Der WĂŒrfel ist gefallenErstaunliches, Faszinierendes, Skurriles und mitunter auch Mystisches rund um diesen besonderen SpielwĂŒrfel zeigt der Autor dem Leser in diesem Buch. Auf dessen sechs Seiten sind keine Augenzahlen, sondern die neutrale Zahl Null, die natĂŒrliche Zahl Eins, die irrationale Zahl Phi, die irrationalen Zahlen e und Pi sowie die imaginĂ€re Einheit i vermerkt. Allein anhand der sechs auf diesen ungewöhnlichen SpielwĂŒrfel vermerkten Zahlen wird also eine Vielzahl von numerischen Erscheinungsbildern angeboten.Der interessierte Leser muss bei diesen Abhandlungen nicht befĂŒrchten, einen schwerverdaulichen Zahlensalat kauen und schlucken zu mĂŒssen. Im Gegenteil: Er wird mitunter erstaunt sein, wie vielfĂ€ltig und faszinierend das Zusammenspiel dieser sechs Zahlen allein in alltĂ€glichen PhĂ€nomen und praktischen Anwendungen ist. Die paradigmatischen Betrachtungen umspannen ein weites Wissensfeld, das von mathematischen ĂŒber statistische, historische, literarische, musikalische, kunstgeschichtliche und sprachwissenschaftliche bis hin zu etymologischen Notizen reicht. Es steht dabei auĂerhalb jeglichen Zweifels, dass die vermerkten konzertanten Auftritte des Zahlensextetts wiederum nur einen Auszug aus einem schier unerschöpflichen Fundus darstellen.

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Alea iacta est
Faszinierende Geheimnisse eines ungewöhnlichen SpielwĂŒrfels
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Information
1 Betrachtungen eines gewöhnlichen SpielwĂŒrfels
1.1 Interessante geometrische Einblicke
Ein Bild ersetzt mitunter viele wohlgesetzte Worte: In Anlehnung an die Abbildung 1 stelle man sich einmal vor, ein âalter Germaneâ wĂŒrfe einen solchen eckigen Stein.

Abb. 1: WĂŒrfeln
Beachtenswert sind in diesem Kontext zwei Notizen: Zum einen lĂ€sst sich in der deutschen Sprache das Verbum âwĂŒrfelnâ als TĂ€tigkeitswort aus dem Verbum âwerfenâ herleiten, da der Konjunktiv II von âwerfenâ mit âwĂŒrfeâ zu vermerken ist. Zum anderen wird der geworfene und mit eingekerbten Augen gekennzeichnete eckige Stein umgangssprachlich mit dem Etikett eines SpielwĂŒrfels versehen und in der sogenannten Stereometrie der in der Abbildung 2 plakatierten Familie der fĂŒnf sogenannten regulĂ€ren Polyeder zugeordnet.

Abb. 2: Die fĂŒnf regulĂ€ren Polyeder
In der Stereometrie, die gemÀà ihrem griechischen Wortursprung die Lehre von der Messung und Berechnung von Körpern ist, kennzeichnet man die fĂŒnf regelmĂ€Ăigen VielflĂ€chner auch als platonische Polyeder, da sie zum einen von regelmĂ€Ăigen und deckungsgleichen vieleckigen FlĂ€chen begrenzt werden und zum anderen an jeder Ecke gleichviele Kanten zusammentreffen.1

Abb. 3: SpielwĂŒrfel
Aufgrund dessen, dass analog zur Abbildung 3 ein gewöhnlicher SpielwĂŒrfel durch sechs kongruente und quadratische FlĂ€chen getragen wird, kennzeichnet man ihn in Anlehnung an das Griechische hex fĂŒr âsechsâ und herda fĂŒr âFlĂ€cheâ als ein Hexaeder, das als ein SechsflĂ€chner zudem noch acht Ecken, in denen jeweils drei kongruente Quadrate zusammentreffen, und zwölf Kanten von jeweils gleicher LĂ€nge besitzt.
In diesem Zusammenhang erweist sich ein kurzer Blick auf die Briefmarke innerhalb der Abbildung 4 als interessant.

Abb. 4: Polyederformel
Es war im Jahr 1983, als die Post der DDR im Wert von 20 Pfennigen eine Briefmarke in Erinnerung an das 200 Jahre zurĂŒckliegende Todesjahr des bedeutenden Mathematikers Leonhard EULER (*1707, â 1783) herausgab. Neben der geometrischen Figur eines Ikosaeders als ein ZwanzigflĂ€chner ist auf der Briefmarke die leicht zu ĂŒbersehende Gleichung

vermerkt, die zu Ehren von EULER auch als Eulersche Polyederformel oder als Eulerscher Polyedersatz bezeichnet wird, gleichwohl vermutlich schon der legendĂ€re Mathematiker der griechischen Antike ARCHIMEDES von Syrakus (*ca. 287 v.Chr., â 212 v.Chr.) und mit Gewissheit der französische Mathematiker RenĂ© DESCARTES (*1596, â 1650) den sogenannten Polyedersatz gekannt haben.2 Demnach gilt fĂŒr platonische oder regulĂ€re Polyeder die folgende Regel: Anzahl der Ecken e minus Anzahl der Kanten k plus Anzahl der FlĂ€chen f ist gleich zwei.
GemÀà Abbildung 3 gilt fĂŒr ein regelmĂ€Ăiges Hexaeder in Gestalt eines gewöhnlichen sechsseitigen SpielwĂŒrfels

Die Polyederformel kann man sich auch anhand der restlichen vier regelmĂ€Ăigen VielflĂ€chner verdeutlichen. WĂ€hrend fĂŒr ein Tetraeder als einen VierflĂ€chner

gilt, gelangt man fĂŒr ein Oktaeder als einen AchtflĂ€chner wegen

fĂŒr ein Pentagondodekaeder in Gestalt eines ZwölfflĂ€chners wegen

und fĂŒr ein Ikosaeder im Erscheinungsbild eines ZwanzigflĂ€chners wegen

stets zu einem gleichen Resultat. In Erinnerung an die eigene Gymnasialzeit hĂ€tte der âMathepaukerâ die fĂŒnf auf der Polyederformel beruhenden Berechnungen noch mit der AbkĂŒrzung q.e.d. geschmĂŒckt, die gemÀà dem Lateinischen quod erat demonstrandum fĂŒr den finalen Kommentar âwas zu zeigen warâ steht.
1 Zu den fĂŒnf regemĂ€Ăigen Körpern oder VielflĂ€chnern, die vermutlich in WĂŒrdigung des griechischen Philosophen PLATON (* 427 v.Chr., â 348/347 v.Chr.) auch als platonische Polyeder bezeichnet werden, gehören das Tetraeder als ein VierflĂ€chner, das Hexaeder als ein SechsflĂ€chner, das Oktaeder als ein AchtflĂ€chner, das Pentagondodekaeder als ein ZwölfflĂ€chner sowie das Ikosaeder als ein ZwanzigflĂ€chner. Vgl. Kleine EnzyklopĂ€die Mathematik, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1977, 8.5 Polyeder, Seite 211 ff und Brockhaus EnzyklopĂ€die in 30 BĂ€nden, 21., völlig neu bearbeitete Auflage, Leipzig, Mannheim 2006, Band 21, Seite 558 ff
2 Vgl. Kleine EnzyklopÀdie Mathematik, VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1977, 8.5 Polyeder, Seite 212
1.2 Die Augenzahlen und ihre exakten Geheimisse
Einen weiteren und nicht minder interessanten Einblick in die exakten Geheimnisse eines gewöhnlichen SpielwĂŒrfels gewĂ€hrt das Ensemble der eingekerbten Augen, welche als âAugenmengenâ analog zur Abbildung 5 mit Hilfe der natĂŒrlichen Zahlen von eins bis sechs dargestellt und beschrieben werden können.

Abb. 5: Augen(an)zahlen
Beachtenswert ist dabei, dass die innerhalb der Abbildung 5 angebotene Zuordnung der ersten sechs natĂŒrlichen Zahlen auf die sechs kongruenten bzw. deckungsgleichen FlĂ€chen in Gestalt von sechs Quadraten nur eine von insgesamt 720 möglichen Anordnungen darstellt.
Im Blickwinkel der Kombinatorik, die gemÀà ihrem lateinischen Wortursprung die Lehre von der Zusammenstellung von Elementen ist, kann die Anzahl der möglichen Augenzahlanordnungen als eine Permutation von sechs Elementen ohne Wiederholung dargestellt werden, wobei im konkreten Fall

gilt.3 Die verkĂŒrzende Notation 6! (lies: 6 FakultĂ€t) in Gestalt des Produkts der natĂŒrlichen Zahlen von eins bis sechs geht auf den französischen Mathematiker Christian KRAMP (*1760, â 1826) zurĂŒck.
WĂŒrde man analog zur Abbildung 5 die plakatierte Augenzahlzusammenstellung in Gestalt ...
Table of contents
- Hinweise
- Vorwort
- Inhaltsverzeichnis
- 1. Betrachtungen eines gewöhnlichen SpielwĂŒrfels
- 2. Ein magisches Hexaeder
- 3. Konzertante Auftritte eines Zahlensextetts
- Epilog
- Index
- Impressum
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