Atomlagenabscheidung von Hafniumoxid
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Atomlagenabscheidung von Hafniumoxid

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Atomlagenabscheidung von Hafniumoxid

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Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Atomlagenabscheidung (Atomic Layer Deposition, (ALD) von Hafniumoxid (HfO2) zur Herstellung von Gate-Dielektrika fĂŒr Bauelemente der Silizium basierten CMOS-Technologie. Ihre Schwerpunkte liegen im Ausbau eines bestehenden, kommerziellen Systems zur chemischen Gasphasenabscheidung in einen fĂŒr ALD geeigneten Reaktor, der Entwicklung von Prozessen zur Produktion von HfO2-DĂŒnnschichten sowie deren Charakterisierung hinsichtlich Anforderungen, welche in der CMOS-Technologie an sie gestellt werden. Basierend auf Informationen ĂŒber die BestĂ€ndigkeit des fĂŒr den ALD-HfO2-Prozess gewĂ€hlten PrĂ€kursors (TDMAH) konnte ein Anforderungsprofil an die Herstellungsanlage und deren Chemikalien-Zuliefersystem erarbeitet werden. Dabei stellte sich insbesondere heraus, dass die aktuelle Verrohrungstechnologie hinsichtlich ihrer Dichtigkeit keinen ausreichenden Schutz vor der Zersetzung von eingelagerten, hochreaktiven PrĂ€kursormaterialien bietet. Daher wurde ein neues Chemikalien-Zuliefersystem entworfen und sukzessive verbessert. Dieses ermöglicht sowohl die PrĂ€kursorzufuhr und die Anwendung von zusĂ€tzlich notwendigen Inertgas-SpĂŒlschritten wĂ€hrend des ALD-Prozesses als auch eine effektive Reinigung der Zuleitungen von Restchemikalien nach dem Prozess und vor Wartungsarbeiten mit Hilfe eines aufgereinigten Lösungsmittels. Vorbereitend zur Abscheidung von HfOx-Filmen auf Wasserstoff terminierten Siliziumsubstraten wurde ein in situ Vorreinigungsschritt erarbeitet. Mit diesem Verfahren gelingt nach dem AbĂ€tzen des natĂŒrlichen Oxids in einer FlusssĂ€ure-Lösung (HF-Dip) durch eine Abfolge definierter Temperschritte die effektive Entfernung restlicher Kohlenstoff- und Sauerstoffverunreinigungen von der SiliziumoberflĂ€che. Abschließend wird die Wasserstoffterminierung der SubstratoberflĂ€che durch einen kurzen, mittels CVD durchgefĂŒhrten Epitaxieschritt wiederhergestellt. Um die Pulszeiten des ALD-Prozesses theoretisch abschĂ€tzen zu können, wurde ein Modell zur Depositionskinetik ab initio hergeleitet. Damit konnte ein aus der Literatur bekanntes, grundlegendes Modell prĂ€zisiert und auf physikalische GrĂ¶ĂŸen zurĂŒckgefĂŒhrt werden, die eine an die Prozessbedingungen angepasste Vorhersage der Pulszeiten fĂŒr die Atomlagenabscheidung erlauben. Auf Grundlage dieses detaillierten Modells war es möglich, die Schichtdickenvariation bei einem ALD-Prozess mit inhomogenem PrĂ€kursorangebot zu erklĂ€ren und den Effekt quantitativ zu beschreiben. Mit Hilfe des aufgebauten ALD-Systems wurden drei verschiedene Oxidationsmittel zur Atomlagenabscheidung von HfOx mittels TDMAH als Hafniumquelle getestet. Bei der Abscheidung mit Wasser konnte keine fĂŒr ALD charakteristische, selbstlimitierende Reaktion beobachtet werden. Dies wird mit Wassereinlagerungen im OberflĂ€chenoxid des Aluminiumreaktors begrĂŒndet, dessen Ausgasverhalten eine ausreichende Separation der ALDHalbreaktionen verhindert. Durch Verwendung der volatileren und grĂ¶ĂŸeren MolekĂŒle von Tert-Butylalkohol und Ethanol konnte erstmalig der Nachweis einer selbstlimitierenden Atomlagenabscheidung von Hafniumoxid mit Alkoholen als Oxidationsmittel erbracht werden. Die auf diese Weise hergestellten Filme wiesen innerhalb der Messgenauigkeit von XPS eine nahezu perfekte Stöchiometrie auf und enthielten keine Kohlenstoff- oder Stickstoffverunreinigungen. Die BandlĂŒcke der abgeschiedenen Isolatorschichten wurde anhand eines Energieverlustspektrums mit ca. 5, 5 bis 6, 0 eV bemessen. Mittels XRR konnte eine mikroskopische OberflĂ€chenrauigkeit von 6 Å nachgewiesen werden. An einer 4, 4 nm dicken HfOx- Schicht wurde eine Dichte von 90 % der theoretischen Dichte des monoklinen Hafniumoxids festgestellt. Sowohl die Werte fĂŒr die BandlĂŒcke, OberflĂ€chenrauigkeit als auch Dichte entsprachen damit dem QualitĂ€tsniveau veröffentlichter Resultate von ALD-HfO2-Filmen bei vergleichbarer Dicke und ProzessfĂŒhrung. HRTEM-Aufnahmen zeigten, dass die mit Alkohol abgeschiedenen Filme in amorpher Phase vorlagen. Zur elektrischen Charakterisierung der HfOx-Filme, welche zum Teil ein erhöhtes Leckstromverhalten aufwiesen, musste bei der Auswertung der spannungsabhĂ€ngigen KapazitĂ€tsmessungen ein geeignetes Verfahren zur Bestimmung der IsolatorkapazitĂ€t herangezogen werden. Durch Anwendung der von Kar vorgeschlagenen Methode gelang es, an MISStrukturen die Ă€quivalente Oxiddicke direkt zu bestimmen. Auf diese Weise wurden fĂŒr die mittels ALD abgeschiedenen Gateoxide Ă€quivalente Oxiddicken zwischen 1, 3 und 6, 9 nm gemessen. FĂŒr die relative PermittivitĂ€t der HfOx-Schicht konnte ein Wert von r = 22 3 festgestellt werden. Die Auswertung der dielektrischen DurchbruchsfeldstĂ€rke eines HfO2- Films ohne GrenzflĂ€chenoxid ergab einen Erwartungswert von (4, 2 0, 1) MV/cm. Sowohl die relative PermittivitĂ€t als auch die DurchbruchsfeldstĂ€rke entsprachen damit den aus der Literatur bekannten Werten. An MIS-Strukturen mit einer Ă€quivalenten Oxiddicke von 1, 4 nm konnten Leckströme nachgewiesen werden, die bis zu fĂŒnf GrĂ¶ĂŸenordnungen unter den theoretischen Werten von Siliziumdioxid (SiO2) lagen. Neben diesen vielversprechenden Resultaten zeigten die spannungsabhĂ€ngigen KapazitĂ€ts-Charakteristiken an MIS-Strukturen eine stressinduzierte Verschiebung der Flachbandspannung sowie eine Reduktion der Hysterese. Dieser Effekt kann ĂŒber die Injektion von LadungstrĂ€gern aus dem Substrat in das Hafniumoxid erklĂ€rt werden. Um die GrenzflĂ€chenzustandsdichte bestimmen zu können, wurde die Anwendbarkeit eines konventionellen, von Brews entwickelten Verfahrens zur Auswertung von spannungsabhĂ€ngigen Leitwertmessungen ĂŒberprĂŒft. Die Methode basiert auf der anhand theoretischer Überlegungen abgeleiteten Annahme, dass die gemessene LeitfĂ€higkeit der GrenzflĂ€chenzustĂ€nde am Übergang zwischen Siliziumsubstrat und Siliziumoxid bezĂŒglich der spannungsabhĂ€ngigen, mittleren Bandverbiegung im Substrat einer Gauß-Verteilung folgt. Im Rahmen der Arbeit konnte mit Hilfe experimenteller Daten gezeigt werden, dass diese Annahme ebenso fĂŒr die HfO2-Si-GrenzflĂ€che erfĂŒllt war und das Verfahren bei geeigneter Parameteranpassung zur Charakterisierung dieser GrenzflĂ€che angewendet werden kann. Es wurden fĂŒr Abscheideoxide typische GrenzflĂ€chenzustandsdichten zwischen 1012 und 1013 eV-1cm-2 nachgewiesen. Schließlich werden zwei Verfahren zur Optimierung der GrenzflĂ€che vorgestellt. Einerseits konnte die GrenzflĂ€chenzustandsdichte mit einem Formiergas-Temperschritt bei reduzierter Temperatur (350 °C) um eine GrĂ¶ĂŸenordnung auf ein Niveau von ca. 1011 eV-1cm-2 abgesenkt werden, ohne den ab ca. 375 °C auftretenden PhasenĂŒbergang von amorphem zu polykristallinem HfO2 in Kauf nehmen zu mĂŒssen. Andererseits wurde bei HfO2-Schichten, auf denen eine Titan-Elektrode abgeschieden worden war, eine Reduktion des GrenzflĂ€chenoxids beobachtet. Beide Methoden können bei geeigneter ProzessfĂŒhrung zum Interface- Engineering genutzt werden.

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Information

Year
2010
eBook ISBN
9783736932708
Print ISBN
9783869552705
Edition
1

Table of contents