Sofortratgeber Histaminintoleranz
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Sofortratgeber Histaminintoleranz

Verstehen, erkennen, behandeln - so wird es gemacht!

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Sofortratgeber Histaminintoleranz

Verstehen, erkennen, behandeln - so wird es gemacht!

About this book

Endlich beschwerdefrei werden!Die Histaminintoleranz ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern, bei der jahrelang Zweifel bestand, ob das Krankheitsbild ĂŒberhaupt existiert. Inzwischen wird die Histaminintoleranz als Erkrankung in nationalen und internationalen Behandlungsleitlinien anerkannt.Aufgrund der verschiedenen Ursachen und des variablen Beschwerdebildes vergehen dennoch oftmals viele Jahre, bis die korrekte Diagnose gestellt wird. Ursachen: Wie entsteht die Histaminintoleranz? Gibt es verschiedene Subtypen der Histaminintoleranz? Wie entstehen meine Beschwerden?Diagnostik: Welche Untersuchungen brauche ich? Welche Blutwerte und welche Stuhluntersuchungen sind sinnvoll? Wie kann die Histaminintoleranz bewiesen werden?Therapie: Wie wird die Histaminintoleranz behandelt? Was darf ich essen? Was kann ich sonst noch tun?Lösungsansatz: Verstehen, erkennen, behandeln. Mit einem Fahrplan durch das Buch, zahlreichen Checklisten und einer Liste der wichtigsten Schritte bei Histaminintoleranz hilft Ihnen dieser Ratgeber, Ihre Beschwerden wieder in den Griff zu bekommen.

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Information

Year
2022
Print ISBN
9783755734208
eBook ISBN
9783755746607

DIE THERAPIE

Sie haben nun viel ĂŒber die Histaminintoleranz erfahren. Deren Therapie unterteilt sich in Behandlung der auslösenden Grundkrankheit, sofern eine gefunden wurde,
Vermeidung auslösender Situationen und Reduktion der Histaminzufuhr von außen, in Kombination mit einem gesunden und stressreduzierenden Lebensstil.
Restbeschwerden werden mit ergÀnzenden PrÀparaten behandelt.
Die Histaminintoleranz hat bekannte und unbekannte Ursachen. Die AbklÀrung möglicher Ursachen wurde in den vorherigen Kapiteln besprochen. Neben auslösenden Erkrankungen ist vor allem die Zufuhr von histaminreichen und histaminfreisetzenden Lebensmitteln zu kontrollieren. Solche Lebensmittel sollten bei einer gesicherten Histaminintoleranz (HIT) gemieden oder zumindest sehr stark reduziert werden. Dieser ErnÀhrungsteil der Therapie wird bei der Histaminintoleranz als Basistherapie angesehen.
Da es sich bei der histaminarmen ErnÀhrung im Prinzip um eine Dauertherapie handelt, sollte die Diagnose Histaminintoleranz mit den Erscheinungsbildern (1) Besserung der Beschwerden auf DiÀt und (2) Wiederauftreten der Beschwerden im Belastungsversuch unbedingt abgesichert werden. Andernfalls lÀuft man Gefahr, die ErnÀhrung unnötigerweise einzuschrÀnken. Wem dieser Belastungsversuch allein nicht gelingt, dem wird zu einer begleitenden ErnÀhrungsberatung geraten.
Die detaillierte Behandlung möglicher Grundkrankheiten wird im Rahmen dieses Ratgebers nicht besprochen, da dies den Rahmen sprengen wĂŒrde. Wenden Sie sich hierzu an den Arzt, der mit Ihnen zusammen die Grundkrankheit diagnostiziert hat. Zur ErlĂ€uterung bleiben damit die vier wesentlichen TherapiesĂ€ulen: Vermeidung auslösender Faktoren, Reduktion der Histaminzufuhr von außen, Stressreduktion und ergĂ€nzende PrĂ€parate. Mit diesen TherapiesĂ€ulen wollen wir uns daher im Folgenden beschĂ€ftigen, denn vieles liegt dabei in Ihrer Hand.
BASISTHERAPIE
  • UrsĂ€chliche Erkrankungen erkennen und behandeln
  • Auslösende schĂ€digende Stoffe/Substanzen meiden (Alkohol, Kaffee, Nikotin, Medikamente)
  • Histaminreduzierte ErnĂ€hrung (vier bis acht Wochen streng), zeitgleich ErnĂ€hrungs-Symptom-Tagebuch fĂŒhren Stressreduktion
SPEZIELLE THERAPIE
  • Medikamente
  • NahrungsergĂ€nzungsmittel
  • Weitere Maßnahmen

ErnÀhrungsumstellung

Das schwierigste Thema in der Behandlung der Histaminintoleranz ist sicherlich die histaminarme ErnĂ€hrung, da es sich um eine dauerhafte Reduktion handelt und diese ErnĂ€hrungsumstellung die LebensqualitĂ€t beeintrĂ€chtigen kann. Das Erlernen der eigenen Histamintoleranzschwelle fĂ€llt vielen schwer, sodass bei Schwierigkeiten frĂŒhzeitig eine ErnĂ€hrungsberatung zurate gezogen werden sollte, bevor frustrane Eigenversuche einem den letzten Nerv rauben.
Merke: ErnÀhrungsberatungen werden von den meisten Krankenkassen angeboten. Ein Anruf bei Ihrer Krankenkasse hilft hier weiter.
Nahezu alle Nahrungsmittel enthalten Histamin, die Histaminvorstufe Histidin oder andere biogene Amine, die bei der HIT ungĂŒnstig sind. Das bedeutet aber nicht, dass nichts mehr gegessen werden darf, sondern es bedeutet zunĂ€chst, dass wir den Histamingehalt von Nahrungsmitteln kennen wollen, um histaminreiche (siehe Seite →) und histaminarme Lebensmittel (siehe Seite →) zu unterscheiden. Je nach Schweregrad der Histaminintoleranz ist es zusĂ€tzlich hilfreich, die besonders histaminreichen Lebensmittel zu kennen (siehe Seite → und →). Oft ist es schon ausreichend, nur diese sehr histaminreichen Lebensmittel zu meiden.
Es gilt also, diese eigenen Toleranzschwellen eigenverantwortlich oder zusammen mit einer ErnÀhrungsberatung zu erlernen.
Der Histamingehalt von Lebensmitteln ist sehr variabel und hat auch mit dem Reifegrad und dem Grad des Verderbens zu tun. Frische und eher unreife Lebensmittel enthalten dabei weitaus weniger Histamin als reife oder verderbende. Die tatsĂ€chliche Menge des tĂ€glich mit der Nahrung aufgenommenen Histamins ist daher nur schwer kalkulierbar und sehr stark schwankend. Als Maximalwerte fĂŒr die unbeschwerte tĂ€gliche Aufnahme werden bei Gesunden etwa 3 bis 4 g Histamin angegeben.
Sehr viel wichtiger als die aufgenommene Gesamtmenge ist der tatsĂ€chliche Histamingehalt der einzelnen Lebensmittel. Ein Histamingehalt von >100 mg/kg erscheint ungĂŒnstig, ein Histamingehalt >200 mg/kg als kritisch. Nach der EULebensmittelverordnung ist ein Histamingehalt von bis zu 100 mg/kg zulĂ€ssig, in EinzelfĂ€llen (Fisch) auch bis 200 mg/kg. FĂŒr Lebensmittel, die in Salzlaken fermentiert werden, sind Werte bis 400 mg/kg bekannt. Hier heißt es auf jeden Fall: Finger weg!
THERAPIE DER HISTAMININTOLERANZ
Die histaminarme ErnĂ€hrung stellt die Basistherapie der HIT dar. Hierbei sollen histaminreiche Lebensmittel, histaminfreisetzende Lebensmittel, Lebensmittel, die den Histaminabbau hemmen, sowie Medikamente aus der „ungĂŒnstig“-Liste gemieden werden.
GrundsÀtzliches zur histaminarmen ErnÀhrung
Einige sehr wichtige GrundsĂ€tze mĂŒssen Sie neben den eher pragmatischen Tabellen berĂŒcksichtigen. Bei der Beurteilung von Lebensmitteln gilt: Je unreifer, desto geringer der Histamingehalt, je frischer, desto niedriger der Histamingehalt, je kĂŒrzer gelagert, desto geringer der Histamingehalt, je weniger fermentiert, desto geringer der Histamingehalt. Bildlich gesprochen ist der Histamingehalt der Banane am Dienstag ein anderer Wert als der derselben Banane am Montag. Das erklĂ€rt, weshalb die histaminarme ErnĂ€hrung und das Achten auf frische, unverarbeitete Lebensmittel die Basistherapie der echten Histaminintoleranz ist.
  • Streng zu meiden sind Lebensmittel, die mit Hefen oder Bakterien fermentiert wurden. Zu diesen Lebensmitteln zĂ€hlen beispielsweise Sauerkraut, KĂ€se, Salami, Sojasoße, Weißbier, Sekt und Wein. Bei der Fermentierung entsteht viel Histamin. Daher ist der Histamingehalt in diesen Lebensmitteln besonders hoch.
  • Gemieden werden sollen auch Lebensmittel, die lange oder unsachgemĂ€ĂŸ gelagert wurden oder bei denen dies nicht bekannt ist. Im Zweifelsfall eher Finger weg. Gerade beim Verderben entsteht aus der AminosĂ€ure Histidin das Histamin, sodass vor allem proteinreiche Lebensmittel beim Lagern und Verderben zur Histaminanreicherung neigen.
  • Bei allen Lebensmitteln, vor allem bei Fleisch und Fisch, muss darauf geachtet werden, dass die KĂŒhlketten sicher gewahrt wurden und die Lebensmittel auch frisch verzehrt werden. Im Zweifelsfall eher Finger weg.
  • Vor allem bei Fisch mĂŒssen Sie auf den Histamingehalt achten; frisch oder noch besser tiefgekĂŒhlt ist Fisch histaminĂ€rmer.
  • Frische oder tiefgefrorene Lebensmittel generell bevorzugen. Konserviertes, GerĂ€uchertes, Getrocknetes, Eingemachtes generell meiden. Dieses Achten auf frische Lebensmittel wird unter dem Begriff „Fresh-Eating“ zusammengefasst.
  • Verderbliches nie ungekĂŒhlt liegen lassen, auch nicht fĂŒr wenige Minuten. Lebensmittel aus dem KĂŒhlschrank nicht auf Zimmertemperatur erwĂ€rmen, sondern direkt aus der KĂŒhlung verarbeiten. Gleiches gilt fĂŒr tiefgefrorene Lebensmittel.
  • Essensreste sofort tieffrieren und nicht erst stehen lassen.
  • Bei Milchprodukten Quark, ButterkĂ€se und FrischkĂ€se bevorzugen.
  • Lange gereifte KĂ€sesorten meiden. Der höchste Histamingehalt besteht in und unter der KĂ€serinde.
  • BrĂŒh- und Kochwurst bevorzugen. Rohwurst (Mettwurst, Salami, Zervelatwurst) und rohen Schinken meiden.
  • Pflanzliche Lebensmittel, vor allem, wenn sie frisch sind, sind zumeist histaminarm.
  • Histaminreiche Lebensmittel und Histaminliberatoren aus der Liste (siehe Seite →) meiden.
  • Alkohol stark reduzieren, am besten komplett meiden. Wenn ĂŒberhaupt, dann auf Pils und sĂ€urearmen Weißwein ausweichen.
  • Auch beim Metzger auf Frische achten. Im Zweifelsfall lieber auf TiefkĂŒhlprodukte ausweichen.
Tabelle 9: Histaminreiche Lebensmittel und Histaminliberatoren
Histaminreiche Lebensmittel
Histaminliberatoren
Fleisch/GeflĂŒgel
rohe Wurstsorten (Salami, Zervelatwurst, Mettwurst, Leberwurst), Innereien (Leber), Kasseler, GerÀuchertes, Gepök...

Table of contents

  1. Der Autor
  2. Über das Buch
  3. FAHRPLAN DURCH DEN RATGEBER
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. DER DARM, EIN BIOREAKTOR
  6. HISTAMININTOLERANZ - DIE GRUNDLAGEN
  7. HISTAMININTOLERANZ - DAS KRANKHEITSBILD
  8. URSACHEN DER HISTAMININTOLERANZ
  9. DIAGNOSTIK DER HISTAMININTOLERANZ
  10. DIE THERAPIE
  11. DIE WICHTIGSTEN SCHRITTE
  12. DAS BESTE ZUM SCHLUSS
  13. Weitere Informationen
  14. Impressum

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