Diese Arbeit beschĂ€ftigt sich mit dem Wechselverhalten von Versicherten in der privaten Krankenversicherung (PKV). Ziel ist die KlĂ€rung der Fragen, zu welchen Resultaten der Wettbewerb innerhalb der PKV bislang gefĂŒhrt hat, welche FreiheitsbeschrĂ€nkungen fĂŒr Versicherte tatsĂ€chlich existieren und wie diese von den Kunden empfunden werden. Es wird gezeigt, wo Wettbewerb bereits heute existiert und an welchen Stellen VerbesserungsvorschlĂ€ge tatsĂ€chlich ansetzen sollten. In den theoretischen Analysen kann gezeigt werden, dass unverzerrter Wettbewerb besonders dann gut funktioniert, wenn attraktive Alternativen erstens existieren, zweitens bekannt sind und drittens ohne allzu groĂe Hindernisse auch gewĂ€hlt werden können. Markttransparenz, informierte Versicherte, geringe finanzielle, emotionale und prozedurale Wechselkosten sowie ein gewisses MaĂ an allgemein vorhandener Wechselbereitschaft sind dabei die wichtigsten Voraussetzungen, um diesen Wettbewerb in Gang zu setzen. Im empirischen Teil der Arbeit wird deutlich, dass durchaus Wechselfreude in der PKV existiert. Es zeigen sich unerwartet hohe Wechselquoten. Allerdings ergeben sich diese Zahlen hauptsĂ€chlich aufgrund der Wechsel von bestimmten Subgruppen: JĂŒngere, gesĂŒndere, kĂŒrzer versicherte Personen unternehmen vorwiegend externe Versicherungswechsel, wohingegen die Ă€lteren, krĂ€nkeren, lĂ€nger gebundenen Kunden eher auf interne Tarifwechsel ausweichen. Es sollte hier jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass das PhĂ€nomen der Gebundenheit auch in anderen Wirtschaftsbereichen und sogar in der GKV existiert. Neben der Bedeutung finanzieller Wechselkosten kann die hohe Relevanz des Informationsstandes der Versicherten im Wechselprozess vermerkt werden. Falsche oder fehlende Informationen stellen eine wichtige WechselhĂŒrde dar. Insbesondere an dieser Stelle ergeben sich realistische Potenziale fĂŒr eine Erhöhung der Wechselquoten in der PKV durch verbesserte Information.Aus wettbewerbspolitischer Sicht lassen sich die Ergebnisse â je nach Argumentationsstandpunkt â auf zwei verschiedene Weisen interpretieren: AnhĂ€nger des bisherigen PKV-Systems könnten feststellen, dass die groĂe Mehrheit der PKV-Kunden zufrieden ist und VerĂ€nderungen des Krankenversicherungsschutzes vergleichsweise hĂ€ufig stattfinden. Dieser Argumentation könnte allerdings entgegengehalten werden, dass das Wettbewerbsniveau dennoch zu gering ist und bestimmte Versichertengruppen besonders belastet sind. Vor allem bestehen geringere Anreize fĂŒr die Versicherer, sich um ohnehin gebundene Kunden intensiv zu bemĂŒhen. Die durchaus vorhandene Wechselneigung zeigt dabei das Potenzial zur Verbesserung der Wechselquoten an, wodurch die Reichweite des Wettbewerbsmechanismus verbessert werden kann.

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9783869554051
Edition
1