Hoch orientierte Triblockcopolymer und Nanokomposit-Elastomere
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Hoch orientierte Triblockcopolymer und Nanokomposit-Elastomere

Herstellung und Charakterisierung

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Hoch orientierte Triblockcopolymer und Nanokomposit-Elastomere

Herstellung und Charakterisierung

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In der vorliegenden Arbeit wurden sehr elastische, hoch orientierte Triblockcopolymerfilme aus verschiedenen Polystyrol-Polybutadien-Polystyrol (PS-PB-PS) und Polystyrol-Polyisopren-Polystyrol (PS-PI-PS), mit unterschiedlichen Polystyrolanteilen hergestellt und untersucht. Zudem wurden Triblockcopolymer-Blends durch Zugabe von Polystyrol-Homopolymer zur Triblockcopolymer-Lösung hergestellt. Die Herstellung der Filme erfolgte mittels Roll-Casting. Mit Hilfe dieser PrĂ€parationsmethode konnten hochorientierte Polymerfilme hergestellt werden, in denen hexagonale Packungen von Zylindermizellen sowie lamellare Phasen vorlagen. Die Struktur sowie die Orientierung der Zylinder und der lamellaren Strukturen in den Polymerfilmen wurde mittels Röntgenkleinwinkelstreuung (SAXS) untersucht. Die hohe Orientierung in Scherrichtung konnte anhand der anisotropen Streubilder fĂŒr beide Morphologien nachgewiesen und mit Hilfe von Modellrechnungen analysiert werden. Neben der Konzentration der Blockcopolymere in den Polymerfilmen war auch die Schergeschwindigkeit der Roll-Casting-Apparatur entscheidend fĂŒr die Orientierung der Strukturen. Im Rahmen dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass neben dem BlocklĂ€ngenverhĂ€ltnis des Copolymers und dem Polystyrolanteil des Blends auch weitere Parameter wie die Wahl des Lösungsmittels sowie die Schergeschwindigkeit wĂ€hrend des Roll-Casting-Prozesses von entscheidender Bedeutung fĂŒr die GĂŒte der Ordnung und Orientierung der Strukturen in den Polymerfilmen sind. So erwiesen sich Toluol und Hexan als die geeignetesten Lösungsmittel fĂŒr die PrĂ€paration der Filme. Durch Zugabe von Polystyrol-Homopolymer konnte gezielt die in den Filmen vorliegenden Strukturen verĂ€ndert und eingestellt werden. Auch die Molmasse des Polystyrol-Homopolymers war von Bedeutung fĂŒr die Strukturierung. So zeigt sich, dass die besten Resultate bei gleicher Molmasse von PS-Homopolymer und PS-Anteil des Triblockcopolymer erhalten wurden.Im Weiteren wurden die hergestellten Polymerfilme im Zugversuch gedehnt und Spannungs-Dehnungskurven aufgenommen. In Kombination mit SAXS-Untersuchungen wĂ€hrend des Streckprozesses konnten die mechanischen Eigenschaften der Polymerfilme mit den VerĂ€nderungen der Strukturen und Orientierung in den Filmen in Zusammenhang gebracht und mit Hilfe von Modellrechnungen vollstĂ€ndig analysiert werden. Durch die Orientierung waren erstmals Untersuchungen zum Zug-Dehnungsverhalten parallel und senkrecht zur Zylinder- und Lamellenrichtung möglich. Eine Auswertung der Streubilder zeigte dabei, dass sich die Strukturen im Film durch den Streckprozess, je nach Zugrichtung und vorliegendem Gittertyp, unterschiedlich verĂ€nderten. Bei zylindrischen Strukturen konnte ein Auseinanderreißen der Zylinder durch die LĂ€ngsdehnung beobachtet werden, wĂ€hrend bei lamellaren Phasen kleine DomĂ€nen auseinander gezogen wurden.Alle hergestellten Filme waren sehr elastisch und wiesen ein hohes Dehnungsverhalten auf. Die Filme konnten auf das 5 6 fache ihrer UrsprungslĂ€nge gedehnt werden ohne, dass die Bruchgrenze erreicht wurde. Der fĂŒr die Dehnung benötigte Kraftaufwand war dabei abhĂ€ngig von der Dehnungsrichtung (Quer-, LĂ€ngs- und seitliche Richtung) sowie von der Zusammensetzung des Polymers. Dabei zeigte sich, dass Polymere mit hohem PS-Anteil deutlich höhere KrĂ€fte benötigten als Polymere mit niedrigem Anteil. Die Dehnung erwies sich bei den hergestellten Filmen als weitgehend reversibel, wie durch die Streubilder nach der Streckung sowie den Hysterese-Dehnungskurven gezeigt werden konnte. Im zweiten Teil der Arbeit wurden erfolgreich Nanokomposit-Filme mittels Roll-Casting hergestellt. HierfĂŒr wurden PS-funktionalisierte Eisenoxid-Nanopartikel in Ă€quidistanten AbstĂ€nden in die PS-Zylinder der Polymerfilme eingelagert. Die hohe Orientierung der PS-Zylinder in Scherrichtung blieb auch in den Nanokomposit-Filmen erhalten. Dabei war die QualitĂ€t der Strukturierung bzw. Einlagerung von der Konzentration und der GrĂ¶ĂŸe der Eisenoxidpartikel abhĂ€ngig. So konnte gezeigt werden, dass zu hohe Konzentrationen zum Zusammenbruch der Strukturen fĂŒhrten und zu große Eisenoxidpartikel sich nicht einlagern ließen. Weiter konnte in dieser Arbeit mittels Streckversuchen gezeigt werden, dass die Polymerfilme durch die Einlagerung nicht an ElastizitĂ€t verloren und auch hier der Streckprozess mit Hilfe von in-situ SAXS-Untersuchungen vollstĂ€ndig charakterisiert werden konnte. Im letzten Teil der vorliegenden Arbeit war es gelungen mit Hilfe der Verdunstungs-NassfĂ€llungs-Methode eine neue Vorzugsorientierung der Zylindermizellen im Film zu erlangen. Es wurden senkrecht stehende Zylinder in der oberen Polymerfilmschicht erzeugt. Dieses konnte mittels GISAXS-Messungen und AFM-Aufnahmen belegt werden.Im Zentrum zukĂŒnftiger Untersuchungen könnte die Ausbildung von hochorientierten Kugelmizellen oder bikontinuierliche Phasen, wie Gyroidstrukturen, in den SBS und SIS Polymerfilmen stehen sowie die Untersuchung des Dehnungsverhaltens der entsprechenden Filme. Des Weiteren können diese Polymerfilme zur Herstellung von neuen Nanokomposit-Filmen herangezogen werden. Hierbei wĂ€re interessant, ob sich Nanopartikel auch in kugelförmigen oder bikontinuierlichen Strukturen definiert einlagern und damit einhergehend das Dehnungsverhalten dieser Filme beeinflussen. Außerdem sollte die Einlagerung von stĂ€bchenförmigen, magnetischen Nanopartikeln in die PS-Zylinder verfolgt werden. Eine definierte Ausrichtung der PS-Zylinder, aber auch anderer Strukturen, in eine Vorzugsrichtung sollte durch die Ausrichtung der ferromagnetischen Teilchen im Magnetfeld gut möglich sein.Ein weiteres interessantes Projekt wĂ€re die Optimierung der senkrecht stehenden Zylinder im Polymerfilm in Hinblick auf die Verdunstungsrate des Lösungsmittels an der Luft oder den Einfluss der Temperatur des Wasserbads zur FĂ€llung. Das erfolgreiche Herauslösen der Polystyrol-Zylinder aus der Butadien-Matrix könnte der nĂ€chste Schritt zur Herstellung einer fertigen Membran sein.

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Information

Year
2010
eBook ISBN
9783736932791
Print ISBN
9783869552798
Edition
1

Table of contents