Ziel dieser Arbeit war es, unter Verwendung von Prototypen Verfahren zur Wirkstoffpelletherstellung durch Pulverbeschichtung und Direktpelletierung in der gefĂŒhrten Wirbelschicht, auch als "Luftgleitschicht" bezeichnet, zu entwickeln. Bisher erfolgt die Herstellung von Wirkstoffpellets in der Luftgleitschicht vor allem in Form des Beschichtens von Starterkernen mit Lösungen bzw. Suspensionen. Da diese Prozesse zur Herstellung hochbeladener Wirkstoffpellets zeitaufwendig und kostenintensiv sind, stellen Pulverbeschichtungs- und Direktpelletierverfahren ökonomisch interessante Alternativen dar.Anhand von Prototypen und Modellarzneistoffen wurden geeignete Apparateeinstellungen und Prozessparameter sowie Formulierungen erarbeitet, um Pellets mit einem hohen Wirkstoffgehalt von 80 % oder mehr herzustellen. Die Prozesse wurden im Hinblick auf die zur DurchfĂŒhrung erforderliche Zeit und die Layering-Effizienz bzw. Ausbeute beurteilt.Bei zufriedenstellender Ausbeute bzw. Layering-Effizienz konnten Wirkstoffpellets mit gleichem Wirkstoffgehalt durch Direktpelletierung des Wirkstoffs in deutlich kĂŒrzerer Zeit hergestellt werden als durch Pulverbeschichtung. DarĂŒber hinaus konnte durch Direktpelletierung des Wirkstoffs ein noch höherer Wirkstoffgehalt erreicht werden. Die Prozesszeit war in beiden Prozessen durch die Klebrigkeit der Pulvermischung und HomogenitĂ€t der Feuchtigkeitsverteilung begrenzt. Die maximale SprĂŒhrate wurde zudem im Pulverbeschichtungsprozess durch die Agglomerationsneigung der zu beschichtenden Partikel, die FlieĂeigenschaften der Pulvermischung und die Pulverförder-geschwindigkeit begrenzt. Eine gleichmĂ€Ăige Verteilung des SprĂŒhmediums war im Direktpelletier-prozess von Bedeutung, um die Bildung von groĂen Agglomeraten und das Anhaften feuchten Pulvers auf dem Rotor und an den BehĂ€lterinnenwĂ€nden zu vermeiden.Die direkt pelletierten und pulverbeschichteten Pellets wurden bezĂŒglich typischer Pelleteigen-schaften, wie PartikelgröĂenverteilung, Formfaktoren, Bruchfestigkeit, Gehalt und Freisetzungs-verhalten, untersucht. Die Bruchfestigkeit und das Freisetzungsverhalten waren vergleichbar und der Wirkstoff jeweils homogen verteilt. Engere PartikelgröĂenverteilungen und bessere Formfaktoren wurden bei der Herstellung mittels Pulverbeschichtung erreicht.Da Wirkstoffpellets hĂ€ufig in einem weiteren Prozessschritt, zum Beispiel mit einem funktionellen Coating, ĂŒberzogen werden, ist es vorteilhaft, sowohl die Wirkstoffpelletherstellung als auch das funktionelle Coating in derselben Apparatur durchfĂŒhren zu können. Deshalb wurde untersucht, inwiefern sich die mit den genannten Prototypen hergestellten Wirkstoffpellets und insbesondere die Direktpelletierapparatur zur Applikation eines funktionellen Coatings eignen. Sowohl durch Pulver-beschichtung als auch durch Direktpelletierung hergestellte Pellets konnten erfolgreich in einer konventionellen Luftgleitschicht-Apparatur ĂŒberzogen werden. Nach geringfĂŒgiger Adaption der Prozessparameter konnte der Ăberzugsprozess auch in der Direktpelletierapparatur durchgefĂŒhrt werden, wobei sogar eine höhere Coating-Effizienz erreicht wurde und deshalb bereits ein niedrigeres Coating-Level zum Erreichen der FunktionalitĂ€t des Coatings ausreichte. Somit konnte gezeigt werden, dass die Herstellung hochbeladener Wirkstoffpellets durch Direktpelletierung und deren funktionelles Coating prinzipiell in derselben Apparatur ohne Umbau möglich ist.

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9783954040964
Edition
1Table of contents
- Danksagung
- Inhaltsverzeichnis
- AbkĂŒrzungsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Material und GerÀte
- 3. Methoden
- 4. Ergebnisse
- 5. Zusammenfassung und Ausblick
- 6. Literaturverzeichnis
- Wissenschaftlicher Werdegang Angaben zur Person