Die StabilitÀt des stromtragenden Zustands in MgB2 Schichten mit modifizierter Mikrostruktur
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Die StabilitÀt des stromtragenden Zustands in MgB2 Schichten mit modifizierter Mikrostruktur

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Die StabilitÀt des stromtragenden Zustands in MgB2 Schichten mit modifizierter Mikrostruktur

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Im Rahmen dieser Arbeit wurden InstabilitĂ€ten des stromtragenden Zustands in dĂŒnnen Schichten des metallischen Supraleiters MgB2 untersucht. Es handelt sich dabei um sprunghafte VerĂ€nderungen des magnetischen Flussliniensystems aufgrund Ă€ußerer EinflĂŒsse. Über die bisher bekannten Rahmenbedingungen fĂŒr InstabilitĂ€ten in dĂŒnnen supraleitenden Schichten hinaus wurde der Einfluss der Mikrostruktur der Schichten untersucht.FĂŒr die PrĂ€paration der supraleitenden Schichten wurde ein relativ einfaches Verfahren verwendet, bei dem ein durch Elektronenstrahlverdampfung hergestellter Magnesium/Bor Precursor ex – situ ausgeheizt wurde. Dadurch konnten MgB2 Schichten mit guten supraleitenden Eigenschaften erzeugt werden, die jedoch nicht epitaktisch sind. Durch die Variation des Precursors war es möglich, strukturelle InhomogenitĂ€ten im Mikrometerbereich bereits wĂ€hrend der Herstellung der Proben zu erzeugen. Es wurden Schichten, mit verschiedenen Mikrostrukturen hergestellt: Neben homogenen Schichten wurden inhomogene Schichten hergestellt, die von "KanĂ€len" mit reduziertem Schichtstrom durchzogen sind. DarĂŒber hinaus wurden Schichten hergestellt, die nur in Teilen diese KanĂ€le aufweisen. Der besondere Vorteil der Kombination aus homogenen und inhomogenen Teilen ist, dass beide Bereiche unter identischen Ă€ußeren Bedingungen verglichen werden können.Die Abbildung der rĂ€umlichen Verteilung des magnetischen Flusses in supraleitenden Schichten wurde ĂŒber ein auf dem Faraday - Effekt basierendes magnetooptisches Verfahren erreicht. InstabilitĂ€ten in Form von sogenannten Flusslawinen können damit ortsaufgelöst abgebildet und auf GrĂ¶ĂŸe, Anzahl sowie Form untersucht werden. Über ein numerisches Inversionsverfahren des Gesetzes von Biot und Savart kann die Verteilung der Stromdichte berechnet werden.Zur zusĂ€tzlichen Charakterisierung des supraleitenden Zustands wurde ein hochempfindliches SQUID Magnetometer eingesetzt, mit dessen Hilfe das magnetische Moment bestimmt werden kann. Die Form der Magnetisierungskurven gibt dabei Aufschluss ĂŒber die supraleitenden Eigenschaften sowie die generelle StabilitĂ€t des stromtragenden Zustands. Eine rĂ€umliche Auflösung ist mit diesem Verfahren jedoch nicht möglich. DarĂŒber hinaus kann der zeitliche Abklang des magnetischen Moments gemessen werden. Dieser kommt durch thermisch aktivierte Flusslinienbewegung in Richtung des Gleichgewichts zustande. Daraus kann die Strom - Spannungs – Charakteristik in einem großen Temperatur - und Magnetfeldbereich bestimmt werden.Um die Sprungtemperatur prĂ€zise zu bestimmen, wurden Vier - Punkt – Widerstandsmessungen verwendet. Der Einfluss des Ă€ußeren Magnetfeldes auf die Sprungtemperatur kann dadurch mikrostrukturabhĂ€ngig gemessen werden. Die dafĂŒr benötigte Ortsauflösung ist ĂŒber eine separate Kontaktierung unterschiedlicher Probenbereiche zugĂ€nglich.Zur strukturellen Charakterisierung der Schichten wurden Rasterelektronenmikroskopieaufnahmen, die rĂ€umlichen Verteilung des magnetischen Flusses sowie die lokal aufgelöste TemperaturabhĂ€ngigkeit der kritischen Stromdichte verwendet. Die Betrachtung inhomogener Probenteile als System aus zwei Schichtströmen wurde dadurch legitimiert.Die AbhĂ€ngigkeit der Sprungtemperatur vom externen Magnetfeld wurde mikrostrukturabhĂ€ngig bestimmt. Dabei stellte sich heraus, dass homogene und inhomogene Bereiche bei kleinen externen Magnetfeldern dieselbe Sprungtemperatur besitzen. Bei Magnetfeldern oberhalb von einem Tesla zeigte sich jedoch ein unterschiedliches Verhalten der beiden Bereiche. Entgegen den Erwartungen wurde festgestellt, dass das Verschwinden des Widerstands im inhomogenen Bereich bei höheren Temperaturen als im homogenen Bereich eintritt. Der Unterschied kann bei fĂŒnf Tesla bis zu fĂŒnf Kelvin betragen und ist auf die Auffaltungen im inhomogenen Probenteil zurĂŒckzufĂŒhren.Mit Hilfe einer dafĂŒr entwickelten prĂ€zisen Steuerung fĂŒr das externe Magnetfeld wurde das Flusseindringen in inhomogenen MgB2 Schichten untersucht. Dabei wurde herausgefunden, dass es auch oberhalb der bekannten Grenztemperatur fĂŒr Flusslawinen noch sprunghafte Umordnungen der Flusslinien geben kann. Hierbei bleibt jedoch der kritische Zustand erhalten.Es wurde gezeigt, dass es sinnvoll ist, den Lawinenprozess in einen Bildungs - und einen Ausbreitungsschritt aufzuteilen. Beide Schritte werden auf charakteristische Weise durch die Mikrostruktur beeinflusst: In Schichten mit inhomogener Stromdichteverteilung kommt es aufgrund des Flussfokuseffekts zu lokalen Erhöhungen der Flussdichte im Supraleiter. Dies fördert insbesondere den Bildungsprozess von Flusslawinen, da das kritische Feld der Lawinenentstehung erheblich reduziert wird. WĂ€hrend der Ausbreitung folgen die Flusslawinen stets KanĂ€len mit reduziertem Schichtstrom. Wechselt die Mikrostruktur der Schicht auf dem Weg der Lawine, kommt es zu einer plötzlichen VerĂ€nderung des Ausbreitungsverhaltens.Ein Vergleich der Eindringtiefe der regulĂ€ren Flussfront mit der maximalen LĂ€nge einer Lawine hat gezeigt, dass die jeweilige FeldabhĂ€ngigkeit qualitativ dem gleichen Gesetz folgt. Daraus konnte geschlossen werden, dass die Lorentzkraft auch fĂŒr die LĂ€nge der Lawinen maßgeblich ist.Um die Beobachtungen bei der Ausbreitung von Flusslawinen zu erklĂ€ren, wurde ein Modell entwickelt, das nur eine Flusslinie als ReprĂ€sentant fĂŒr die ganze Lawine verwendet. Dieses einfache Modell betrachtet eine Flusslinie als mechanisches System mit Masse, Reibung und treibender Kraft. Es ist in der Lage, sowohl die AbhĂ€ngigkeit der LawinenlĂ€nge von der Lorentzkraft als auch die plötzliche VerĂ€nderung des Ausbreitungsverhaltens plausibel zu erklĂ€ren.FĂŒr die theoretische Beschreibung von Flusslawinen ist die Kenntnis von thermischen sowie elektrischen Eigenschaften des Materials notwendig. Ein wichtiger Parameter ist dabei die Strom - Spannungs - Charakteristik unterhalb der Sprungtemperatur Tc. In metallischen Supraleitern findet man eine Potenzfunktion der Form V ? In. Der Exponent n charakterisiert die NichtlinearitĂ€t dieser Beziehung und wurde fĂŒr die hier betrachteten MgB2 Schichten bestimmt.Es konnte gezeigt werden, dass der Exponent zuverlĂ€ssig aus dem zeitlichen Abklang des magnetischen Moments extrahiert werden kann. Der Temperaturbereich T < TL ist mit dieser Messmethode zwar nicht zugĂ€nglich, wegen der hohen Anzahl an Messpunkten ist jedoch eine sinnvolle Extrapolation in diesen Bereich möglich.Die Variation des externen Magnetfeldes ergab, dass der Exponent im Bereich zwischen null und etwa 50 Millitesla sehr stark feldabhĂ€ngig ist. Er kann in diesem Bereich von ĂŒber 1000 auf unter 200 abfallen. Dieses Verhalten wurde erstmals detailliert untersucht und sollte fĂŒr die weitere Verbesserung der Theorie beachtet werden. Eine energetische Betrachtung hat gezeigt, dass diese starke AbhĂ€ngigkeit nur dann auftritt, wenn sich die Flusslinien unabhĂ€ngig voneinander bewegen können. Bei ?0Hext 50mT dominiert die Wechselwirkungsenergie gegen ĂŒber der Pinningenergie und es tritt ein kollektives Verhalten auf, das die FeldabhĂ€ngigkeit abschwĂ€cht.Insgesamt hat sich herausgestellt, dass InhomogenitĂ€ten in MgB2 Schichten die StabilitĂ€t des stromtragenden Zustands erheblich stören. Insbesondere die Variation des Schichtstroms erwies sich dabei als kritisch. Auch bei Voraussetzungen, unter denen der kritische Zustand in homogene Schichten stabil ist, kommt es durch InhomogenitĂ€ten zu magnetischen Flusslawinen, welche die StromtragefĂ€higkeit von Kabeln reduzieren oder das Rauschniveau von Sensoren stark erhöhen. Bei der Herstellung von dĂŒnnen metallischen Supraleiterschichten ist daher darauf zu achten, dass sich jede Form von InhomogenitĂ€ten – insbesondere auch kĂŒnstliche Strukturierung – nachteilig auf die StabilitĂ€t des stromtragenden Zustands auswirkt. Werden diese inhomogenen Schichten hingegen bei hohen externen Magnetfeldern eingesetzt, treten keine Flusslawinen auf und es ergibt sich sogar der Vorteil, dass die Sprungtemperatur wesentlich weniger durch das externe Feld beeintrĂ€chtigt wird. Dieses Verhalten könnte zum Beispiel bei der Verwendung von MgB2 - Spulen zur Erzeugung hoher Magnetfelder nĂŒtzlich sein.

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Information

Year
2012
eBook ISBN
9783736942028
Print ISBN
9783954042029
Edition
1

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Summary
  3. Einleitung
  4. 1 Supraleitung
  5. 2 Experimentelle Grundlagen
  6. 3 InstabilitÀten des supraleitenden Zustands
  7. 4 Strukturelle Charakterisierung inhomogener MgB2 Schichten
  8. 5 Der supraleitende Zustand in inhomogenen MgB2 Schichten
  9. 6 Die StabilitÀt inhomogener MgB2 Schichten
  10. 7 Erweiterungen zum theoretischen StabilitÀtskriterium
  11. Zusammenfassung
  12. Glossar
  13. Literaturverzeichnis
  14. Quellenangaben zu denAbbildungen
  15. Liste der Veröffentlichungen
  16. Lebenslauf
  17. Danksagung