Don't make me think!
eBook - ePub

Don't make me think!

Web & Mobile Usability: Das intuitive Web

  1. 206 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Don't make me think!

Web & Mobile Usability: Das intuitive Web

Über dieses Buch

Wie User tatsächlich mit Websites umgehen Verblüffend einfache Website-Strategien Layout und Navigation benutzerfreundlich gestalten Usability ist eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Webseitenerstellung – und wird häufig nur allzu leichtfertig vernachlässigt. Lernen Sie mit dieser überarbeiteten Neuauflage des Klassikers, wie Websites wirklich benutzt werden – mit aktualisierten Beispielen und einem neuen Kapitel über Mobile Usability. Steve Krug verdankt seine Erkenntnisse einer eigentlich nahe liegenden Methode: Er beobachtet, wie User mit einer Website umgehen und welche Hindernisse sich ihnen bei der Informationssuche in den Weg stellen. Anhand aussagekräftiger Beispiele, vieler Grafiken und einer Prise Humor erhalten Sie eine ganz neue Perspektive auf Ihr Websitekonzept. Krugs Usability-Prinzipien dienen als Leitfaden für die eigene Arbeit. Mit einfachen Tests kann jeder seine Website ohne viel Aufwand so optimieren, dass sie den Usability-Kriterien entspricht und sich intuitiv anwenden lässt. Wenn Sie diesen Klassiker schon einmal gelesen haben, werden Sie wieder entdecken, was DON'T MAKE ME THINK! so unverzichtbar für Webdesigner und -entwickler auf der ganzen Welt gemacht hat. Wenn Sie es noch nicht gelesen haben, werden Sie sehen, warum so viele Leute es als Pflichtlektüre empfehlen. Aus dem Inhalt: Krugs erstes Gesetz der Usability Wie wir das Web wirklich nutzen Konventionen einsetzen Effektive visuelle Hierarchien erzeugen Die Webseite in klar definierte Bereiche teilen Keinen Zweifel darüber lassen, was anklickbar ist Inhalte für die bessere Lesbarkeit formatieren Das Design der Navigation Konventionen der Webnavigation Aussehen und Hierarchie der Startseite Usability-Tests effektiv gestalten Mobile Webseiten Barrierefreiheit

KAPITEL 1

Don’t make me think!

KRUGS ERSTES GESETZ DER USABILITY

Michael, warum stehen die Vorhänge offen?
– Kay CORLEONE in DER PATE, TEIL II
Die Leute fragen mich oft:
»Wenn ich sichergehen will, dass meine Website oder App einfach zu benutzen ist, was muss ich dann als Wichtigstes beachten?«
Die Antwort ist einfach. Sie lautet nicht »Alles Wichtige darf nicht mehr als zwei Klicks entfernt sein« oder »Sprich die Sprache der User« und auch nicht »Sei konsistent«.
Sie lautet …

»Don’t make me think!«

Seit Jahren erzähle ich den Leuten, dass dies mein Erstes Gesetz der Usability ist. Und je mehr Webseiten ich mir anschaue, desto überzeugter bin ich davon.
Es ist das vorrangige Prinzip — der ultimative Tiebreak, wenn man entscheiden muss, ob ein Design funktioniert oder nicht. Wenn Sie in Ihrem Kopf nur Platz für eine einzige Usability-Regel haben, dann sollte es diese sein.
Das bedeutet, dass eine Webseite — so weit, wie es nach menschlichem Ermessen möglich ist — klar sein sollte. Naheliegend. Selbsterklärend.
Ich sollte in der Lage sein, »es zu kapieren« — was die Seite darstellt und was man mit ihr machen kann —, ohne lange überlegen zu müssen.
Über wie viel Klarheit reden wir hier?
Nun, die Seite sollte klar genug sein, damit beispielsweise Ihre Nachbarin, die kein Interesse am Thema Ihrer Website hat und kaum etwas mit dem Zurück-Button anzufangen weiß, auf die Homepage Ihrer Website schauen kann und sagt: »Oh, das ist ja ein _____.« (Mit ein bisschen Glück wird sie sagen: »Oh, das ist ja ein _____. Gut.« Aber das ist ein anderes Thema.)
Betrachten Sie es so:
Wenn ich eine Seite ansehe, bei der ich nicht überlegen muss, stehen in allen Gedankenblasen über meinem Kopf Sachen wie »Ah ja, da ist das _____. Und das ist ein _____. Und da ist ja schon das, was ich wollte.«
Aber wenn ich eine Seite ansehe, die mich zum Überlegen zwingt, sind alle Gedankenblasen über meinem Kopf voller Fragezeichen.
Wenn Sie eine Site erstellen, ist es Ihre Aufgabe, die Fragezeichen loszuwerden.

Dinge, die Nachdenken erfordern

Alle möglichen Dinge auf einer Webseite können uns unnötig ins Stocken und Grübeln bringen. Betrachten wir zum Beispiel die Benennung von Dingen. Zu den üblichen Verdächtigen gehören niedliche oder clevere Namen, Namen, die aus dem Marketing stammen, firmenspezifische und fremdartige technische Bezeichnungen.
Nehmen wir zum Beispiel an, ein Freund erzählt mir, dass die Firma XYZ jemanden einstellen will, der genau meine Qualifikationen hat. Ich steuere geradewegs ihre Website an. Wenn ich die Seite überfliege, um etwas Anklickbares zu finden, macht es schon einen Unterschied, welchen Namen sie für den Abschnitt mit den Jobangeboten gewählt haben.
Beachten Sie, dass diese Dinge sich stets in einem Kontinuum irgendwo zwischen »für jeden einleuchtend« und »vollkommen schleierhaft« befinden, und stets können Kompromisslösungen mit hineinspielen.
»Jobs« könnte sich für Firma XYZ vielleicht zu leger anhören oder sie klammert sich wegen irgendeiner internen Firmenpolitik an »Job-o-Rama« oder sie hat es in ihren Firmenrundschreiben stets so genannt1. Mein Hauptanliegen ist, dass die Kompromisslösungen gewöhnlich immer mehr in Richtung »einleuchtend« gebracht werden sollten, als wir es zuerst für nötig halten.
Eine andere sinnlose Quelle von Fragezeichen über den Köpfen sind nicht offensichtlich anklickbare Links und Buttons. Als User sollte ich kein bisschen Nachdenken daran verschwenden müssen, ob ich etwas anklicken kann oder nicht.
Vielleicht denken Sie: »Das spielt doch keine große Rolle. Wenn Sie etwas anklicken oder antippen und nichts passiert: Wo ist das Problem?«
Die Sache ist die: Wenn wir das Web nutzen, trägt jedes Fragezeichen zu unserer kognitiven Belastung bei und lenkt unsere Aufmerksamkeit von der momentanen Aufgabe ab. Die Ablenkungen mögen nur gering sein, aber sie addieren sich, und ein Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen.
Und als Grundregel: Die Leute mögen es nicht, darüber nachzugrübeln, wie man etwas macht. Die Tatsache, dass die Ersteller der Website sich keine große Mühe gaben, die Dinge offensichtlich — und einfach — zu gestalten, kann unser Vertrauen in die Website und ihre Herausgeber untergraben.
Eine weitere typische Aufgabe: einen Flug buchen.
Zugegeben, das meiste von diesem »mentalen Gebrabbel« findet im Bruchteil einer Sekunde statt, aber Sie erkennen, dass es ein recht geräuschvoller Prozess ist. Und am Ende gibt es auch noch einen rätselhaften Fehler.
Eine andere Website übernimmt einfach, was ich tippe, und bietet mir dazu eine passende Auswahl an, sodass ich kaum etwas falsch machen kann.
Keine Fragezeichen. Kein mentales Gebrabbel. Und keine Fehler.
Ich könnte Dutzende anderer Dinge aufzählen, die bei keinem Website-Besucher Zeit zum Nachdenken erfordern sollten, wie z.B
■ Wo bin ich?
■ Wo soll ich anfangen?
■ Wo finde ich _____?
■ Was sind die wichtigsten Dinge auf dieser Seite?
■ Wieso haben sie das so genannt?
■ Ist das Werbung oder Teil der Website?
Aber das Letzte, was Sie brauchen, ist noch eine weitere Checkliste für Ihren Stapel »Webdesign-Checklisten«. Das Wichtigste, was Sie tun können, ist einfach die Verinnerlichung des Grundprinzips: Eliminieren Sie die Fragezeichen. Wenn Sie das tun, werden Sie alle die Dinge bemerken, über die Sie nachdenken müssen, wenn Sie das Web nutzen. Nach und nach werden Sie diese erkennen und in den Seiten vermeiden, die Sie selbst erstellen.

Sie können nicht alles offensichtlich machen

Ihr Ziel sollte sein, dass jede Seite offensichtlich ist, damit der Otto Normaluser2 schon beim Ansehen weiß, worum es geht und wie man sie nutzt. Mit anderen Worten, er »kapiert« es, ohne darüber nachzudenken.
Manchmal müssen Sie sich mit selbsterklärend zufriedengeben, insbesondere dann, wenn Sie etwas Originelles oder völlig Neuartiges oder etwas sehr Kompliziertes schaffen. Auf einer selbsterklärenden Seite muss man ein kleines bisschen nachdenken, bis man sie kapiert — aber nur ein bisschen. Das Aussehen der Elemente (wie Größe, Farbe und Layout), ihre wohl überlegten Bezeichnungen und die kleinen Mengen sorgfältig formulierter Texte sollten zusammenarbeiten, um ein beinahe sofortiges Erkennen zu ermöglichen.
Das ist die Regel: Wenn Sie keine klare Seite erstellen können, sollten Sie sie zumindest selbsterklärend gestalten.

Warum ist das so wichtig?

Komischerweise nicht aus den Gründen, die Sie so oft hören:
Es stimmt, es gibt eine Menge Konkurrenz da draußen. Besonders im Bereich der mobilen Apps, wo viele ähnlich attraktive Alternativen verfügbar sind und man nur für wenige Cent oder gar kostenlos auf ein anderes Produkt umsatteln kann.
Aber es stimmt nicht, dass User generell wankelmütig sind:
■ Sie haben vielleicht keine andere Wahl, wenn die Nutzung der betreffenden Website oder App alternativlos ist (beispielsweise das Firmen-Intranet oder die Mobil-App ihrer Bank oder die einzige Website, die den Parkettboden verkauft, den sie suchen).
■ Sie wären überrascht, wie beharrlich sich einige Leute mit Websites abkämpfen, die sie frustrieren. Dabei geben sie sich eher selbst als der Website...

Inhaltsverzeichnis

  1. Umschlag
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Widmung
  5. Inhalt
  6. VORWORT: Über diese Ausgabe
  7. EINFÜHRUNG: Read me first • Räuspern und Rechtshinweise
  8. GRUNDLEGENDE PRINZIPIEN
  9. KAPITEL 2: Wie wir das Web wirklich nutzen • Überfliegen, die erstbeste Wahl treffen und durchwursteln
  10. KAPITEL 3: Plakatdesign für die A1 • Design zum Überfliegen, nicht lesen
  11. KAPITEL 4: Tier, Pflanze oder Mineral? • Warum User eine gedankenlose Auswahl schätzen
  12. KAPITEL 5: Lassen Sie nutzlose Wörter weg • Die Kunst des Nicht-Schreibens für das Web
  13. WAS SIE UNBEDINGT BEACHTEN SOLLTEN
  14. KAPITEL 7: Die Urknall-Theorie des Webdesigns • Warum ein guter Start so wichtig ist
  15. SICHERGEHEN, DASS SIE SIE VERSTANDEN HABEN
  16. KAPITEL 9: Usability-Tests für nur 10 Cent täglich • Lieber einfache Tests und dafür viele
  17. ALLGEMEINE BEDENKEN UND ÄUSSERE EINFLÜSSE
  18. KAPITEL 11: Usability — Eine Frage der Höflichkeit • Mensch bleiben — auch auf der Website
  19. KAPITEL 12: Barrierefreiheit und Sie • Gerade, als Sie denken, Sie seien fertig, schwebt eine Katze vorbei, auf deren Rücken ein Toast mit Butter gebunden ist
  20. KAPITEL 13: Führer der Verwirrten • Usability zu Hause umsetzen
  21. Danksagungen
  22. Index
  23. Werbung
  24. Anmerkungen

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Information

Jahr
2018
ISBN drucken
9783826697050
eBook-ISBN:
9783958457669

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