Fluoridglas eignet sich aufgrund seiner hohen Transparenz vom ultravioletten bis zum nahinfrarotenSpektralbereich sowie der geringen Phononenenergien auĂerordentlich gut fĂŒr Anwendungenim sichtbaren Spektralbereich. Als Wirtsmaterial kann es groĂe Mengen an Seltenerdionen alsDotierung aufnehmen. Erbiumdotiertes ZBLAN zeigt bei Anregung mit WellenlĂ€ngen von 970 â980 nm starke grĂŒne Fluoreszenz, welche durch die schrittweise Absorption von zwei Photonen ineinem AufwĂ€rtskonversionsprozess in den langlebigen angeregten Zustand 4S3/2 erfolgt.Die genaue Analyse der thermischen Eigenschaften vom Fluoridglas ZBLAN und weiterenGlĂ€sern, welche entweder einen gewissen Bleianteil oder einen Hafniumanteil aufweisen, gibtAufschluss ĂŒber GlasstabilitĂ€t, WĂ€rmeausdehnung und charakteristische Temperaturen. Die Refraktometrieund Ellipsometrie zeigen, in welchem MaĂe der Brechungsindex durch Blei- undHafniumanteile variiert werden kann. Diese Informationen sind nicht zuletzt hilfreich fĂŒr die Wahleines passenden Substratmaterials, welche auf CaF2 fiel.Das modifizierte Spin-Coating-Verfahren hat sich als eine erfolgreiche Methode erwiesen, umdĂ€mpfungsarme Glasfilme mit sehr glatter OberflĂ€che aus Fluoridglas herzustellen. Die Glasfilmekönnen mit beliebigen Seltenerdionen in unterschiedlichen Konzentrationen dotiert werden. Dabeisind die Fluoreszenzspektren von erbiumdotierten GlasstĂŒcken und Filmen im grĂŒnen Spektralbereichvergleichbar. Mit Fotolithografie und anschlieĂendem nasschemischen Ătzprozess gelingt dieStrukturierung der Filme zu Streifenwellenleitern. Anhand von Mikroskopaufnahmen IR-gepumpterund fluoreszierender Streifenwellenleiter sind keine Streuverluste an den strukturierten Kantensichtbar, so dass die durch das Ătzen zusĂ€tzlich eingebrachten Verluste gering sind.Die hergestellten erbiumdotierten Streifenwellenleiter aus Fluoridglas besitzen Querschnittezwischen 40 x 40 ”m2 und 40 x 230 ”m2 und zeigen WellenfĂŒhrung. In einer Simulation wurdegezeigt, dass ein IR-gepumpter, effizienter grĂŒner Wellenleiterlaser realisierbar ist, jedoch hohePumpleistungen benötigt, um die Laserschwelle zu erreichen. Die Kombination mehrerer AnsĂ€tzesollte jedoch zum Erfolg fĂŒhren: Zum einen kann eine Kodotierung mit Ytterbium die Pumpabsorptionverbessern. Desweiteren fĂŒhrt ein kleinerer Wellenleiterquerschnitt bei guter Fokussierung undEinkopplung des Pumplasers in den Wellenleiter zu höheren IntensitĂ€ten im Resonator. KleinereWellenleiterquerschnitte werden durch dĂŒnnere Schichten erreicht, welche ihrerseits durch dasAufbringen einer Deckschicht aus Fluoridglas erzielt werden.Optische und thermische Eigenschaften von erbiumdotiertem ZBLAN in Kombination mit weiteroptimierten Methoden zur Herstellung von verlustarmenWellenleitern werden in absehbarer Zukunftzur Realisierung einer kompakten grĂŒnen Laserquelle fĂŒhren.
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9783869552989
Edition
1