Mit Autodisplay steht ein System zur VerfĂŒgung, das die PrĂ€sentation eines funktionellen Passagierproteins auf der OberflĂ€che von E. coli Zellen ermöglicht. Im Rahmen dieser Arbeit wurde die carboxyterminale AminosĂ€ure (Phenylalanin) der Ă-Fass-DomĂ€ne des Autodisplay-Systems ausgetauscht. Sie wurde mit Hilfe der ortsgerichteten Mutagenese durch Tryptophan, Tyrosin, Histidin oder Valin ersetzt oder vollstĂ€ndig deletiert. Aromatische AminosĂ€uren konnten ohne Funktionsverlust gegeneinander getauscht werden. Durch Untersuchungen an der Valin-Mutante (hydrophob, aber nicht aromatisch) wurde nachgewiesen, dass die Integration oder der Transport, aber nicht die Konformation des Proteins beeintrĂ€chtigt war. Wurde die C-terminale AminosĂ€ure deletiert, konnte kein auĂenmembranstĂ€ndiges Protein detektiert werden. Damit konnte ein direkter Einfluss der AromatizitĂ€t des C-Terminus auf die Integration in die Ă€uĂere Membran nachgewiesen werden. Im Laufe der Zeit kam es durch Evolution und Selektion zu sieben AminosĂ€ureaustauschen in den TransportdomĂ€nen. Die Mutationen hatten keinen Einfluss auf die in dieser Arbeit untersuchten Eigenschaften des Autodisplay, wie beispielsweise die Menge an oberflĂ€chenstĂ€ndigem Passagier. Durch Ăberexpression entstanden zwei unterschiedliche Proteinformen. Nur eine Form zeigte das fĂŒr Ă-Fass Proteine typische Verhalten der Hitzedenaturierung und prĂ€sentierte ihre Passa-gierdomĂ€ne auf der OberflĂ€che. Die andere Form befand sich in einer nicht funktionellen Konformation und transportierte den Passagier nicht ĂŒber die Ă€uĂere Membran. Durch eine Analyse der N-terminalen Proteinsequenz wurde nachgewiesen, dass nur das funktionelle Protein durch die Signalpeptidase prozessiert worden war. Durch Solubilisierung im Detergenz N-Lauryl-Sarcosinat-Natrium gelang es, die beiden Formen voneinander zu trennen. Das funktionelle Protein verhielt sich dabei genau wie das als Indikatorprotein dienende natĂŒrliche AuĂenmembranprotein OmpA, das ebenfalls ein Ă-Fass ausbildet. Die Proteinexpression konnte durch Ănderung der Induktionsbedingungen soweit optimiert werden, dass nur noch die funktionelle Variante gebildet wurde und ohne dass die Faltung der Struktur oder die Zahl der oberflĂ€chenstĂ€ndigen PassagiermolekĂŒle beeintrĂ€chtigt war. Durch die Koexpression der periplasmatischen Chaperone SurA, FkpA, DsbA und DsbC konnte die Menge an oberflĂ€chenstĂ€ndigem Protein verdoppelt werden.

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9783869552484
Edition
1