Entwicklung eines Grenzneigungsmodells fĂŒr selbstfahrende Arbeitsmaschinen in der Forstwirtschaft
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Entwicklung eines Grenzneigungsmodells fĂŒr selbstfahrende Arbeitsmaschinen in der Forstwirtschaft

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Entwicklung eines Grenzneigungsmodells fĂŒr selbstfahrende Arbeitsmaschinen in der Forstwirtschaft

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Der Rohstoff Holz erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit sowohl fĂŒr die stoffliche Verwendung als auch als Ersatz fossiler EnergietrĂ€ger. Um die langfristig steigende Nachfrage zu befriedigen, mĂŒssen bisher ungenutzte und vernachlĂ€ssigte Rohholzpotenziale fĂŒr den Markt zugĂ€nglich gemacht werden. Ein wichtiger Bereich sind dabei die Hanglagen der Mittelgebirge, die aufgrund der topografischen Schwierigkeiten bei der Holzernte ĂŒber teilweise ungenutzte Holzreserven verfĂŒgen. Neben den ökonomischen Restriktionen der Bewirtschaftung kommt vielfach eine große Unsicherheit ĂŒber die Grenzen der hochmechanisierten Holzernte bei stĂ€rkeren Hangneigungen hinzu. Die Grenzen entstehen dabei zum einen durch die Standsicherheit der Maschinen, zum anderen durch die verursachten BodenschĂ€den in Folge der Befahrung. Letztere entstehen in Hanglagen verstĂ€rkt durch unangepasste Befahrungen mit zuviel Schlupf. Landwirtschaftliche Untersuchungen (SÖHNE 1952a) zeigen, dass mit zunehmendem Schlupf die Gefahr von Bodenerosion verstĂ€rkt wird. FĂŒr die vorliegende Fragestellung nach Einsatzgrenzen fĂŒr die hochmechanisierte Holzernte wird die bodenökologisch vertretbare Schlupfgrenze bei 25 % gesehen. Ein stĂ€rkeres "Durchdrehen" der AntriebsrĂ€der fĂŒhrt zum nahezu vollstĂ€ndigen Abscheren des Oberbodens, sodass die locker aufliegenden Bodenpartikel bei stĂ€rkerem Niederschlag ausgewaschen werden. Um diese zusĂ€tzliche Belastung fĂŒr die Waldböden zu verhindern, sind objektive Grenzen fĂŒr den Einsatz bodengebundener Holzerntetechnik erforderlich.Auf Basis von Zugkraftmessungen in der Ebene wurde daher ein Grenzneigungsmodell fĂŒr einen RĂŒckezug entwickelt. Überlegungen zur Hangabtriebskraft und damit zum Steigungswiderstand, den die Maschine zu bewĂ€ltigen hat, zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen der Neigung und dem VerhĂ€ltnis zwischen gemessener Zugkraft und Eigenmasse der Maschine. Der sogenannte Traktionsbeiwert lĂ€sst sich anhand von Zugkraft- und Schlupfmessungen unter ebenen Bedingungen bestimmen und in AbhĂ€ngigkeit des Antriebsschlupfs darstellen. Mit Hilfe von linearen Regressionsmodellen kann das Traktionsvermögen vereinfacht beschrieben und der Hangabtriebskraft gegenĂŒbergestellt werden. Neben der maximalen Zugkraft ist dabei der Traktionsbeiwert bei 25 % Schlupf von besonderer Bedeutung, da sich dieser in die Steigung einer noch bodenvertretbaren Befahrung umrechnen lĂ€sst.Als Versuchsraum diente das SĂŒdniedersĂ€chsische Bergland mit seinen typisch lössdominierten Standorten. Die Zugkraftmessungen weisen den Bodenwassergehalt sowie den Skelettgehalt des Oberbodens als wichtigste Bodenparameter fĂŒr das Steigvermögen des RĂŒckezugs aus. WĂ€hrend die Variation der Reifen und des Reifeninnendrucks nur geringe Auswirkungen zeigte, ergibt sich eine deutliche Verbesserung des Traktionsvermögens durch die Montage von Traktionshilfsmitteln auf den Forwarder. Anhand dieser Faktoren wurde eine Grenzneigungsprognose fĂŒr einen bodenökologisch vertretbaren Maschineneinsatz sowie eine an der Abrutschsicherheit orientierte absolute Einsatzgrenze berechnet. Die ÜberprĂŒfung der bodenökologischen Einsatzgrenze erfolgte im Rahmen von Validierungsfahrten in Hanglagen bei Steigungen bis zu 40 %. Dabei ergab sich eine Übereinstimmung zwischen der vorherigen EinschĂ€tzung (mit max. 25 % Schlupf befahrbar) und der realen Befahrung von ĂŒber 80 %. Lediglich ein Versuch zeigte dabei eine UnterschĂ€tzung des Schlupfniveaus, wĂ€hrend in vier FĂ€llen eine Befahrung unterblieben wĂ€re, obwohl diese ohne grĂ¶ĂŸere SchĂ€den durch Schlupf möglich gewesen wĂ€re. Eine ÜberprĂŒfung der absoluten Einsatzgrenzen war im Rahmen der Versuche nicht vorgesehen. Einzelne Befahrungen bei grĂ¶ĂŸeren Steigungen zeigten jedoch, dass die MobilitĂ€t des RĂŒckezugs deutlich vor Erreichen dieser absoluten Grenze endet. Sowohl die angegebenen bodenökologischen Grenzneigungen als auch die Fahrversuche bei Steigungen bis 40 % verdeutlichen, dass die rein radbasierte hochmechanisierte Holzernte in Hanglagen an ihre Grenzen stĂ¶ĂŸt. Zum Schutz des Bodens vor ErosionsschĂ€den und fĂŒr die Sicherheit der Maschinenbediener ist daher ein frĂŒhzeitiger Einsatz von Traktionshilfsmitteln oder (Traktions-) Hilfswinden zu empfehlen. Eine entsprechende TragfĂ€higkeit des Bodens vorrausgesetzt, lassen sich mit Ketten und BĂ€ndern Steigungen bis 35 % auch unter feuchten Bedingungen relativ schadlos befahren. Neigungen darĂŒber können nur bei sehr guten Bedingungen bodenökologisch vertretbar befahren werden bzw. erfordern den zusĂ€tzlichen Einsatz der Traktionswindentechnik. Über die Winde wird der Schlupf wĂ€hrend der Befahrung reduziert, und die Traktionshilfsmittel gewĂ€hrleisten fĂŒr den Fall technischer Probleme mit Winde oder Seil die Abrutschsicherheit der Maschine. Die Grenzen dieser Technik ergeben sich zum einen aus der bodenabhĂ€ngigen absoluten Grenzneigung des Prognosemodells und zum anderen aus den technischen Möglichkeiten der Einzelmaschine, Hangneigungen fĂŒr den Bediener und die Ladeeinrichtung auszugleichen.

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Information

Year
2009
eBook ISBN
9783736930551
Print ISBN
9783869550558
Edition
1

Table of contents