
- 576 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Roman Velasco und Grace Moore scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben: Er ist ein erfolgreicher Künstler, sie trägt Secondhand-Klamotten und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Nachdem Grace als Romans neue Assistentin eingestellt wird, prallen nicht nur äußerlich zwei Welten aufeinander. Doch Grace hat schon nach ihrer ersten Begegnung das Gefühl, dass es hier um etwas Größeres als nur um einen neuen Job geht. Denn Roman hütet ein dunkles Geheimnis ... Diese eindrucksvolle Geschichte erinnert daran, dass Gott selbst aus den zerbrochensten Menschen ein regelrechtes Meisterwerk formen kann.
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Information
Verlag
Gerth MedienJahr
2018eBook-ISBN:
9783961222711Auflage
1Kapitel 1
Roman Velasco kletterte die Feuerleiter hinauf und schwang die Beine über die Mauer auf das flache Dach. Geduckt rannte er weiter. Das an ein fünfstöckiges Apartmenthaus angrenzende Gebäude war die perfekte Stelle für ein Graffito. An der Eingangstür des gegenüberliegenden Bankgebäudes hatte er bereits ein Kunstwerk hinterlassen.
Er ließ seinen Rucksack zu Boden gleiten und nahm seine Utensilien heraus. Die Zeit drängte, denn Los Angeles schlief nie. Selbst um drei Uhr morgens wälzten sich die Autos über den Boulevard.
Dieses Kunstwerk würden alle bewundern können, die in Richtung Osten unterwegs waren. Sein Vorhaben war gefährlich, denn an dieser Stelle gab es keinen Sichtschutz, aber die schwarze Hose und das Kapuzenshirt waren eine gute Tarnung. Niemand, der nicht gezielt nach ihm suchte, würde ihn entdecken.
Zehn Minuten – länger würde Roman nicht brauchen, um eine Figurengruppe zu erschaffen, die an der Fassade tanzte. Die einzelnen Figuren waren dem Geschäftsmann mit Zylinder aus dem Monopoly-Spiel nachempfunden, der Letzte sprang, mit Geldtüten bepackt, in Richtung des Bankgebäudes, das sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befand.
Doch die Schablone verhakte sich und riss ein. Leise fluchend beeilte sich Roman, den Schaden mit Klebeband zu beheben. Aufgrund des windigen Wetters vergingen weitere kostbare Minuten, bis er sie schließlich an der Fassade befestigt hatte. Anschließend holte er eine Dose mit Sprühfarbe aus dem Rucksack und schüttelte sie kräftig, doch als er den Knopf drückte, passierte nichts. Fluchend holte er eine andere Dose heraus und begann mit seiner Arbeit.
Ein Fahrzeug näherte sich dem Gebäude. Roman blickte nach unten und erstarrte, als er einen Streifenwagen entdeckte. War es derselbe, den er schon vor einer Stunde gesehen hatte, als er auf dem Weg zur Bank gewesen war? Mit zielgerichteten Schritten war er die Straße entlanggelaufen, in der Hoffnung, die Polizisten würden davon ausgehen, dass er gerade von der Nachtschicht auf dem Nachhauseweg war. Der Wagen war langsamer geworden, die Insassen hatten ihn gemustert und waren dann weitergefahren. Sobald er außer Sichtweite gewesen war, hatte sich Roman eine Spraydose geschnappt und sich die Glastüren des Bankgebäudes vorgenommen.
Unten auf der Straße flammten rote Bremslichter auf. Der Streifenwagen blieb vor der Bank stehen und der weiße Strahl der Scheinwerfer fiel auf die Eingangstür.
Noch eine Minute. Roman sprühte zwei letzte Bögen und machte sich anschließend daran, die Schablone wieder zu entfernen. Da er viel Klebeband benutzt hatte, dauerte es länger als sonst. Nachdem die letzte Papierschicht entfernt war, fügte er noch drei kleine, ineinandergreifende Buchstaben hinzu, die an einen Vogel im Flug erinnerten.
Ein Polizeibeamter stieg aus dem Auto. In der Hand hielt er eine Taschenlampe. Roman duckte sich, rollte die Schablone auf und stopfte sie zusammen mit den Spraydosen in seinen Rucksack.
Der Lichtstrahl der Taschenlampe wanderte an der Fassade entlang und kam immer näher. Geduckt bewegte sich Roman über das Dach. Der Lichtstrahl wanderte weiter, nun allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Erleichtert warf sich Roman den Rucksack über die Schulter und richtete sich ein wenig auf. Plötzlich kehrte das Licht zurück und erfasste seine Silhouette. Mit abgewandtem Gesicht rannte er los.
Der Lichtstrahl verfolgte seine Flucht über das Dach. Stimmen und der Klang schneller Schritte drangen zu ihm hoch. Mit klopfendem Herzen sprang Roman auf das Dach des angrenzenden Gebäudes. Er kam hart auf, rollte sich herum, sprang blitzschnell auf und rannte weiter.
Bestimmt gab es bei der Polizei bereits eine Akte über die Arbeit von The Bird, und inzwischen war Roman kein Teenager mehr, der allenfalls ein paar Stunden Gemeinschaftsarbeit leisten musste, wenn er beim Sprayen erwischt wurde. Wenn sie ihn jetzt schnappten, drohte ihm eine Gefängnisstrafe. Und schlimmer noch als das: Sein Ruf als Künstler wäre ruiniert, denn auf der Straße konnte man sich als Graffiti-Künstler einen Namen machen, aber Graffiti ließ sich nur schlecht in einer Galerie ausstellen.
Einer der Polizeibeamten war inzwischen zum Streifenwagen zurückgekehrt. Reifen quietschten. Und eines war sicher: Diese Polizisten waren hartnäckig und würden nicht so schnell aufgeben.
Einige Häuser weiter entdeckte Roman ein geöffnetes Fenster, weshalb er beschloss, nach oben zu klettern, statt nach unten. Eine Autotür wurde zugeknallt und er hörte jemanden rufen. In dieser Nacht schien nicht viel los zu sein, wenn sich die beiden Bullen so viel Zeit nahmen, um einen Graffiti-Künstler zu verfolgen.
Roman kletterte auf das nächste Dach. Dabei fiel eine halb leere Farbdose aus seinem vollgestopften Rucksack und landete mit einem lauten Knall auf dem Pflaster. Der erschrockene Polizist zog seine Waffe und richtete sie auf Roman, der sich gerade in Richtung des geöffneten Fensters bewegte. „Polizei! Bleiben Sie, wo Sie sind!“
Roman umklammerte den Fenstersims, zog sich hoch und stieg in die Wohnung. Mit angehaltenem Atem lauschte er. Lautes Schnarchen drang aus dem Schlafzimmer. Er schlich weiter, doch er hatte kaum zwei Schritte gemacht, als er gegen ein Möbelstück stieß. Nur langsam gewöhnten sich seine Augen an das gedämpfte Licht, das von den Anzeigen der Küchengeräte ausging. Der Bewohner schien offenbar unter Sammelwut zu leiden. Das vollgestopfte Wohnzimmer könnte Romans Verderben werden. Er stellte seinen Rucksack hinter dem Sofa ab.
Ganz leise öffnete er die Wohnungstür, spähte hinaus und lauschte. Keine Bewegung, keine Stimmen. Der Mann im Schlafzimmer schnarchte immer noch. Schnell verließ Roman die Wohnung und zog die Tür leise hinter sich zu.
Die Notausgangstür klemmte. Sie mit Gewalt zu öffnen würde zu viel Lärm verursachen. Roman fand den Aufzug, und sein Herzschlag beschleunigte sich, während er auf ihn wartete. Pling. Die Tür glitt auf. Er trat ein und drückte den Knopf für die Tiefgarage.
Bleib ruhig. Er streifte sich die Kapuze vom Kopf, fuhr sich mit den Fingern durch die Haare und atmete langsam ein und aus. Die Aufzugtür öffnete sich. Die Tiefgarage war gut beleuchtet. Roman hielt die Tür fest, wartete ein paar Sekunden ab und schaute sich aufmerksam um, bevor er den Aufzug verließ. Die Luft war rein. Erleichtert machte er sich auf den Weg zum Ausgang.
Der Polizeiwagen stand noch immer am Straßenrand. Türen wurden geöffnet und die beiden Polizeibeamten stiegen aus.
Für einen kurzen Moment überlegte Roman, ob er vielleicht einen Grund dafür erfinden sollte, weshalb er um halb vier Uhr morgens zu einem Spaziergang auf der Straße unterwegs war, aber sein Bauchgefühl sagte ihm, dass ihn keine Geschichte der Welt davor bewahren würde, in Handschellen abgeführt zu werden.
Deshalb entschied er sich für die zweite Möglichkeit und rannte los, die Straße entlang in ein angrenzendes Wohngebiet. Die Polizeibeamten folgten ihm wie Jagdhunde, die die Fährte eines Fuchses aufgenommen hatten.
Roman bog in die nächste Straße ab, sprintete über eine gepflasterte Einfahrt und stieg über eine niedrige Gartenmauer. Er wähnte sich bereits in Sicherheit, als er bemerkte, dass er nicht allein war. Ein Schäferhund schnellte hoch und ging auf ihn los. Roman rannte durch den Garten und kletterte über den Zaun, während der Hund wütend bellte. Er landete hart auf der anderen Seite und stieß auf seiner weiteren Flucht mehrere Mülltonnen um. Großartig – jetzt waren auch noch alle anderen Hunde in der Nachbarschaft wach geworden!
Er bewegte sich schnell, hielt sich geduckt und im Dunkeln, während um ihn herum Lichter angingen und Stimmen laut wurden. Die besorgten Fragen der Anwohner würden die Polizisten aufhalten und ganz bestimmt würden sie nicht über Zäune springen und widerrechtlich anderer Leute Grundstücke betreten. Roman rannte noch ein paar Straßenzüge weiter, bevor er langsamer wurde, um wieder zu Atem zu kommen.
Das Hundegebell war inzwischen verstummt. Er hörte ein Auto und duckte sich hinter eine Ligusterhecke. Der Streifenwagen überquerte die Kreuzung und fuhr in schnellem Tempo in Richtung Santa Monica Boulevard davon. Vielleicht hatte er sie nun endlich abgeschüttelt. Doch er wollte sein Glück nicht noch einmal herausfordern, darum wartete Roman noch einige Minuten ab, bevor er sich wieder auf den Gehweg wagte.
Er brauchte eine Stunde, um zu seinem BMW zu kommen. Nachdem er sich ans Steuer gesetzt hatte, konnte er der Versuchung nicht widerstehen, in Richtung Osten zu fahren und sein Werk zu bewundern.
Die Eingangstür der Bank wäre wahrscheinlich bis mittags gereinigt, aber das Kunstwerk am gegenüberliegenden Gebäude würde länger erhalten bleiben. The Bird hatte im Laufe der vergangenen Jahre eine Art traurige Berühmtheit erworben, sodass einige Hausbesitzer seine Graffiti nicht antasteten. Roman hoffte nur, dass es auch bei diesem der Fall sein würde, denn heute war es besonders knapp gewesen. Er wäre beinahe geschnappt worden, und es täte ihm in der Seele weh, wenn sein Kunstwerk entfernt werden würde und in einigen Tagen in Vergessenheit geraten wäre.
Der Verkehr auf der Schnellstraße hatte zugenommen. Um gegen die Erschöpfung anzukämpfen, schaltete Roman die Klimaanlage ein. Der kalte Luftzug würde ihn auf seiner Fahrt nach Topanga Canyon wachhalten. Er fühlte sich ausgelaugt und auch ein wenig deprimiert. Eigentlich hätte er nach seinem erfolgreichen nächtlichen Ausflug in Hochstimmung sein müssen, doch er kam sich eher vor wie ein alter Mann, der dringend seinen Sessel brauchte.
Roman bremste und bog in die gekieste Einfahrt seines Hauses ab. Mit einem Knopfdruck öffnete er das Garagentor. Am Ende seiner Kraft, schaltete er den Motor ab und blieb noch ein paar Sekunden am Steuer sitzen, während sich das Tor hinter ihm lautlos schloss.
Als er aus dem Auto aussteigen wollte, erfasste ihn eine bleierne Schwere. Er blieb noch eine Minute sitzen und wartete darauf, dass das seltsame Gefühl abflaute. Doch auf dem Weg zur Hintertür überfiel es ihn erneut. Taumelnd stürzte er auf die Knie, stützte sich mit einer Hand auf dem Betonfußboden ab und hielt den Kopf gesenkt.
Nachdem die Übelkeit nachgelassen hatte, erhob sich Roman langsam. Er brauchte dringend Schlaf. Das war alles. Ei...
Inhaltsverzeichnis
- Kapitel 1
- Kapitel 2
- Kapitel 3
- Kapitel 4
- Kapitel 5
- Kapitel 6
- Kapitel 7
- Kapitel 8
- Kapitel 9
- Kapitel 10
- Kapitel 11
- Kapitel 12
- Kapitel 13
- Kapitel 14
- Kapitel 15
- Kapitel 16
- Kapitel 17
- Kapitel 18
- Kapitel 19
- Kapitel 20
- Kapitel 21
- Kapitel 22
- Kapitel 23
- Kapitel 24
- Kapitel 25
- Kapitel 26
- Kapitel 27
- Kapitel 28
- Kapitel 29
- Kapitel 30
- Kapitel 31
- Kapitel 32
- Kapitel 33
- Kapitel 34
- Kapitel 35
- Kapitel 36
- Kapitel 37
- Kapitel 38
- Kapitel 39
- Epilog
- Eine Anmerkung der Autorin