Deleuze - seine philosophischen Welten fĂŒr Einsteiger 2. Band
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Deleuze - seine philosophischen Welten fĂŒr Einsteiger 2. Band

Spinoza, Bergson, Nietzsche, Strukturalismus, Psychoanalyse, Lewis Carroll und Deleuze

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Deleuze - seine philosophischen Welten fĂŒr Einsteiger 2. Band

Spinoza, Bergson, Nietzsche, Strukturalismus, Psychoanalyse, Lewis Carroll und Deleuze

About this book

Wer einmal versucht hat, Deleuze zu lesen und ihn frustriert weggelegt hat, weil seine Texte aufs erste Lesen zu schwer zu verstehen sind, der kann mit diesen EinsteigerbĂ€nden neu beginnen. Band 1 und 2 bieten einen anschaulichen, verstĂ€ndlichen Kommentar zu den zwei Hauptwerken "Differenz und Wiederholung" und "Logik des Sinns", den ersten Gesamtkommentar in Deutsch zu beiden Werken.Dieser 2. Band fĂŒhrt außerdem in Deleuzes Darstellung von Spinoza, Nietzsche, Bergson und Strukturalismus ein. Viele Beispiele, Begriffs-skizzen, Detailkommentierungen wichtiger Passagen und Hintergrundinformationen machen Deleuzes philosophische Welten fĂŒr Einsteiger zugĂ€nglich, wie einige Leserstimmen zum 1. Band schon bestĂ€tigt haben.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783754351581
eBook ISBN
9783755703648
1. Teil:
Strukturalismus, Psychoanalyse mit Deleuze kennenlernen und „Logik des Sinns“

Strukturalismus mit Deleuze

Deleuze schrieb fĂŒr das mehrbĂ€ndige Werk „Geschichte der Philosophie“, das ChĂątelet herausgab, das Kapitel „Woran erkennt man den Strukturalismus?“ Er beschreibt den Strukturalismus anhand sieben zentraler Merkmale bzw. Kriterien. Aber man entdeckt auch in seinen zwei Hauptwerken DW und LdS immer wieder GedankengĂ€nge des Strukturalismus, die Deleuze mit anderen philosophischen Lehren verknĂŒpft. In diesem Kapitel will ich nicht nur die sieben Kriterien vorstellen, sondern auch knappe EinfĂŒhrungen in vier zentrale Vertreter des Strukturalismus prĂ€sentieren.

Entstehung des Strukturalismus aus der Linguistik

Ferdinand de Saussure

Drei Vorlesungen von Saussure im Zeitraum zwischen 1906 und 1911 bilden die Geburtsstunde des Strukturalismus. In diesen drei Vorlesungen stellt Saussure seine strukturalistische Linguistik vor. Seine Grundthesen wird Lévi-Strauss aufgreifen und eine strukturalistische Anthropologie entwickeln; ebenso wird Jacques Lacan eine strukturalistische Deutung der Psychoanalyse vorlegen; gleichfalls Roland Barthes wird die Mode mit strukturalistischen Mitteln untersuchen und eine allgemeine Semiologie, eine kulturelle Zeichenlehre entwickeln.
Ausgangsfrage Saussure beginnt mit der Frage: „Wie ist eine einzelne Sprache aufgebaut, und wie muss sie beschrieben werden?“ Mit dieser Frage entscheidet sich Saussure, tatsĂ€chliche, lebendige Sprachen zu untersuchen. (VerstĂ€ndlich, denn er ist ja Sprachwissenschaftler) Er will also keine ideale Wissenschaftssprache wie der Wiener Kreis entwerfen oder die logische Struktur der Sprache und des Denkens wie Wittgenstein in seinem „Tractatus logico-philosophicus“ untersuchen. Er will Ă€hnlich wie Wittgenstein in seinen spĂ€teren „Philosophischen Untersuchungen“ die normalmenschlichen Sprachen und ihr Funktionieren untersuchen. DafĂŒr unterscheidet Saussure drei Kategorien:
Langage, Langue, Parole Langage, ein Wortneuschöpfung von Saussure, bezeichnet das Vermögen des Menschen, sprechen zu können. Parole ist die konkrete Verwendung der Sprache, der einzelne Akt des Sprechens. Leute unterhalten sich, schreiben Emails, streiten sich mit Worten usw.
Langue ist die Sprache selbst in ihrer Struktur, z. B. mit ihren grammatikalischen Regeln usw.
Saussure entscheidet sich, Langue wissenschaftlich zu untersuchen. Denn Parole ist zu flĂŒchtig, zu singulĂ€r, zu wechselhaft, um sie wissenschaftlich untersuchen zu können. Die Sprachkompetenz des Menschen betrifft so viele Bereiche, wie z. B. Biologie, Gehirnforschung, Soziologie, dass sie als Forschungsbereich auch schnell ĂŒberfordert. Bleibt die Struktur der Sprache selbst ĂŒbrig, die sich Saussure zuwendet.11 Und diese Sprachstruktur untersucht Saussure nicht geschichtlich, also diachron, sondern er untersucht das jetzt vorliegende System, also synchron.
Struktur des Zeichens – Signifikant und Signifikat Saussure beginnt mit der Untersuchung der kleinsten, bedeutsamen Elemente des Sprachsystems, nĂ€mlich dem Zeichen. Ein Zeichen ist z. B. ein Phonem wie „es“. Ich höre oder spreche dieses kleine Phonem bzw. kleine Wörtchen. Ich meine damit ein Ding oder ein kleines Kind. Ich beziehe mich mit dem Wort auf ein Ding oder auf ein kleines Kind. So habe ich dieser Beschreibung schon die zwei Seiten eines Zeichens verwendet:
Signifikant, das Bezeichnende, ist der Laut bzw. das Lautbild.
Signifikat, das Bezeichnete, die Vorstellung, die das Bezeichnende bezeichnet. Oder auch der Gegenstand, auf den sich das Zeichen bezieht.
So ist „Ina“ einerseits das klingende Wort, ein Name und andererseits bezeichnet es eine Frau. (Wer Schwierigkeiten hat, Signifikat und Signifikant auseinander zu halten, merke sich folgende EselsbrĂŒcke: Signifikat und Bezeichnete haben beide das t. Signifikant und Bezeichnende haben beide das n.)
ArbitraritĂ€t Signifikant und Signifikat gehören zwar untrennbar zusammen, aber ihre Relation ist nach Saussure zufĂ€llig. Das Wort „Baum“ hat nicht in sich einen Bezug auf BĂ€ume. Das Kind lernt durch den Gebrauch der Sprache, dass die Mutter BĂ€ume meint, wenn sie das Wort „Baum“ ausspricht. „Schau mal, der große Baum“ und die Mutter deutet auf den Baum und berĂŒhrt ihn usw. Es ist eine Konvention, dass das Wort „Baum“ sich auf BĂ€ume bezieht. Im Englischen ist es das Wort tree“, das sich auf BĂ€ume bezieht. Wir werden in diese Sprachstruktur hineingeworfen und wachsen mit ihr auf. Ich kann als Einzelner in einer Sprachgemeinschaft nicht plötzlich die BezĂŒge zwischen den Signifikanten und Signifikaten grundsĂ€tzlich umĂ€ndern. (Nur kleine Änderungen, also z. B. einzelne neue Worte kann ein Einzelner einfĂŒhren.) Fazit: Die Beziehung zwischen Signifikanten und Signifikaten ist nicht natĂŒrlich sondern sozial gewachsen und vom Willen des Einzelnen unabhĂ€ngig.12
In Platons Dialog Kratylos streiten Hermogenes und Kratylos miteinander, ob sich die Namen zufÀllig und kulturell bedingt auf Dinge beziehen oder ob die Namen eine naturgegebene Beziehung auf die Dinge haben. Saussure gibt Hermogenes Recht. Aber wie entsteht nun der Bezug zwischen Signifikanten und Signifikaten? Die Kurzantwort: Durch die Struktur bzw. das System.
System bzw. Struktur Saussure selbst benutzt nicht das Wort „Struktur“, dafĂŒr den Begriff „System“. Saussure betrachtet die Signifikanten und stellt fest: Diese strukturieren sich gegenseitig, wechselseitig zu einem System. Das erinnert uns an Deleuze und sein 4. Kapitel in DW:
Unbestimmt -> Wechselbestimmung -> durchgÀngige Bestimmung.
Beschreiben wir mit diesem Schema Saussures Linguistik:
Die Signifikanten sind erst einmal unbestimmt. Es ist zufÀllig, arbitrÀr, auf welche Signifikate sie sich beziehen. Untereinander bestimmen sich die Signifikanten wechselseitig, so dass grammatikalische Strukturen entstehen. Z. B. Die Struktur -e, -st, -t, -en, -t, -en bildet die Konjugation eines Verbs: Ich geh-e, Du geh-st, Sie/Er/Es geh-t, Wir geh-en, Ihr geh-t, Sie geh-en.
Dadurch entsteht eine durchgĂ€ngige Bestimmung, die ein System der Signifikanten bildet, so dass sich in diesem System Verben auf TĂ€tigkeiten, Adjektive auf Eigenschaften und Substantive auf Dinge usw. beziehen. Der einzelne Buchstabe t ist unbestimmt. Aber in der Struktur der Verbkonjugation besetzt er den Platz fĂŒr 3. Person Singular und fĂŒr 2. Person Plural. Diesen Platz besetzt das –t in der aktuellen Sprachstruktur der deutschen Sprache nur durch die virtuellen Wechselbestimmungen der Phoneme, die eine grammatikalische Struktur aufbauen.
(Es ist bemerkenswert fĂŒr Deleuzes Philosophie: Wir haben im 1. Band den Strukturalismus nicht ausfĂŒhrlich ansprechen mĂŒssen, weil Deleuze wichtige Einsichten des Strukturalismus, die er aufgreift, auch z. B. bei LeibnizÂŽ Infinitesimalrechnung in Ă€hnlicher Weise entdeckte.)
Linguistic Turn Richard Rorty beschrieb in seinem Essayband mit diesem Begriff das Neue der Philosophen Wittgenstein, Carnap oder Quine. Sie gehen nicht mehr vom Sein aus, nicht mehr vom Bewusstsein sondern von der Sprache. Wittgenstein und Quine gehen sogar von tatsÀchlichen, lebendigen Sprachen aus und nicht von irgendwie ideal konstruierten Wissenschaftssprachen wie Carnap. Diesen linguistic turn hat Saussure und seine Linguistik in der französischen Philosophie bewirkt und den Strukturalismus hervorgebracht.
Saussure bezog sich mit seinen Überlegungen nur auf die Sprache: Nicht das Sein begrĂŒndet, wie sich der Signifikant auf den Signifikaten bezieht. Auch das Bewusstsein begrĂŒndet diesen Bezug nicht. Sondern das Sprachsystem entsteht intern durch die Wechselbestimmung von Differenzen und bildet eine Struktur der Signifikanten. Diese Struktur ermöglicht die BezĂŒge zu den Signifikaten. Grob gesprochen:
Die antike und mittelalterliche Philosophie ging vom Sein aus. Vom irdischen Sein gingen die Vorsokratiker, vom himmlischen Sein der Ideen Platon und vom göttlichen Sein die christlichen Philosophen des Mittelalters. Die neuzeitlichen Philosophen gingen vom Bewusstsein aus. Dass sich Wörter auf Dinge beziehen, muss z. B. fĂŒr Descartes im Denken des Ich begrĂŒndet sein. „Ich denke, also bin ich“ ist der Ausgangspunkt.
Im Foucaultkapitel, als wir „Ordnung der Dinge“ untersuchten, lernten wir diese Einsicht der Moderne schon kennen: Ich werde in diese Sprachstruktur, die vor mir ist, hineingeworfen. Das entmachtet das Subjekt, von dem Descartes ausging. Saussure ist ein wichtiger Vertreter fĂŒr diese Einsicht und Wende in der Philosophie.
Der Sinn bzw. die Bedeutung eines Satzes ergibt sich nach Saussure aus der Sprachstruktur. Wird Deleuze in „Logik des Sinns“ dieser These folgen? Deleuze untersucht jedenfalls in „Logik des Sinns“ auch, wie die Sprache funktioniert. Aber er geht dabei ĂŒber Saussure und die Strukturalisten hinaus, ohne den Sinn im Bewusstsein oder im geordneten Sein wieder zu verankern
 Deleuze wendet sich gegen eine reine arbitrĂ€re Struktur: „Es stimmt zwar, dass die „Phoneme“ jede mögliche linguistische Unterscheidung in den „Morpheme“ und „Semantemen“ sicherstellen, doch sind es umgekehrt die bedeutungsstiftenden und morphologischen Einheiten, die in den phonematischen Unterscheidungen diejenigen bestimmen, die fĂŒr eine fragliche Sprache relevant sind. Das Ganze lĂ€sst sich also nicht anhand einer einfachen Bewegung beschreiben, sondern anhand einer Bewegung des Hin und zurĂŒck [...]. Und bildet die Lautaktion einen offenen Sprachraum, so die semantische Reaktion eine innere Zeit, ohne die der Raum nicht entsprechend dieser oder jener Sprache festgelegt wĂ€re.“ (LdS, S. 229)

Der Prager Kreis und Roman Jakobson

1926 wird in Prag ein Linguistenkreis gegrĂŒndet. Dieser Prager Kreis setzt den Forschungsansatz von Saussure fort, wenngleich er auch in einigen Punkten Saussure kritisiert, wie z. B. die scharfe Trennung von synchroner und diachroner Betrachtung oder die Behauptung einer absoluten ArbitraritĂ€t. Trubetzky verfasst z. B. 1939 das Standardwerk „GrundzĂŒge der Phonologie“. „Darin definiert er den Laut ĂŒber seine Stellung im phonologischen System; die Methode besteht in der Ermittlung der lautlichen Oppositionen ĂŒber vier distinktive Merkmale: NasalitĂ€t, Artikulationspunkt, Labialisierung und Öffnungsgrad. Somit findet sich Saussures Prinzip der pertinenten [= relevanten] Differenz wieder, die Suche nach pertinenten Minimaleinheiten – hier das Phonem. Von Saussure wird das WegrĂŒcken des Referenten und die Suche nach den inneren Gesetzen des Sprachcodes ĂŒbernommen. Die Phonologie hĂ€lt sich von jeder außersprachlichen RealitĂ€t fern. Die von ihr angestrebte Beschreibung des Lautmaterials mĂŒndet bei Jacobson in ein Tableau, worin er sĂ€mtliche pertinenten Merkmale anhand von zwölf binĂ€ren Opposition versammelt, die allen Opposition in allen Sprachen der Welt Rechnung tragen und so den Traum von der UniversalitĂ€t erfĂŒllen sollen, von dem die strukturalistischen Strömung beseelt ist. Kerngedanken des Phonologen bleibt die Suche nach der Invarianz hinter der VariabilitĂ€t.“13 Wie schon im 1. Band behandelt, kritisiert Deleuze die strukturalistische Linguistik von Saussure und von Trubetzky, weil sie die sprachliche Struktur allein durch gegensĂ€tzliche Differenzen aufbauen. „Wenn man die Differenz als einen Gegensatz liest, hat man sie bereits der ihr eigentĂŒmlichen Dichte beraubt, in der sie ihre PositivitĂ€t bejaht.“ (DW, S. 260) Auch einen weiteren Punkt sollten wir kritisch anmerken: Ist die sprachliche Struktur, die sich in verschiedenen Formen aktualisiert, wirklich ewig unwandelbar? Auch LĂ©vi-Strauss postulierte ahistorische und allgemeinste Strukturen. Aber gibt es diese wirklich? Foucault ist Poststrukturalist, weil er nicht mehr nach ewigen Strukturen suchte, sondern historische Aprioris und EpochenbrĂŒche untersuchte.
1942 lernen sich Jakobson und LĂ©vi-Strauss in New York kennen. Roman Jakobson wird fĂŒr LĂ©vi-Strauss der entscheidende Inspirator, um eine strukturalistische Anthropologie zu entwickeln. 1950 lernt Lacan Jakobson kennen und greift besonders folgende Gedanken von Jakobson auf: Roman Jakobson beschrieb in dem Artikel „Zwei Seiten der Sprache und zwei Typen aphatischer Störung“ die zwei Seiten der Sprache, nĂ€mlich Metonymie und Metapher, anhand der zwei Typen aphatischer Störungen. Ein Sprecher braucht zwei Vermögen: Kontextbildung und SelektionsfĂ€higkeit. Saussure hat die zwei Seiten mit Syntagma und Assoziation bezeichnet.
Kontextbildung: Er kombiniert Zeichen mit anderen Zeichen und erstellt damit grĂ¶ĂŸere Einheiten und Kontexte. So entstehen KontiguitĂ€tsbeziehungen, die dann das semantische GerĂŒst eines Textes bilden. („contiguus“ bedeutet „angrenzend“) Z. B. logische KontiguitĂ€ten wie auf eine Frage folgt eine Antwort, auf den Start eine Landung. Oder ontologische KontiguitĂ€t wie eine Wurzel bringt eine Pflanze hervor. Die Metonymie als Stilfigur benutzt solche KontiguitĂ€ten wie z. B.: „Ich lese Tolstoi.“ Jeder versteht, dass ich die BĂŒcher von Tolstoi lese.
SelektionsfĂ€higkeit: Der Sprecher wĂ€hlt aber auch aus einem Fundus möglicher Zeichen, die ihm zu VerfĂŒgung stehen, aus. Ich kann z. B. die Verben „laufen“ und „joggen“ oder „aufzeigen“ und „darlegen“ untereinander austauschen.14 „aufzeigen“ ist zu „darlegen“ Ă€hnlich. Das eine Wort ist Metapher fĂŒr das andere Wort.
Die Aphasie besteht im Ausfall oder großen Mangel eines dieser beiden Vermögen. Entweder kann der Kranke nicht hinreichend kombinieren oder nicht hinreichend selektieren.
Wenn die SelektionsfÀhigkeit ausfÀllt, kann der Patient jederzeit in eine Diskussion einsteigen. Er braucht aber einen Kontext. Er kann schwer ein GesprÀch beginnen. Ebenso kann er schwer Synonyme austauschen. Wenn man ihn fragt, was ein Junggeselle ist, kann er nicht antworten: ein unverheirateter Mann. Er ist also nicht zur Metapher fÀhig, die z. B. ein Wechsel von der Objektsprache zur Metasprache bedeutet.15
Wer nicht fÀhig ist, einen Kontext zu bilden, verfÀllt in einen Agrammatismus. Der Patient kann nicht mehr ganze SÀtze bilden, sondern
nur noch WortanhÀufungen. Konjunktionen, PrÀpositionen, Artikel usw. fallen mehr und mehr weg. Es entsteht ein Telegrammstil, im Extremfall
Ein-Wort-SĂ€tze. Diese Kranken sind zur Metonymie unfĂ€hig.16 Gerade in den zwei Krankheitsbildern zeigt sich die bipolare Struktur der Sprache: Metapher und Metonymie. „Jacques Lacan [
] greift auf diese Unterscheidung zurĂŒck und bezieht sie, um die Funktionsweise des Unbewussten zu erklĂ€ren, auf Freuds Begriffe der Verdichtung und der Verschiebung.“17
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Table of contents

  1. Motto
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Hinweise fĂŒr LeserInnen
  4. Einleitende Gedanken
  5. 1. Teil: Strukturalismus, Psychoanalyse mit Deleuze kennenlernen und „Logik des Sinns“
  6. 2. Teil: Bergson, Spinoza, Nietzsche mit Deleuze kennenlernen und „Differenz und Wiederholung“
  7. Ausblick auf den 3. Band
  8. AusfĂŒhrliches Inhaltsverzeichnis
  9. Literaturverzeichnis
  10. Anmerkungen
  11. Impressum

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