Im unmittelbaren Umfeld der Kirche St Veit (heute Unser Lieben Frauen) in der Bremer Innenstadt wurden 1986 menschliche Skelettreste eines vermeintlichen Beinhauses ausgegraben und auf einem rezenten Bremer Friedhof sekundĂ€r bestattet. Das Material wird in den Zeitraum vom 9. bis 11. Jahrhundert n.Chr. datiert. Normalerweise wĂ€re das Material in Vergessenheit geraten, wenn nicht wenig spĂ€ter die besser erhaltenen Knochen wieder geborgen und einer wissenschaftlichen Bearbeitung zugefĂŒhrt wĂ€ren. Obschon der Individualzusammenhang nachhaltig gestört war, konnte eine Mindestindividuenzahl von 79 Personen ermittelt werden. Demographische Parameter und die epidemiologische Betrachtung von pathologischen VerĂ€nderungen geben ein beredtes Zeugnis von den einstmaligen Lebensbedingungen. Osteometrische und epigenetische Befunde runden das Bild einer sĂ€chsisch geprĂ€gten Bevölkerung ab wie die Analyse von einigen Tierknochen weitere Hinweise zur mittelalterlichen Situation in der Hansestadt an der Weser liefert. Die osteoarchĂ€ologische Studie entlockt in beispielhafter Weise kulturgeschichtlich vermeintlich irrelevantem und zudem schlecht geborgenem menschlichen Skelettmaterial wesentliche Erkenntnisse, um so eine Bevölkerung dem Vergessen zu entreiĂen.

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Information
Print ISBN
9783869556680
Edition
1Table of contents
- Vorwort
- Inhaltsverzeichnis
- Material
- Demographie
- Osteometrische Befunde
- Bremer Vergleichsfunde
- Bevölkerungsentwicklung in Bremen
- Bremer Bevölkerungsbeziehungen im FrĂŒh- und Hochmittelalter
- Pathologische Erscheinungen
- Epigenetische Merkmale
- Diskussion
- Zusammenfassung
- Summary
- Literatur
- Tiere zwischen Menschen. Die Tierknochenfunde von Bremen â St. Veit.