Seit etwa 10 Jahren wird am Lehrstuhl Keramische Werkstoffe der UniversitĂ€t Bayreuth an der Herstellung von keramischen SiCN-Fasern ĂŒber die Precursorroute geforscht.FĂŒr diesen Zweck wurde eigens das Polycarbosilazan ABSE entwickelt, das im TechnikumsmaĂstab von 4 kg synthetisiert wird und sich nach einem thermischen und katalytischen Kondensationsschritt zum Verspinnen aus der Schmelze eignet.Die so erhaltenen thermoplastischen GrĂŒnfasern lassen sich nach einer HĂ€rtung mittels Elektronenbestrahlung durch eine Pyrolyse unter Schutzgas in keramische SiCN-Fasern ĂŒberfĂŒhren. Obgleich auf diese Weise bereits Fasern im LabormaĂstab herstellbar sind, wird nach Alternativmethoden gesucht, dieses sehr sensibel auf dieverwendeten Materialien und Verfahrensparameter reagierende Verfahren zu verbessern, um eine Produktion im technischen bzw. industriellen MaĂstab zu ermöglichen.Das wichtigste Ziel dieser Arbeit war es, durch die Einbringung von MWCNT in den ABSE-Precursor dessen Rheologie fĂŒr den Spinnprozess zu optimieren. Auf diese Weise soll eine kostengĂŒnstige und reproduzierbare Spinnmassenaufbereitung in groĂen Mengen gewĂ€hrleistet werden, was durch die bisherigen Methoden der katalytischen und thermischen Nachkondensation nicht zu verwirklichen war. Daher lag der Schwerpunkt der Arbeit auf der Verfahrensseite und der KlĂ€rung der Fragen, ob es technisch möglich ist, MWCNT homogen in den Precursor einzubringen, und wie sich die Anwesenheit der MWCNT auf die weiteren Verarbeitungsschritte Spinnen, HĂ€rten und Pyrolyse auswirkt.

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9783869551272
Edition
1