Die italienische Kunst verkörpert ein Schönheitsideal, das tief im historischen Bewusstsein des Westens verwurzelt ist. In den 1930er Jahren machte sich das faschistische Regime in Italien dieses Ideal zu eigen, um seine kulturellen und politischen Beziehungen zu anderen Regierungen zu stÀrken. Als Botschafter der faschistischen Kulturdiplomatie reisten ikonische Meisterwerke der italienischen Kunst in Ausstellungen nach London, Paris, Belgrad und in die Vereinigten Staaten.
Matilde Cartolari untersucht diese Ausstellungen als Schnittstellen zwischen Kunstgeschichtsschreibung und Kunstmarkt, Konservierung und Denkmalschutz, Nationalismus und Internationalismus. Ihre Analyse beleuchtet die Entwicklung der faschistischen Kulturpolitik Italiens vom kurzlebigen Triumphalismus der Ăthiopienkampagne bis zum unerfĂŒllten Traum der Weltausstellung E42.
