1 Einleitung
Wir leben heute in einem digitalen Zeitalter. Wir holen uns die ganze Welt auf unsere Smartphones, Computer und Tablets, egal wo wir uns befinden – ob zu Hause, unterwegs oder an unserem Arbeitsplatz. Es gibt unzählige Apps, die uns helfen sollen, unser Leben zu organisieren; Apps, um unsere Termine einzutragen; Apps, um unser Gewicht zu kontrollieren; Apps, die unser Budget verwalten; Apps für Rezepte, die wir ausprobieren möchten; Apps, die uns unterstützen, unsere Meetings vorzubereiten. Unser Smartphone gibt den Geist auf? Nichts ist gesichert? Eine Vollkatastrophe.
Wenn es schnell gehen muss, wir vielleicht nicht die geeignete App haben oder in einer Konferenz nicht auf unserem Laptop oder Smartphone tippen möchten, greifen wir wieder zu Stift und Papier. Wir notieren alles kreuz und quer – auf Servietten, Post-its oder irgendeinem Blatt Papier, das uns gerade zur Verfügung steht. Verlieren wir diese Notizen, vergessen wir unsere Aufgaben und Termine oder sind wieder mal auf der Suche nach eben DIESER EINEN Notiz.
Die Digitalisierung eröffnet uns einerseits die Welt und hilft uns, Grenzen zu überwinden, andererseits laufen wir Gefahr, uns in dieser Welt zu verlieren. Wir sind permanent beschäftigt, aber irgendwie auch wenig produktiv. Wir rennen durch die Gegend, und alles droht uns über den Kopf zu wachsen. Unsere To-do-Listen sind digital und analog verstreut, vielleicht auch nur im Kopf und in den Gedanken verankert. Und so geht uns immer wieder mal so einiges flöten.
Wie soll man heutzutage in der Lage sein, diese Flut an Informationen und Aufgaben zu bündeln? Wie kann man es schaffen, sich besser zu strukturieren und zu organisieren?
Das Führen eines Bullet Journals ist seit 2015 das Trendthema schlechthin. In den sozialen Medien findet man unzählige Inspirationen, Netzwerkgruppen widmen sich mit großer Leidenschaft diesem Thema, und es ist eine große Onlinecommunity entstanden. Die User teilen ihre Ideen, tauschen sich über Notizbücher und Stifte aus, kommentieren ihre Werke und unterstützen sich in ihrer Lebensplanung.
Durch das Führen eines sogenannten »Bullet Journals« wirst du endlich in der Lage sein, dein »Beschäftigt-Sein« in ein sinnvolles »Produktiv-Sein« umzuwandeln. Schluss mit tausend Apps und verstreuten Notizzetteln. Ein Bullet Journal ist ein geniales System und hilft dir, endlich Ordnung zu schaffen.
Das Bullet Journal kann all das sein, was du brauchst. Du kannst deinen Alltag strukturieren, deine Termine planen, deinen eigenen Kalender führen, deine Aufgaben festhalten und es als Tagebuch benutzen. Es ist ein sehr flexibles System, und du kannst es genau an deine Wünsche und Bedürfnisse anpassen. Das ist das Schöne am Führen eines Bullet Journals: Du passt es dir genau so an, wie du es brauchst.
Die ursprüngliche Idee stammt von Ryder Carroll (www.bulletjournal.com), einem Produktdesigner aus New York. Er nennt es das analoge System im digitalen Zeitalter. Er hat für sich ein System gesucht, um folgende Hauptpunkte abzudecken.
- Track the Past
- Organize the Present
- Plan the Future
Wie kann ich Vergangenes verfolgen, das Heute organisieren und Zukünftiges planen? Genau dafür ist ein Bullet Journal optimal geeignet.
1.1 Wann ist ein Bullet Journal das Richtige für mich?
Folgende Fragen solltest du dir grundsätzlich stellen:
- Möchtest du besser organisiert sein?
- Möchtest du gern einen Kalender oder eine Art Tagebuch führen?
- Stört oder stresst dich das Benutzen unterschiedlicher Apps?
- Möchtest du endlich Schluss machen mit der ewigen Zettelwirtschaft?
- Hast du wieder Lust, Stift und Papier in die Hand zu nehmen, statt permanent Smartphone und Laptop zu benutzen?
- Möchtest du alles an einem Platz wiederfinden?
Wenn du auch nur eine Frage mit Ja beantwortest, sollte das Führen eines Bullet Journals das Richtige für dich sein.
Ein Bullet Journal ist im Grunde nichts anderes als ein Notizbuch, in dem du dein Leben organisierst und das du genau nach deinen Bedürfnissen anpasst. Dieses codierte Agenda-System bringt endlich Ordnung in alle deine Aufgaben, und hast du das Konzept erst einmal verstanden, kannst du das System für dich so abwandeln, wie du es für dich und deine Bedürfnisse brauchst.
1.2 Wie soll mein Bullet Journal aussehen?
Dein Bullet Journal kann genau so aussehen, wie du es möchtest. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Ryder Carroll bezeichnet es als ein »customizable and forgiving system« – das heißt, dein Bullet Journal ist »anpassbar« und »vergebend«. Es muss für dich funktionieren – für niemanden sonst. Du möchtest ein kreatives Bullet Journal führen? Dann tobe dich aus. Du wünschst es dir minimalistisch? Kein Problem – denn es ist deins – und nur deins.
1.3 Über dieses Buch
In diesem Buch erfährst du alles, was du wissen musst, um dein eigenes Bullet Journal so zu führen, dass es genau zu dir passt. Ich zeige dir, wie du dir deine Grundstruktur anlegen kannst, und verschiedene Ansätze, Inspirationen und Vorlagen werden dir helfen, dein eigenes und persönliches Organisationssystem zu entwickeln. Picke dir genau das heraus, was du persönlich brauchst, was dir gefällt und was du für sinnvoll erachtest. Wahrscheinlich wirst du Dinge ausprobieren, die sich später für dich nicht als sinnvoll erweisen. Und vermutlich wirst du durch die Inspiration auch deine eigenen Ideen entwickeln.
1.4 Aufbau des Buches
Nachdem du in diesem Kapitel erfahren hast, was ein Bullet Journal überhaupt ist, wo es herkommt und wofür es gedacht ist, geht es in Kapitel 2 um das Material: Was brauchst du, um ein Bullet Journal zu starten? Welche Notizbücher eignen sich, was musst du beim Papier beachten, welche Stifte kannst du verwenden und welche kleinen Helferlein gibt es noch?
Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Organisationssystem. Was ist Rapid Logging und wofür sind Key Codes gut? Du wirst hier lernen, wie du deine ersten Einträge startest.
In Kapitel 4 geht es richtig los. Hier erfährst du, wie du dein Bullet Journal aufbaust und welche Elemente dein Bullet Journal enthalten sollte: Index, Future Log, Wochen-, Monats- und Tagesübersichten.
Wenn du ein kreatives Bullet Journal führen möchtest, dann erfährst du in Kapitel 5 alles über Sketchnotes und Schriften. Dort findest du u.a. eine Bibliothek mit Symbolen und Schriften, die du für dein Bullet Journal übernehmen kannst.
In Kapitel 6 findest du zahlreiche Anwendungsbeispiele: To-do-Listen, Habit Tracker und viele weitere Anwendungsbeispiele für verschiedene Tracker, Präsentationsplanung, Eventplanung wie Hochzeit, Geburtstag und Präsentationen, Reiseplanung sowie Haushalts- und Einkaufsplanung und vieles mehr.
Kapitel 7 beschäftigt sich mit dem Bullet Journal als Tagebuch und in Kapitel 8 findest du alles zum Thema Travel Journal.
In Kapitel 9 bekommst du eine Einführung, wie du mit Farben deinem Bullet Journal eine persönliche Note gibst und wie du dich kreativ austoben kannst.
Weitere Dekorationselemente und Anwendungsbeispiele findest du in Kapitel 10.
Das reicht alles nicht? Die schönsten Bullet-Journal-Ideen anderer Bullet JournalerInnen findest du schließlich in Kapitel 11.
Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Bullet Journal!