Orthodoxe SpiritualitÀt: Reset
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Orthodoxe SpiritualitÀt: Reset

Skizzen ĂŒber den inneren Wandel

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Orthodoxe SpiritualitÀt: Reset

Skizzen ĂŒber den inneren Wandel

About this book

Ein Buch ĂŒber geistliche Suche heute, aus der Sicht eines orthodoxen Priesters und Psychologen."Was dieses Buch enthĂ€lt, ist fĂŒr die einen notwendig und fĂŒr die anderen absolut unnĂŒtz", schreibt der Verfasser in seiner EinfĂŒhrung. Wer gerade frischverliebt in die Orthodoxie oder das Christentum ĂŒberhaupt ist, oder wer seine Liebe ĂŒber lange Jahre frisch bewahren konnte, der kann vielleicht nicht viel damit anfangen. Doch es ereilt zuweilen auch ernsthafte und rechtglĂ€ubige Christen: das GefĂŒhl, nach jahrelangem Fasten, Beten, Beichten in einer Sackgasse angelangt, lauwarm geworden, gottfern zu sein. Die heiligen KirchenvĂ€ter verlangen scheinbar Unmögliches, und nicht an jeder deutschen Straßenecke wartet ein kluger geistlicher Altvater, um dem Herzen wieder auf die SprĂŒnge zu helfen. Nicht in jeder Gemeinde findet man sogleich verstĂ€ndnisvolle Glaubensschwestern und -brĂŒder. Weltliche Lebenshilfe-Literatur hilft kaum weiter: Der glĂ€ubige Christ findet sich dort nicht wieder, weil er nicht bereit ist, selbst sein eigener Gott zu sein... Diese "Skizzen ĂŒber den inneren Wandel" können ihm wahrscheinlich aus seiner Sackgasse heraushelfen. Allerdings muss man durchhalten bis zum Schluss. Erzpriester Vjacheslav Rubskij rĂŒttelt an vielen liebgewonnenen Denkgewohnheiten und stĂŒrzt tradierte christliche Ersatzgötter vom Sockel, um anschließend gangbare Auswege zu entwickeln - gangbar fĂŒr jeden, auch ohne MönchsgelĂŒbde und Theologiestudium. Mut zur VerĂ€nderung reicht. Ob das alles auch orthodox genug ist? Nun - Vater Vjacheslav versteht seine "Skizzen" als Diskussionsangebot, nicht als Katechismus. Kritik ist erlaubt und erwĂŒnscht. Man ist nach der LektĂŒre nĂ€her bei Gott. Und das ist nicht wenig.

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Information

Year
2021
Print ISBN
9783755733478
eBook ISBN
9783755720201

GLAUBE, GOTT UND MENSCH

GLAUBE ALS BEGEGNUNG

Glaube ist, wenn Gott mich berĂŒhrt hat und ich mit Ihm / in Ihm lebe. FĂŒr mich ist das wichtiger als die Frage, wer ĂŒber Ihn geschrieben hat, und was. Wenn ich doch wieder nach dem Geschriebenen greife, was fĂŒr einen Sinn hatte es dann, dass Gott mich berĂŒhrt hat? Ich werde eine heilige Schriftrolle gegen eine andere eintauschen.
Jedes Format unseres Lebens ist vergĂ€nglich, jedes Mal muss der Mensch neu geboren werden. Jeder Glaubensschritt ist wahr, wunderbar, notwendig, aber es ist jedes Mal notwendig, von diesem Schritt aus den nĂ€chsten zu tun. Dies nicht etwa, weil der Mensch in einer LĂŒge zu stehen kommt – wenn er aufhört, wiedergeboren zu werden, stirbt er einfach. Innerhalb von ein oder zwei Jahren wird er von der Gesellschaft aufgesogen, und er wird alles so betrachten, wie es alle tun – der Mensch hört auf zu sein. Was aber bedeutet „wiedergeboren“? Das bedeutet, die Welt mit einem freien, frischen Blick zu betrachten, sozusagen frisch-ketzerisch. So sah Christus die Welt an und schien ebenfalls ein Ketzer zu sein, weshalb Nikodemus auch lieber nachts zu ihm kam.
Jeder von uns muss stĂ€ndig „neustarten“. Wie machst man das? Der erste Weg ist der apostolische: Lebe einfach, schaue möglichst aufmerksam Gott an und Er wird Sich offenbaren. Und jedes Mal, wenn Er etwas Unerwartetes tut, nimm es am besten als an dich persönlich adressiert an.
Nun ist nicht jeder so aufmerksam und hingebungsvoll wie die heiligen Apostel; es gibt deshalb einen zweiten Weg: den des Nikodemus, den Weg des Fragens. In der Orthodoxie gibt es Gebete des Lobpreises, des Flehens, der Buße, aber völlig verloren gegangen sind die fragenden Gebete, in denen also eine Frage an Gott gestellt wird. Wir wissen, dass die Frage genauso wichtig ist wie die Antwort, und dass jede Frage es schon an sich wert ist, ausgesprochen zu werden. Wenn wir Gott etwas fragen, bekommen wir eine Antwort – wie PAULUS, der fragte: „Warum brauche ich diesen Stachel im Fleisch?“ (vgl. 2 Kor 12,7), oder wie Nikodemus.
Der Weg von Nikodemus besteht auch darin, in diese undurchdringliche, nicht enden wollende Nacht hineinzugehen, in das Unbekannte unserer Erfahrung einzutauchen, sein geistliches Leben zu riskieren. Nikodemus – der Lehrer, der Rabbiner, eine angesehene Person – riskierte die Unversehrtheit seines geistlichen Lebens, das reich an spiritueller Erfahrung und Wissen war. NaturgemĂ€ĂŸ erhielt er den Ratschlag zum Neustart.
Wenn wir Gott fragen, mĂŒssen wir aufmerksam und zu jeder Antwort bereit sein. Dann wird uns alle anderthalb oder zwei Jahre garantiert genau solch ein Neustart zuteil. Wir werden das orthodoxe Gotteshaus und den Gottesdienst, unsere Seele, unsere Persönlichkeit und die Person Gottes und auch alles andere neu betrachten. Menschen mĂŒssen viele Male ĂŒberdenken, was sie haben, sonst können sie nicht mit dem leben, womit sie leben mĂŒssen.
Nehmen wie ein junges Ehepaar – sie schauen einander an und sind froh. Aber lassen wir zehn Jahre vergehen, so werden sie sich anschauen und denken: „Was sehe ich vor mir? Es ist nicht mehr das, was vor zehn Jahren war, es ist viel schlechter.“ Da es keinen Neustart gab, haben sich diese beiden nicht neu erblickt. Sie haben Groll, VorwĂŒrfe und Argumente angesammelt, die nicht immer gerechtfertigt sind. Wenn wir nicht lernen, einander, die Welt, Gott neu zu betrachten, sind wir als Christen ungeeignet.
Die Geschichte von Nikodemus gilt auch fĂŒr uns. Dieser Mann war es wert, das Wort der Wahrheit zu hören. Die Wahrheit aber ist, dass man nicht an einem Ort verharren darf, sondern stĂ€ndig Risiken eingehen muss. Viele unserer Heiligen standen im Konflikt mit den KirchenfĂŒhrern. BASILIUS DER GROßE wurde fast eingesperrt, GREGOR DER THEOLOGE wurde, wie man heute sagen wĂŒrde, nach Sibirien geschickt, JOHANNES CHRYSOSTOMUS kam praktisch durch die Verbannung zu Tode, ATHANASIUS wurde fĂŒnfmal inhaftiert, GREGOR PALAMAS wurde exkommuniziert, MAXIM DER GRIECHE verbrachte 25 Jahre im GefĂ€ngnis 
 Vielen Menschen kamen sie absonderlich vor, und mehr noch: Auch sie selbst hielten sich dafĂŒr, was sie in ihren Gebeten zum Ausdruck brachten. Sie wussten nicht, was ihr Fragen, ihr Experimentieren im geistlichen Leben bewirken wĂŒrde. Aber ohne ein solches ist Orthodoxie unmöglich – es bliebe nur eine Art standardisierte Religion. Jeder Standard auf diesem Gebiet aber neigt zum Heidentum, zum Hohepriestertum.
Wie weit war Christus doch von den Hohepriestern entfernt! Einst brachten Seine Mutter und Sein Ziehvater zu Ehren Seiner Geburt zwei Tauben zum Jerusalemer Tempel. Als Er aufgewachsen war, hat Er dann die Tische mit den Tauben umgeworfen, ein recht radikales VerhĂ€ltnis zu diesen Opfertieren erwiesen. Es gibt viele andere Beispiele, in denen Christus nicht nur einen Neustart predigte, sondern Selbst das sich verĂ€ndernde Leben ĂŒberdachte. Seine Freude kann sich bei Ihm in EnttĂ€uschung wandeln; wir lesen etwa: Ich preise Dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil Du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den UnmĂŒndigen offenbart hast (Mt 11,25). Weiter aber sagt Er zu diesen UnmĂŒndigen: Glaubt ihr jetzt? Siehe, die Stunde kommt und sie ist schon da, in der ihr versprengt sein werdet, jeder in sein Haus, und Mich alleinlassen werdet (Joh 16,31f). Es gibt Stellen im Evangelium, an denen wir sehen, dass Christus unterschiedliche Einstellungen zu denselben Dingen hat, und dies nicht, weil eine Ansicht wahr und die andere falsch wĂ€re. Wir dĂŒrfen nicht erstarren, denn dann sind wir nicht bereit, Gott zu begegnen, Der weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist (Joh 3,8). Er kann von einer Seite her wehen, die fĂŒr uns tabu ist, so wie fĂŒr die Juden des 1. Jahrhunderts 
 Bei allem Wunsch, die Wahrheit zu festzunageln, Gott einzufangen wie einen Goldfisch und Ihn sich zu unterwerfen, wissen wir doch nicht, woher der Wind wehen wird, wie wir auch nicht wissen, was Gott morgen tun wird. Bei einer solchen Gottessicht ist es nicht leicht, zwischen Falsch und Wahr zu unterscheiden. Gerade hast du dein geistliches Segel nach der einen Seite gewendet, schon blĂ€st Er von der anderen oder von allen Seiten gleichzeitig, wie es auch manchmal vorkommt. Gott erwartet von uns, dass wir wachsam sind und nicht denken, wir hĂ€tten bereits Gewissheit erlangt, dass Gott hier oder da ist. Orthodoxe Christen mĂŒssen wie ein Steuermann stĂ€ndig die ganze Umgebung im Auge haben, um Gott zu erblicken.
Der Apostel JOHANNES DER THEOLOGE, der sich beim letzten Abendmahl an Jesus anlehnt, fragt: „Herr, wer verrĂ€t Dich?“ (vgl. Joh 13,25). SpĂ€ter in seinem Brief schreibt er: Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm (1 Joh 4,16). All diese Fragen: Wer genau ist der VerrĂ€ter? Was tun mit ihm? Was sind Wunder? Ist Er der Sohn Gottes oder nicht? usw. verlieren ihr Gewicht im Angesicht der spĂ€teren und reifen These des Apostels. Wir sehen einen anderen JOHANNES – nicht den geliebten JĂŒnger vom Ende oder der Mitte des Evangeliums, geschweige denn den JOHANNES vom Anfang des Evangeliums, wo Christus ihn und seinen Bruder „Donnersöhne“ nannte (so eine Art persönlicher Spitzname – sie waren wohl am Anfang ihres christlichen Weges harte MĂ€nner). Aber JOHANNES ging diesen Weg nicht als getreuer Arbeiter, der sich der Parteilinie verschrieben hat, sondern als lebendiger Mensch, der seine Vision von Gott stĂ€ndig erneuerte.
Daher sehen wir im Evangelium auch, dass die Apostel nicht nur einmal, sondern mehrmals Glauben gefasst haben – PETRUS und JOHANNES letztmalig gar erst nach der Auferstehung (Joh 20,8). Und auch wir können Gott viele Male nacheinander annehmen. Zuerst fassten wir Glauben daran, dass es da Jemanden im Himmel gibt. Dann, dass Gott mich persönlich ansieht und etwas mit mir zu tun hat. SpĂ€ter gewannen wir den Glauben, dass Er mich nicht anklagt, nicht nachtragend ist wie ein kleinlicher Mensch, sondern mich großmĂŒtig in Sein Herz aufnimmt. Und schließlich die Erkenntnis, dass Gott mich so geschaffen hat, dass ich mich und einen anderen Menschen annehmen kann. Er offenbarte mir diesen Akt als unseren gemeinsamen, synergistischen Akt, Er offenbarte mir die Metaphysik der Annahme eines anderen durch Sich Selbst.

DER GLAUBE AN ETWAS

Der Glaube an das Orthodoxe als ein gewisses Etwas ist nicht Glaube an Christus. Das gnadenhafte Feuer kann, selbst wenn es wirklich vom Himmel herabkommt, keineswegs irgendetwas bezeugen; es ist ein Wunder, es ist „Etwas“, mit dem man nicht auf persönlicher Ebene in BerĂŒhrung kommen kann. Der Glaube an die Richtigkeit des Evangeliums, der Dogmen usw. ist nicht Glaube an den Gekreuzigten. Die Schrift ist richtig – ihre Prophezeiungen erfĂŒllen sich textgetreu. Der Gekreuzigte ist dagegen nicht richtig, Er hat nicht die prophezeite Kraft erwiesen, hat keine Rache an Seinen Verfolgern genommen, keine Ordnung wiederhergestellt, weder in Israel noch in uns.
Tradition ist „Etwas“, Gott ist eine Person. Deshalb gerade bezeugt mein Glaube an „Etwas“ – an das Priestertum, an das Sakrale, an Wunder oder EntrĂŒckung – in keiner Weise meinen Glauben an Christus. Ich glaube an Gott, und verglichen mit Ihm glaube ich weder an Philosophie noch Theologie, weder an die Schrift noch an nette Überlieferungen. Dies alles war und ist ein beeindruckendes Reich der Worte, doch es ist nicht Er. Es ist nur Umgebung, nahebei.

DIE VERKÜNDIGUNG DES ORTHODOXEN GLAUBENS
DER ANDEREN

In der großen Mehrheit der FĂ€lle stellt die Predigt, die der Priester vom Ambo aus verkĂŒndigt, nicht dessen eigenes Denken, persönliches Empfinden und eigene Eingebung dar. Nach „schweigender Übereinkunft“ wĂŒrde man solches als eitles Von-sich-aus-Gerede interpretieren. Nein, die Predigten werden im Namen der „Orthodoxie“ selbst gehalten. Ohne Gesicht, entpersönlicht aber kann solche Orthodoxie nicht wahrhaftig sein.
Im Kern steckt hinter der Anreicherung der eigenen Predigt mit Zitaten aus den KirchenvĂ€tern und aus der Schrift ein Ă€ngstliches Verbergen des eigenen „Ich“; nur dieses allein aber könnte irgendetwas bezeugen. Hieraus entspringt die oft mangelnde Einbezogenheit der Gottesdienstbesucher in die Lehre der Kirche: Die Pastoren haben sie davon ĂŒberzeugt, dass Orthodoxie nicht von dem ausgehen kann, der neben einem steht. Orthodoxie wird als etwas vermittelt, das von den heiligen VĂ€tern und den Ökumenischen Konzilien ausgeht, so als habe es im Schaffen der VĂ€ter oder in der Rezeption der Konzilien keine Freiheit gegeben. Auf diese Weise wird die lebendige Wahrheit Gottes als MuseumsstĂŒck dargeboten, denn dem Zuhörer stellt sie sich als unbeweglich und leblos dar, als Götze, als vollendetes, abgespieltes Lied. Wenn Wahrheit nicht mehr erfordert, dass man sie zu Ende denkt und singt, wenn sie in ihrer Tiefe nicht mehr ratend erlangt werden muss, dann ist ihre Erschöpftheit Tod. Wahrheit ist Leben, ein als Verpflichtung auferlegtes wahres Dogma ist LĂŒge.
Kein Mensch kann die „Orthodoxie“ als reines Konzept predigen. Dies wĂ€re gerechtfertigt, wĂŒrde es sich bei der Orthodoxie lediglich um ein theologisches System handeln – doch ein solches gibt es nicht ohne die Menschwerdung! Richtig wĂ€re es daher zu sagen: Orthodoxie besitzt ein theologisches und philosophisches System, lĂ€sst sich jedoch nicht darauf zurĂŒckfĂŒhren, sie lĂ€sst sich lediglich damit erklĂ€ren.
WĂ€re Orthodoxie nur die geistliche Erfahrung allein der heiligen VĂ€ter, so bliebe sie deren Sache, nicht meine. Ein Prediger kann nicht ausschließlich Fremdes predigen, selbst wenn dieses Fremde wunderbar erscheint, denn das wĂ€re nicht frei von Falschheit. Orthodoxie ist Teilhabe an Gott, daher kann man auch nur sich selbst predigen als den sichtbaren Teil dieser Teilhabe. Nicht von ungefĂ€hr predigte Christus Sich Selbst und nicht irgendeine Lehre. Nicht nur, weil Er Gott ist, sondern auch, weil dies die einzig reale Predigt ist.
Ihr seid das Licht der Welt (Mt 5,14). Es fĂ€llt uns schwer, unserem Lehrer zu folgen und zu sagen: „Ja, ich bin das Licht der Welt!“ Wir ziehen es vor, uns hinter den Heiligen zu verstecken: „Nein, nicht ich, ein anderer; da, diese Heiligen von der Ikonstase gewiss, aber ich bin weder Licht noch Salz!“ Nicht so „wie die Schriftgelehrten“ zu predigen heißt aber gerade, sich selbst in Christus zu verkĂŒndigen, ohne dabei das eigene Leuchten den eigenen Tugenden zuzuschreiben. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und Sein gnĂ€diges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemĂŒht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir (1 Kor 15,10).

CHRISTENTUM UND ENTTÄUSCHUNG

Das Christentum kann als gutes MĂ€rchen verstanden werden und Ă€hnelt ihm stellenweise. Bei einer solchen Auffassung wird Skepsis auf jede erdenkliche Weise vermieden, sonst ist das MĂ€rchen aus. Es gibt viele kluge Menschen, die kritisches Denken auf dem Gebiet des Glaubens nicht zulassen, weil es fĂŒr sie mit der Religion unvereinbar ist. Ein erwachsenes Christentum jedoch, das der AbsurditĂ€t und Sinnlosigkeit sowohl des Alltagslebens als auch aller Ideologien furchtlos entgegensieht, steht jenseits der Skepsis.
Wenn jemand das Christentum aus NaivitĂ€t angenommen hat und jetzt fĂŒrchtet, „den Glauben zu verlieren“, dann muss er, um seine Angst zu ĂŒberwinden und im Christentum standhaft zu bleiben, durch Ă€ußerste Skepsis hindurchgehen. FĂŒr die hellen und reinen Seelen der Atheisten aber bleibt es bei dem fast kindlichen Glaube an den „Weg des Guten“, die „Gerechtigkeit“, die „Menschlichkeit“, beim „das darf man nicht“ und dem „...

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort
  3. EinfĂŒhrung
  4. Glaube, Gott und Mensch
  5. Die Bergpredigt: Game Change fĂŒr die Rechtschaffenheit
  6. Der Wandel in der Motivation zur Rechtschaffenheit
  7. Auf der Suche nach dem Kriterium der Heiligkeit
  8. Die andere Seite des Heiligenscheins
  9. Heiligkeit und das Denksystem
  10. Die Liebe und die Funktionen
  11. Buße, Verbesserung, Annahme
  12. Orthodoxes Gebet unserer Zeit
  13. Schema des geistlichen Wegs in der heutigen Zeit
  14. Weggabeln geistlicher Werte
  15. Nachwort, auch ĂŒber Psychologie
  16. Über den Autor
  17. Impressum

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