55% KF und 6mm langen Heupartikeln nicht möglich. Eine Einflussnahme auf die gesamte faserabbauende AktivitĂ€t im Pansen ĂŒber die DiĂ€t war hingegen feststellbar. Wie in vorhergehenden Studien konnte ein negativer Einfluss des hohen KF-Niveaus auf die AktivitĂ€t NSP-spaltender Enzyme nachgewiesen werden, eine alleinige Limitierung des Faserabbaus durch die OberflĂ€che der Heupartikel kann aufgrund der erhobenen Daten nicht vermutet werden.Ziel des zweiten Versuches war es, den Einfluss dreier verschiedener theoretischer PartikellĂ€ngen (14mm, 8, 1mm und 5, 5mm) von Maissilage (MS) in einer Totalmischration (40% MS, 10% Heu und 50%KF) auf die Anzahl der Gesamtbakterien, der drei cellulolytischen Bakterienarten R. albus, R. flavefaciens und F. succinogenes, sowie auf die Zusammensetzung der eubakteriellen Gemeinschaft in der festen und flĂŒssigen Digesta des Pansens mittels Real-time PCR und PCR-DGGE vor und nach der Futtervorlage zu untersuchen. Die Daten wurden an vier ad libitum gefĂŒtterten, pansenfistulierten KĂŒhen erhoben.Tendenzielle EinflĂŒsse der PL auf die eubakterielle Zellzahl konnten ermittelt werden, wobei im Falle der mittleren HĂ€cksellĂ€nge die geringste Gesamtbakterienzahl festgestellt wurde. Numerisch fĂŒhrte die FĂŒtterung der kurzen oder mittleren Partikel gegenĂŒber der langen Variante meist zu einer Erhöhung der Ruminococcus-Zellzahl, wenngleich nur in einem Fall eine signifikante Verbesserung der R. albus-Zellzahl durch die 8, 1mm HĂ€ckselung ermittelt werden konnte. Weiter war nur nach Verabreichung der mittleren PartikellĂ€nge ein Anstieg beider Ruminococcus-Arten bei gleichzeitiger Abnahme der Gesamtbakterienzahl nach der Futtervorlage festzustellen.Eine Quantifizierung von F. succinogenes erwies sich in beiden Pansenkompartimenten als unmöglich. Der proportionale Anteil der Ruminokokken wurde durch FĂŒtterung der mittleren PL erhöht. Dies steht jedoch in wesentlichem Zusammenhang mit der verringerten Gesamtbakterienzahl infolge dieser Futtervariante. Auswirkungen der PL auf die Anzahl nachweisbarer Arten waren nicht festzustellen, die Gleichverteilung der Bakterien wurde hingegen durch die lange HĂ€ckselung begĂŒnstigt. Ebenso zeigte sich, den DiversitĂ€tsindizes nach Shannon und Simpson zufolge, eine höhere DiversitĂ€t der bakteriellen Flora nach FĂŒtterung der 14, 0mm Silage. FĂŒr den Erhalt einer grĂ¶ĂŸtmöglichen AnpassungsfĂ€higkeit der ruminalen Bakteriengemeinschaft wĂ€re somit die FĂŒtterung langer Partikel empfehlenswert. Im Hinblick auf die Förderung cellulolytischer Bakterien scheint jedoch eine KĂŒrzung der Silage auf 8, 1mm einen guten Kompromiss zu bieten. Dies steht im Einklang mit weiteren, von Zebeli (2006) im selben Versuch erhobenen Daten zur fibrolytischen EnzymaktivitĂ€t, den flĂŒchtigen FettsĂ€ure-Konzentrationen und der Futteraufnahme und Verdaulichkeit, die zum besseren VerstĂ€ndnis der Ergebnisse zur Interpretation herangezogen wurden.

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Information

Year
2007
eBook ISBN
9783736924581
Print ISBN
9783867274586
Edition
1

Table of contents