Patentbewertung im Bilanzrecht (HGB, IAS/IFRS) und Rating
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Patentbewertung im Bilanzrecht (HGB, IAS/IFRS) und Rating

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Patentbewertung im Bilanzrecht (HGB, IAS/IFRS) und Rating

About this book

Bei der Finanzierung von Unternehmen ist das Rating fundamental. Ratingprozesse zielen abauf die EinschĂ€tzung der BonitĂ€t des Schuldners. Damit verbunden ist der RĂŒckgriff auf dasbilanzielle Zahlenwerk. Das rechtskrĂ€ftig ausgewiesene Bild der Vermögens-, Finanz- undErtragslage steht zentral. Patente sind wesentliche Vermögenswerte technologieorientierterUnternehmen. Im ratingspezifischen Kontext ist daher ihre bilanzielle BerĂŒcksichtigung entscheidend.Hierbei ist die Generalnorm der Bilanzwahrheit tragendes Fundament handelsrechtlicher undeuropĂ€ischer Rechnungslegung. Sie ist Deduktionsbasis bilanzieller Einzelregelungen. Mithinfordern die tatsĂ€chlichen VerhĂ€ltnisse die Bilanzierung von Patenten. Auf den Bewertungsprozessbezogen, wirkt die Generalnorm auf Inputfaktoren, Bewertungsverfahren und Bewertungsergebnisse.Im deutschen Handelsrecht ist die bilanzielle BerĂŒcksichtigung technischer Schutzrechte voneiner starken ZurĂŒckhaltung des Gesetzgebers geprĂ€gt (§ 248 Abs. 2 HGB). Dagegen erfolgtim europĂ€ischen Bilanzrecht eine weitergehende bilanzielle BerĂŒcksichtigung immateriellerAnlagewerte (IAS 38).Gerade in Bezug auf das Rating vergegenwĂ€rtigt sich der ambivalente Charakter einer Bilanzierungzu beizulegenden Zeitwerten. Aufgrund der NĂ€he des Bewertungsmaßstabes zu beobachtetenPreisen eines Marktes kann eine marktgerechtere Refinanzierung stattfinden. AllerdingsverlĂ€sst eine fair value-Bewertung regelmĂ€ĂŸig das Terrain kodifizierter BilanzierungsundBewertungsvorschriften. Mithin erhöht dies die Schwankungsbreite potenzieller WertansĂ€tze.Aufgrund des fehlenden aktiven Marktes stellt der beizulegende Zeitwert bei Patenten entsprechendeBewertungsheuristiken vor extreme Anforderungen. Subjektive WertansĂ€tze sindzu objektivieren. Das ökonomische fair value-Modell sieht vor, dass sich der beizulegendeZeitwert eines Patents innerhalb eines Koordinatensystems aus Preisober- bzw. Preisuntergrenzebewegt. Die exakte Lage des fair value ist indes abhĂ€ngig vom patentspezifischenDrift. Nur der Drift bewirkt die marktliche VergĂŒtung. Insofern ist von der parteispezifischenPreisober- bzw. Preisuntergrenze zu abstrahieren.Nach Analyse aller relevanten Bewertungsverfahren bleibt festzuhalten, dass marktbasierte, ertrag- und kostenorientierte Bewertungsmethoden den fair value eines Patents nicht adĂ€quatabbilden. Insbesondere ertrag- und kostenorientierte Bewertungsverfahren abstrahieren nichtvon parteispezifischen Grenzpreisen. Dahingehend unterbleibt die geforderte BerĂŒcksichtigungeiner marktlichen Komponente der VergĂŒtung. Auch die IVS als internationale Bewertungsstandardsschaffen keine Abhilfe.Der Mangel an Objektivierung bewirkt, dass sich Ratingagenturen nicht auf den bilanziellenWertansatz technischer Schutzrechte verlassen. Um der Sorgfaltspflicht einer Bewertungi.S.d. § 276 Abs. 1 S. 2 BGB nachzukommen, modifiziert die Ratingagentur als Reflex aufbilanzielle Limitationen das rechtskrĂ€ftig ausgewiesene Bilanzbild. Das Resultat sind Strukturbilanzen, aus denen eine "modifizierte Eigenmittelquote" berechnet wird.Eine strukturelle KĂŒrzung technischer Schutzrechte evoziert den Bedarf an alternativen Bewertungsinstrumenten.Hierbei kann mittels Indikatoren bzw. Patentportfolien versucht werden, die PotenzialitĂ€t technischer Schutzrechte abzuschĂ€tzen. Hierbei muss allerdings ebenfallsdie Begrenztheit derartiger Verfahren konstatiert werden. Der Patentwert bleibt einerchaotischen UnschĂ€rfe ausgesetzt.

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Information

Year
2010
eBook ISBN
9783736932241
Print ISBN
9783869552248
Edition
1

Table of contents