Die vorliegende Arbeit widmet sich der Untersuchung der LangzeitstabilitĂ€t der Kathoden-Katalysatorschicht von Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen in der automobilen Anwendung. Ziel war die Identifikation von Angriffsort und Mechanismus der maĂgeblichen DegradationsvorgĂ€nge und die Evaluation materialtechnischer und betriebsstrategischer GegenmaĂnahmen.Der Leistungsverlust im Brennstoffzellenbetrieb konnte ĂŒber den gesamten Stromdichtebereich auf die Abnahme der aktiven KatalysatoroberflĂ€che der Kathode zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Der OberflĂ€chenverlust wird durch Oxidation des KohlenstofftrĂ€gers â die so genannte Kohlenstoffkorrosion â und Platinauflösung â die so genannte Ostwald-Reifung â verursacht. Da die letztendlich lebensdauerlimitierende, da zu Lochbildung fĂŒhrende chemische Membrandegradation auf kathodenseitig gebildete Zwischenprodukte der Sauerstoffreduktion zurĂŒckzufĂŒhren war, ist die Kathode Angriffs- bzw. Entstehungsort aller AlterungsvorgĂ€nge im Brennstoffzellenbetrieb.Mittels potentiodynamischer Korrosionsmessungen konnten verschiedene OxidationsmechaÂŹnismen des KatalysatortrĂ€gers identifiziert werden. Die gemÀà Butler-Volmer mit dem Kathodenpotential zunehmende Korrosionsrate erhöht sich in bestimmten Potentialbereichen durch die Ăberlagerung dynamisch initiierter VorgĂ€nge. So fĂŒhrt die Reduktion der Platinoxidschicht bei kathodischer PotentialĂ€nderung durch Reaktion der desorbierenden Sauerstoffspezies mit dem Kohlenstoff zu verstĂ€rkter Korrosion des KatalysatortrĂ€gers. Als Ursache fĂŒr den Verlust an aktiver KatalysatoroberflĂ€che konnte neben der Oxidation des KohlenstofftrĂ€gers der Prozess der Ostwald-Reifung identifiziert werden. Dabei ist die Abnahme der PlatinoberflĂ€che auf das Wachstum der Katalysatorpartikel und auf den Verlust von Platin in die Elektrolytmembran als Folge von Auflösungs- und AusfĂ€llungsvorgĂ€ngen zurĂŒckzufĂŒhren. Der Wechsel zwischen oxidierenden und reduzierenden Potentialen im dynamischen Betrieb erhöht die Katalysatordegradation. DarĂŒber hinaus beschleunigt die Oxidation des KohlenstofftrĂ€gers durch Destabilisierung der Platin-Kohlenstoff-GrenzflĂ€chen maĂgeblich die AgglomerationsvorgĂ€nge.Neben dem Einsatz korrosionsstabilerer graphitisierter TrĂ€germaterialien ist die Verwendung agglomerationsresistenter Katalysatormaterialien anzustreben. Mit Platin-Cobalt-Legierungen konnte neben der im Konstantpotentialbetrieb verbesserten KathodenstabilitĂ€t eine erhöhte SauerstoffreduktionsaktivitĂ€t bei gleichzeitig verringerter Wasserstoffperoxid-Bildungsrate nachgewiesen werden. Im dynamischen Betrieb fĂŒhrte die hohe AktivitĂ€t des Platin-Cobalt-Katalysators jedoch zu verstĂ€rkter TrĂ€gerkorrosion und damit verringerter StabilitĂ€t verglichen mit reinen Platinkatalysatoren.Da die in der automobilen Anwendung gestellten StabilitĂ€tsanforderungen mit heutigen Kathodenmaterialien noch nicht erfĂŒllt werden, sind ĂŒber den materialtechnischen Ansatz hinaus betriebsstrategische MaĂnahmen zur Erhöhung der LangzeitstabilitĂ€t von Polymerelektrolyt-Brennstoffzellen unerlĂ€sslich. Neben der Vermeidung ĂŒbersĂ€ttigter Bedingungen und hoher Temperaturen zur Minimierung der Kohlenstoffkorrosion ist insbesondere die Definition eines anodischen Potentiallimits notwendig. Die Begrenzung der Zellspannung verringert die maximal auftretenden Korrosions- und Agglomerationsraten und verhindert zudem die dynamisch initiierte Oxidation des KatalysatortrĂ€gers. Bei Einhaltung eines Spannungsfensters von 650-850 mV konnte mit Ketjenblack-getrĂ€gerten Kathoden im dynamischen Betrieb eine vergleichbar hohe LangzeitstabilitĂ€t erreicht werden, wie bei konstant 850 mV.

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9783867274661
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1