Kapitel 1:
Filtersystem – schrauben oder stecken?
Schraubfilter werden, wie der Name schon sagt, vor das Objektiv geschraubt. Die Filtergläser sind meist in einem schwarzen Messingring befestigt, der mittels Gewinde in das Objektiv eingedreht wird. Das bedeutet wiederum, dass der Filter »nur« für diesen Objektivdurchmesser (angegeben in mm) passt und man für Objektive mit unterschiedlichen Durchmessern den jeweiligen Schraubfilter benötigt. Das schmälert zum einen den Geldbeutel und zum anderen bläht es die Fototasche auf. Hier kann man Abhilfe schaffen, indem man für das Objektiv mit dem größten Durchmesser Filter kauft, diese mittels Adapterringen (Reduzierstücke)
auf kleinere Durchmesser anpasst. Durch die Adapterringe, die nur wenige Euro kosten, ist es möglich, einen Filter für viele Objektive verwenden zu können. Man kann auch mehrere Filter miteinander kombinieren, indem man sie ineinanderschraubt. Durch dieses Kombinieren kann es schnell zu unschönen Vignettierungen, Randabschattungen im Bild, kommen. Vor allem wenn man ein Extremweitwinkel und einen Schraubfilter benutzt, der die exakte Filtergröße (Objektiv und Filter mit gleichem Durchmesser) hat. Aus diesem Grund werden die Schraubfilter auch in einer dünneren Variante, »Slim-Version« angeboten.
Bei Normalobjektiven kann das zu einer Verhinderung von Randabschattung beitragen, bei Extremweitwinkel nicht immer. Wenn ich bei meinem 16–36-mm-Weitwinkelzoom, das einen Objektivdurchmesser von 77 mm hat, einen 82-mm-»Slim«-Filter (mit Adapterring) montiere, sind bei 16 mm (größte Weitwinkeleinstellung) noch keine Randabschattungen, die durch den Filter produziert werden, erkennbar. Schon bei einem weiteren Filter und selbst in der »Dünnversion« habe ich sofort massive Abdunklungsprobleme in den Bildecken erkannt. Diese hören erst bei ca. 23 mm, also weiter eingezoomt, auf. Das finde ich natürlich nicht so toll, weil ich ja die extreme Weite mit Schraubfilter dann gar nicht nutzen und in Bildern zeigen kann.
Generell finde ich ND-Filter und Polfilter, die aufgeschraubt werden, praktikabel.
Hierbei benutze ich sehr gerne den von Manfrotto angebotenen »Xume«-Adapter. Der Adapter besteht aus zwei Teilen, ein Teil, das am Objektiv befestigt wird, und das andere am Filter. Der Vorteil hierbei ist, dass beide Teile stark magnetisch sind, und so kann man den Schraubfilter mit befestigtem Adapter ganz schnell und einfach lösen. Das ist eine Super-Sache. Denn das Auf-und Abschrauben kann bei Langzeitbelichtungen schon manchmal zur Geduldsprobe werden. Und so montiert wird das Ganze zum Kinderspiel. Das ist wirklich eine tolle Weiterentwicklung. Der einzige Wermutstropfen, der aufkommen kann, ist die schnellere Vignettierung, die durch den erweiterten »Vorbau« entsteht. Diesen habe ich aber nur bei meiner Nikon (Vollformat) und dem 24–70-mm-Objektiv festgestellt. Wenn ich meine Olympus OMD EM-1II und das (vergleichbare) 12–40-mm-Objektiv benutze, taucht die Randabschattung überhaupt nicht auf und so kann ich hier den Vorteil nutzen. Bei Verlaufsfiltern ist im geschraubten/montierten Zustand der Verlauf des Filters immer in der Mitte. Das funktioniert eigentlich nur bei Situationen gut, bei denen ein Verlauf zur Mitte hin benötigt wird. In anderen Fällen, wahrscheinlich den meisten, ist der gewünschte Effekt dann an der falschen Stelle. Ein nicht gut platzierter Verlaufsfilter kann sehr schnell unnatürlich wirken. Ist ja auch klar, man kann an dem Schraubfilter ja nur drehen, das heißt, der Verlauf dreht sich um den Mittelpunkt. Bei Landschaftsaufnahmen, bei denen sich der Horizont im unteren oder oberen Drittel befindet, wirkt sich der aufgeschraubte Verlaufsfilter ungünstig aus. So kann ich ihn ja nicht meinem Motiv exakt anpassen. Das ist alles andere als zufriedenstellend. Doch da kann man einen Trick anwenden. Ich schraube den Verlaufsfilter in dem oben beschriebenen Fall erst gar nicht auf das Objektiv, sondern halte ihn »nur« davor. So kann ich, wenn ich Glück habe und der Filter groß genug ist (oder der Objektivdurchmesser klein genug), den Filter durch Drehen UND Verschieben der Situation, hier dem Horizont, anpassen. So kann ich auch einen Verlaufsfilter als »Schraubversion« gewinnbringend für meine Bilder einsetzen.
Pro:
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Leicht
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Geringerer Anschaffungspreis
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Mittels Adapterring für viele Objektive geeignet
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Durch die Verschraubung kann kein Streulicht einfallen.
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Glasvarianten können vergütet sein.
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Schnelles und einfaches Wechseln durch den Manfrotto-XUME-Magnethalter
Kontra:
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Kann schnell zu Vignettierungen führen
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Bei Slimversionen kann der Filter beim Montieren im Gewinde verkanten.
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Für Verlaufsfilter nicht ideal (Verlaufsmitte passt nicht immer zum Motiv)