Die KreativitĂ€t beeinflusst schon heute alle Lebens- und Arbeitsbereiche. FĂŒnf unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche sollen diesbezĂŒglich in jeweils eigenen Kapiteln nĂ€her beleuchtet werden: der Wirtschafts-, der Kultur-, der Medien-, der Wissenschafts- und Lern- und der Rechtsbereich. Im Schlusskapitel wird nĂ€her auf die Entwicklung der Zukunft in der Kreativgesellschaft eingegangen. Alle Bereiche sind miteinander stark vernetzt.Der entscheidende Motor fĂŒr die Weiterentwicklungen in allen gesellschaftlichen Bereichen ist die KreativitĂ€t. Der Versuch mit Hilfe einzelner Begriffe wie "Informationsgesellschaft" (Bell 1973), "Kulturgesellschaft" (Nerdinger in: "100 Jahre Deutscher Werkbund 1907-2007", 2007), "Mediengesellschaft" (Eaman 1987), "Wissensgesellschaft" (Bell 1973) und "Weltgesellschaft" (z. B. Institut fĂŒr Weltgesellschaft, Bielefeld) auf dieses PhĂ€nomen zu reagieren, trifft eigentlich nicht den Kern der VerĂ€nderungen, beschreibt aber relativ deutlich, welche gesellschaftlichen Teilbereiche sich stark verĂ€ndert haben.Im Folgenden soll versucht werden, diese VerĂ€nderungen in den unterschiedlichen Bereichen teilweise zu benennen, zu beziffern und zu zeigen, dass der Anstieg an KreativitĂ€t zu diesen VerĂ€nderungen gefĂŒhrt hat, und dass diese Entwicklung erst am Anfang steht und noch weitere, gravierende VerĂ€nderungen folgen werden. Dadurch, dass die oben genannten fĂŒnf gesellschaftlichen Bereiche selbst immer stĂ€rker immateriell werden, verĂ€ndern sie sich zunehmend schneller, da auch der Anteil an Wissen in allen Bereichen immer gröĂer wird. Das Element des Lernens wird immer wichtiger. Und zum anderen werden sich die fĂŒnf Bereiche immer stĂ€rker gegenseitig beeinflussen, durchdringen und spielerisch vernetzen.Entscheidende Elemente der Kreativgesellschaft sind die EmotionalitĂ€t, die Vernetzung, das Spiel, das Lernen, die Inspiration, die Innovation, die Gestaltung von etwas Neuem, die Kraft der GegensĂ€tze und die Intuition. Anders ausgedrĂŒckt: KreativitĂ€t basiert auf Lernen, Vernetzung und Spiel. Lernen ist immer vernetzt. Und das Spiel ist immer intuitiv und emotional.Erste AnsĂ€tze fĂŒr eine Durchdringung z. B. des wirtschaftlichen Bereichs mit immer mehr KreativitĂ€t gibt es schon heute. Die Elemente der KreativitĂ€t spielen in diesem Bereich eine immer gröĂere Rolle. Nicht nur im Bereich des emotionalen Designs spielt KreativitĂ€t eine Rolle, sondern auch immer mehr im Bereich des kreativen Marketings. Die Unternehmensberater Anja Förster und Peter Kreuz beschreiben in ihrem Buch "Alles, auĂer gewöhnlich" aus dem Jahr 2007, wie sie systematisch die Kraft der GegensĂ€tze nutzen. Um auf neue Ideen zu kommen, suchen sie auch auĂerhalb einer Branche nach guten, innovativen EinfĂ€llen. AuĂerdem fordern sie eine Emotionalisierung von eher konservativen Branchen und Marken ein (Förster, Kreuz 2007). Dabei nutzen sie ganz selbstverstĂ€ndlich die Aussage des KĂŒnstlers Joseph Beuys (1921-1986): "Jeder Mensch ist ein KĂŒnstler", um zu verdeutlichen, dass KreativitĂ€t fĂŒr jeden wichtig ist und fĂŒr ein Unternehmen auch die KreativitĂ€t jedes einzelnen Mitarbeiters immer wichtiger wird, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können (Förster, Kreuz 2007: 39f). Die Kreativgesellschaft

- 169 pages
- English
- PDF
- Available on iOS & Android
eBook - PDF
About this book
Trusted by 375,005 students
Access to over 1.5 million titles for a fair monthly price.
Study more efficiently using our study tools.
Information
Print ISBN
9783867274685
Edition
1