AbgrundsÀtze der Narrenphilosophie
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AbgrundsÀtze der Narrenphilosophie

Hochbetagte mĂŒssen nicht umnachtet sein

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AbgrundsÀtze der Narrenphilosophie

Hochbetagte mĂŒssen nicht umnachtet sein

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Evolution. Seit Darwin haben sich die intergorillanischen Beziehungen zwischen den Menschen nicht verbessert.Betrachtungen zum letzten Lebensabschnitt, der uns vom Leben abschneidet: Sind Hochbetagte schon umnachtet?Gold, Silber oder Bronze in der Philosophie-Olympiade?I N H A L TDenken, vergoldet, versilbert oder nur Blech?Menschenaffe oder Affenmensch?Narrenphilosophie: Sprichwort von morgen?Sebastian Franck: "Paradoxa" (1534)Joseph Joubert: "Carnets"ThĂ©odore Jouffroy: "Das grĂŒne Heft"Jean Paul: "Vorschule der Ästhetik" (1804)Stimmen hören, die nicht stimmenEinsam und gemeinsam, altern und veralten

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Information

Year
2022
Print ISBN
9783756210459
Edition
1
eBook ISBN
9783756280841

Narrenphilosophie : Sprichwort von morgen?

WĂ€hrend des Essens scheißt man nicht auf Gastgeber
Aphorismen sind weniger wichtig fĂŒr Leibeswohl
und Seelenheil als fĂŒrs Kindeswohl Erwachsener:
Wahrscheinliches mit Kontingenz und Redundanz,
antiwissenschaftlich mit wissenschaftlichem
Anspruch und artistisch mit antifiktionalem Anspruch.
Selbstreferentielle Selbstprogrammierung
eigenwilliger SÀtze, die sich ihr eigenes Gesetz geben können,
vom begrifflichen Konzept zu bildlichem Concetto.
Vollkommene Kunstwerke kopierten nicht perfekt
die unvollkommene RealitÀt, sondern einst deren
vollkommene Ideen darin.
Kunstwerke sind Existenzialisten : Sie erfinden
ihr eigenes Wesen durch ihre bloße Existenz.
Erhaben oder banal ist ihre Selbstbeschreibung,
deren Beschreibung aber nur wahr oder falsch.
Die Halbwertszeit aller wissenschaftlichen
Wahrheiten wird immer kĂŒrzer. Sie ĂŒberholen sich selbst.
Theoretiker empfingen in Delphi OrakelsprĂŒche.
Jeshua ben Josef, lateinisch Jesus, war ein
hebrÀischer Armentheologe, der von Reichen liquidiert
wurde, als er sie aus dem Himmelreich hinauswarf.
Im Originalgenie springt nicht immer UrsprĂŒngliches
heraus, sondern auch sprunghaft Neues.
Ob Menschenverstand oder StÀndestaat,
StaatsrÀson ist kein Kunstverstand.
Das Ansehen des Adels beruhte auf sozialen
Manieren und Àsthetischem Manierismus.
Die reale Gefahr, die von Virtualisierung ausgeht,
ist die Irrealisierung der Welt.
Ist die Sache in der Sprache reprÀsentiert
wie Himmlisches im Weltlichen?
Aphoristische Concetti suchen Adressaten fĂŒr ihre
TÀuschtricks, die sie selbst eklatant ent-tÀuschen.
Keiner versteht mathematische Formeln, doch jeder
ihren technischen Nutzen. Jeder versteht
aphoristische Formen, doch keiner ihren menschlichen Wert.
Kurzfassende Aphoristiker sind Manieristen, die stets
lÀnger hinsehen als die Profiteure und Professoren.
Laut Egon Friedell ist französische Kultur
die „Pedanterie der Narrheit“, also aphoristisch.
Aphorismen : Verspielte Artefakte nehmen Fakten
ernster durch nichtfiktionale Fiktionen, weder
mathematisch noch physikalisch noch metaphysisch,
doch wahr-scheinlicher als wahr oder unwahr.
Man kritisiert etwas am wirksamsten, indem man
dessen Ideal zeichnet, als wÀre es darin realisiert.
100 Mia. Sterne in 100 Mia. Galaxien,
gut aufgehoben in 100 Mia. Hirnzellen?
Tu das Rechte, sieh das Wichtige richtig, sei im
Einklang mit dir und deiner SelbstwidersprĂŒchlichkeit!
Heidegger? Sein sucht Gott, und Kunst sucht Zeit.
Aphorismen erfinden witzige RÀtsel und rÀtselhaften
Witz, der Verwirrung erzeugt ohne Triumph des
Kapierens. Sie vermengen Kontraste, die sie getrennt
halten, und scheiden unvertrÀgliche Charaktere,
die sie verheiraten. Sie genießen ihren Triumph,
indem sie Leser infizieren und anstaunen.
Aphoristiker sind Witzbolde, die lachen, da Leser
nicht lachen, weil sie eher Witze als Witz verstehen.
Kultur kultivieren! Raufen verhÀlt sich zu kaufen
wie sterben zu erben und stehen zu gehen.
Jeder unkt heute, „Klimakatastrophe“
sei kein bloßer Unkenruf.
Nietzsches Machtwille hat nichts gegen Willensmacht
zur freiwilligen Unwillenlosigkeit.
Wollen sie höflich sein, bitten sie den lieben Gott um
die Gunst seiner Nichtexistenz, aber es gibt keine
Atheisten, hĂ€lt sich doch jeder fĂŒr ein höheres Wesen.
Mancher macht sich erst Sorgen,
wenn es seinen Freunden gut geht.
Einst waren es Mathematiker, die uns Logik lehrten:
Nun sind es Logiker, die uns Mathematik lehren.
Du stÀrkst den Kapitalismus durch deine SchwÀchen,
Asketen schwÀchen den Markt durch ihre StÀrken.
Die Arbeitslast ist immer zu groß, ob die Nachfrage
nach deinen Produkten nun zu groß oder zu klein ist,
Die Hoffnung auf die BĂŒchse der Pandora
stirbt zuletzt.
Der Aphoristiker ĂŒbt stabile Selbstsicherheit ein,
indem er die eigene Überlegenheit immer neu zu
meisternden BewÀhrungsproben aussetzt und dazu
die Überlegenheit genießt, andere ins Ausgleiten
zu bringen und sich schadenfroh daran weidet,
wie sie sich wieder fangen wollen. Streicht er mit
dem Erfahrungsgewinn noch die LachprÀmie ein?
Aphorismen wollen gern etwas lÀnger gefeilt sein,
sollen sie nicht nach Jauche oder Jasmin duften.
Wenn der Industrialismus auch ein wahres BedĂŒrfnis
befriedigen könnte, dann das nach gelehrter Muße.
AufklĂ€rung ĂŒber das finsterste Mittelalter der
AufklÀrung durch Naturwissenschaft tut noch not.
Sind seine Momente oft komisch genug,
um die Tragik des Lebens zu ertragen?
Waren die MaschinenstĂŒrmer illegale,
doch legitime Industrie-Vandalen?
Die modernen Vandalen sind Bauherren,
Architekten und Konstrukteure.
Bitte, bitte, sagt einer, der gar nichts zu bieten hat.
Danke, danke, sagt einer, der Angebote zurĂŒckweist.
Die leere Teekanne kann nichts
als abwarten und Tee trinken.
Manie ist kein gutes Antidepressivum,
sondern oft Komplize der Melancholie.
Eine Manie verhÀlt sich zur Depression
wie Manierismus zu Manier(en).
Artenvielfalt an sich hat so wenig Wert wie
Welteinheit und lenkt auch nur ab vom Schutz des Einzelnen.
Das BĂŒndnis von Katheder und Kathedrale war oft
fruchtbar, der Streit von Dom und Kondom furchtbar.
Das runde Individuum ist die einzige Ausnahme,
welche die Spielregeln nicht bestÀtigt.
Man verfehlt ein Thema am leichtesten,
wenn man stets bei diesem Thema bleibt.
„Hunde, wollt ihr ewig leben?“ Ja, aber nicht ewig
wie die Hunde vor die Hunde gehen im Sternbild
des Großen Hundes.
Ein Hundeleben ist das Gegenteil
des Schweinehundelebens.
Der Kyniker Diogenes im Fass lebte wie ein Hund,
doch Hunde sind keine Zyniker.
Leben zwei Ehepartner wie Hund und Katze,
ist der eine oft freiwillig Hundsfott
und der andere unfreiwillig Herrchin.
Du beherrschst mich, wenn dein freier Wille
mein Schicksal wird.
Das Schicksal seiner Romanfiguren ist der Autor.
Sind zwei Menschen innig verbunden, braucht es
keine obskure GedankenĂŒbertragung, sondern dann
weiß jeder, was der andere in bestimmten Situationen
vermutlich denkt. Telepathie ist nur Empathie,
die nur von Psychopathen geleugnet wird.
Das Gegenteil von regellosem Zufall ist kein
ebenso blindes Schicksal, sondern ein Naturgesetz
(Vorbestimmung durch Vorsehung) oder ein
persönlich planender freier Wille. alle Naturgesetze
aber sind freie Willensakte des AllmÀchtigen.
Von Brecht ist nicht das grobe Benehmen, sondern
das „grobe Denken“ zu lernen, das nicht den Wald
vor lauter BĂ€umen ĂŒbersehen will, ohne deshalb
alles versimpelnd zu verallgemeinern.
Der mĂŒhsamste Beruf ist der des Bettlers.
Im Gewöhnlichen das Gewöhnliche zu sehen, ist das
Gewöhnliche. Im Ungewohnten das Absonderliche
zu sehen, ist Gewohnheit. Im Ungewöhnlichen
das Ewige zu sehen, ist klassisch. Im Gewöhnlichen
das Ungewöhnlichste zu se...

Table of contents

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Widmung
  3. Denken, vergoldet, versilbert oder nur Blech?
  4. Du blöder Affe du!
  5. Narrenphilosophie : Sprichwort von morgen?
  6. Sebastian Franck : 15 „Paradoxa“ (1534)
  7. ThĂ©odore Jouffroy : “Das grĂŒne Heft“
  8. Jean Paul : „Vorschule der Ästhetik“ (1904)
  9. Stimmen hören, die nicht stimmen
  10. Einsam und gemeinsam, altern und veralten
  11. Philosophische Grundbibliothek
  12. Übersicht zum Gesamtwerk
  13. SekundÀrliteratur zum Aphorismus
  14. Impressum

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