Seit ihrer Entstehung gilt Sozialpolitik als PhĂ€nomen, das unmittelbar aus dem Nationalstaat resultiert. Sie ist im Nationalstaat politisch gezeugt und unverzichtbar geworden. Parteien unterschiedlicher Provenienz stehen als Pate sozialpolitischer Performanz zur VerfĂŒgung. Sozialpolitik will vor allem Folgen von Lebensrisiken kompensieren. Ein Wohlfahrtsstaat will neben der Sicherheit des BĂŒrgers aber auch idealiter soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft erzeugen. Mit der Konstituierung der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft und mit der einhergehenden grenzĂŒberschreitenden MobilitĂ€t von GĂŒtern und Produktionsfaktoren steht Sozialpolitik auch auf der supranationalen Agenda. Wenn zwei politische Systeme öffentliche GĂŒter wie Sicherheit und Gerechtigkeit anbieten, dann sind die Charaktere beider Sozialpolitiken zu definieren: Bestehen Schnittmengen, signifikante Unterschiede oder markante Interdependenzen zwischen beiden sozialpolitischen Systemen?Sozialpolitik geht ĂŒber die Grenzen allokativer und verteilungspolitischer Effekte hinaus, sie hat ihren Fokus auch auf bislang kaum wahrgenommene systemstabilisierende Effekte zu richten. Es wird ein politisch unerwĂŒnschtes Szenario sowohl fĂŒr den Nationalstaat als auch fĂŒr die EuropĂ€ische Union begrĂŒndet, wenn vom Pfad eines lang geĂŒbten Wohlfahrtsstatus abgewichen wird. Die vorliegende Studie zeichnet die sozialpolitischen Entwicklungswege sowohl des Wohlfahrtsstaates Deutschland als auch der EuropĂ€ischen Union auf. AbschlieĂend werden europĂ€ische Effekte zweier sozialpolitischer Bereiche, der rechtlich verbindlichen Gleichstellungspolitik und der rechtlich unverbindlichen BeschĂ€ftigungspolitik, verdeutlicht.

- 325 pages
- English
- PDF
- Available on iOS & Android
eBook - PDF
About this book
Trusted by 375,005 students
Access to over 1.5 million titles for a fair monthly price.
Study more efficiently using our study tools.
Information
Print ISBN
9783867275729
Edition
1Table of contents
- 9783867275729.jpg
- Buch1klein.pdf