Malaria ist heutzutage nach wie vor die hĂ€ufigste aller Tropenkrankheiten, die besonders imFall der Malaria tropica schwerwiegende Krankheitserscheinungen auslösen kann. Bei dieserForm fĂŒhrt die parasitĂ€re Infektion unter anderem zu SchĂ€digungen des Gehirns, AnĂ€mienund im Falle der plazentalen Malaria zu Fehlgeburten. Verantwortlich fĂŒr die Ausbildungderart ernster Symptome ist das ausschlieĂlich bei Plasmodium falciparum auftretendePhĂ€nomen der Sequestrierung. Dabei adhĂ€rieren spĂ€te Blutstadien ĂŒber verschiedeneparasitĂ€re Proteine an das Endothel postkapillĂ€rer Venolen und können im peripheren Blutnicht mehr nachgewiesen werden. Der dabei wichtigste Ligand ist das parasitĂ€re ProteinPlasmodium falciparum erythrocyte membrane protein 1 (PfEMP1).Ziel der vorliegenden Arbeit war es, einen auf der Schwingquarzsensorik basierendenAdhĂ€sionsassay zu entwickeln, um neue Einsichten in den Vorgang der AdhĂ€sion infizierterZellen bzw. einzelner PfEMP1-DomĂ€nen an die Rezeptoren CD36, Chondroitin-Sulfat A(CSA) und ICAM-1 zu gewinnen.Um dies zu realisieren, wurden verschiedene Schichtsysteme zur ImmobilisierungfunktionsfĂ€higer Rezeptoren auf den Sensoren entwickelt. Dazu wurden hinsichtlich derRezeptoren CD36 und ICAM-1 Membranen verschiedener Zelllinien eingesetzt, die dieseRezeptoren trugen. Mit diesen Schichten war es sowohl möglich die spezifische AdhĂ€sioninfizierter Zellen an die CD36-tragenden Membranen, als auch die spezifische Bindungeinzelner PfEMP1-DomĂ€nen an CD36 bzw. ICAM-1 nachzuweisen. Hinsichtlich derDomĂ€nen konnten dabei bestehende Kenntnisse bestĂ€tigt und neue Kenntnisse gewonnenwerden, da neue ICAM-1-bindende DomĂ€nen identifiziert werden konnten. Zudem warenunterschiedliche AffinitĂ€ten bzw. BindungsstĂ€rken einzelner DomĂ€nen fĂŒr den RezeptorICAM-1 festzustellen, was bisher mit konventionellen Methoden nicht möglich ist. ImHinblick auf die Untersuchung der AdhĂ€sion infizierter Zellen an CSA wurde ein von den inder Malariaforschung gĂ€ngigen Immobilisierungsmethoden abweichendes CSABeschichtungsmodellentwickelt, mit dem eindeutig spezifische Bindungsereignissenachgewiesen werden konnten. Des Weiteren war zu verzeichnen, dass die zwischen deninfizierten Zellen und den Rezeptoren CD36 und CSA aufgebauten Bindungenunterschiedlich stark ausgeprĂ€gt waren.Die Technologie der Schwingquarz-Biosensorik besitzt konventionellen Methoden gegenĂŒbersomit ein enormes Potential fĂŒr die Malaria-Forschung. Die in der vorliegenden Arbeitgewonnenen Ergebnisse stellen dabei die Basis fĂŒr weitere Untersuchungen hinsichtlich derGrundlagenforschung auf dem Gebiet der Sequestrierung, der Diagnostik und derMedikamentenentwicklung dar.

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Information
Print ISBN
9783869557212
Edition
1Table of contents
- Kurzfassung
- Abstract
- Inhaltsverzeichnis
- AbkĂŒrzungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Material und Methoden
- 3. Ergebnisse
- 4. Diskussion
- 5. Zusammenfassung und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Danksagung
- Lebenslauf