Die zunehmende Verwendung der Vernakularsprachen innerhalb der gelehrten Kommunikation fĂŒhrt im 18. Jahrhundert zu einer neuen Ăbersetzungskultur. Diese reagiert nicht nur auf den wachsenden Bedarf an Ăbersetzungen zwischen einzelnen Volkssprachen, sondern trĂ€gt aktiv zur Herausbildung nationalsprachlicher WissensrĂ€ume bei.
Die Autor:innen des Sammelbandes beleuchten diesen vielschichtigen Prozess, indem sie ĂbersetzungsaktivitĂ€ten in unterschiedlichen Gattungen untersuchen: Dabei werden Reiseberichte, deutsche Montaigne-Ăbersetzungen und Traktate der ElektrizitĂ€tsdebatte ebenso thematisiert wie niederlĂ€ndische Ăbersetzungen des zeitgenössischen Lehrgedichts und Bestsellers L'Homme des Champs oder spanische Ăbersetzungen von Raynals kolonialkritischer Histoire des deux Indes. Das so entfaltete Panorama liefert prĂ€zise Einblicke in die Mechanismen des westeuropĂ€ischen Wissenstransfers im langen 18. Jahrhundert. Es eröffnet eine neue Perspektive auf die Rolle von Ăbersetzungen als treibende KrĂ€fte kultureller und wissenschaftlicher Innovationen.
