Die Bindungswirkung von PrÀjudizien
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Die Bindungswirkung von PrÀjudizien

Eine Untersuchung aus dem Blickwinkel von Prinzipientheorie und Fuzzy-Logik

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Die Bindungswirkung von PrÀjudizien

Eine Untersuchung aus dem Blickwinkel von Prinzipientheorie und Fuzzy-Logik

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Die Frage nach der Bindungswirkung von PrĂ€judizien ist fĂŒr jedes Rechtssystem von zentraler Bedeutung, da einerseits jede Unsicherheit ĂŒber die Rechtslage, die sich durch eine Bindung des Richters an ein frĂŒheres Urteil vermeiden ließe, zu einem Weniger an Rechtssicherheit und damit zu unnötigen Rechtsverfolgungskosten fĂŒhren kann, andererseits eine stĂ€rkere PrĂ€judizienbindung immer auch mit einem Verlust an FlexibilitĂ€t und einem Mehr an Starrheit des Rechts verbunden ist. Ganz im Gegensatz zur zentralen Bedeutung der Fragestellung steht die bisherige theoretische Durchdringung der Thematik, die trotz verschiedenster Theorien letztlich ĂŒber AnsĂ€tze nicht hinausgekommen ist und insbesondere keine KlĂ€rung dahingehend schaffen konnte, daß sich ein theoretischer Ansatz mittlerweile allgemeiner Anerkennung erfreuen könnte. Die Frage nach der Verbindlichkeit von PrĂ€judizien wird dementsprechend auch oft als die wohl praktisch wichtigste offene Frage der Methodenlehre des kontinentalen Rechts angesehen, wĂ€hrend im anglo-amerikanischen Fallrecht die PrĂ€judizienbindung auch theoretisch sehr viel tiefer durchdrungen ist. Die vorliegende rechtstheoretische Untersuchung nĂ€hert sich der Problematik anhand von Erkenntnissen der Prinzipientheorie und der Theorie unscharfer Mengen ("Fuzzy-Logik"). Nach einem kurzen Überblick ĂŒber den bisherigen Meinungsstand und einer kritischen Betrachtung der herrschenden Theorie von der faktischen PrĂ€judizienbindung wird zunĂ€chst das Zusammenspiel von Regeln und Prinzipien in unserem Rechtssystem dargestellt. Es folgt ein Überblick ĂŒber die GrĂŒnde, die fĂŒr eine PrĂ€judizienbindung sprechen, wobei in einem kurzen Exkurs auf die ökonomische Analyse des Zivilprozesses eingegangen wird. Im Hauptteil der Arbeit wird dann zunĂ€chst die Theorie unscharfer Mengen in ihren GrundzĂŒgen dargestellt, bevor die Methoden der Fuzzy-Logik auf rechtswissenschaftliche AbwĂ€gungsentscheidungen ĂŒbertragen werden. Abschließend werden die Folgen der fuzzy-logischen Veranschaulichung eines AbwĂ€gungsvorgangs fĂŒr das Problem der PrĂ€judizienbindung behandelt. Speziell besprochen werden das VerhĂ€ltnis von instanzgerichtlicher zu höchstrichterlicher Judikatur, die Entstehung von Gewohnheitsrecht, die Bedeutung der Veröffentlichung einer Entscheidung, der Verlust der Bedeutung eines Urteils durch Zeitablauf, die Unterscheidung zwischen obiter dicta und rationes decidendi und die Frage nach einer möglichen AnkĂŒndigung bevorstehender RechtsprechungsĂ€nderungen durch ein Gericht. Zudem wird ein kurzer Vergleich mit den Möglichkeiten des "distinguishing" und des "overruling" im anglo-amerikanischen Recht angestellt. Abgeschlossen wird die Untersuchung durch eine Darstellung der Vorteile der fuzzy-logischen Herangehensweise gegenĂŒber der Theorie des subsidiĂ€ren Rechtsquellencharakters sowie der Folgen fĂŒr die Rechtssicherheit einerseits, die FlexibilitĂ€t der Rechtsprechung andererseits.

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Information

Year
2008
eBook ISBN
9783736925564
Print ISBN
9783867275569
Edition
1

Table of contents

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