Das Geheimnis des guten Drehbuchs liegt nicht allein in der guten Idee, sondern im Analysieren von Problemen und dem professionellen Bearbeiten, im Neu- und Umschreiben. Das Buch vermittelt Methoden und Techniken des Drehbuchschreibens, bietet Lösungen bei häufig auftretenden Problemen an, wie das ungewollte Entfernen von der eigentlichen Story, es lehrt, subtilste Situationen in kurzen Sequenzen einzufangen und auf die Realisierbarkeit zu achten.

eBook - ePub
Das Geheimnis guter Drehbücher
Making a Good Script Great
- 280 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Das Geheimnis guter Drehbücher
Making a Good Script Great
Über dieses Buch
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Information
Thema
TheaterSTRUKTUR
1. IDEEN SAMMELN
Sie sind Drehbuchautor. Sie haben eine großartige Idee zu einem Spielfilm. Sie meinen, so gut wie E.T. So originell wie GHOSTBUSTERS, so anrührend wie DRIVING MISS DAISY (MISS DAISY’S CHAUFFEUR), voller Action wie DIE HARD (STIRB LANGSAM) und bis an die Grenzen des Genres gehend wie ERBARMUNGSLOS. Sie wissen, was zählt, ist nicht allein die Idee, sondern die Umsetzung. Sie wollen alles richtig machen. Wo fangen Sie an?
Oder Sie sind Produzent, Producer oder Redakteur bei einer Fernsehanstalt. Sie haben einen Artikel gelesen, der sie auf einige Ideen für eine Geschichte gebracht hat. Sie möchten Ihre Gedanken aufschreiben, bevor sie einen Drehbuchautor beauftragen. Sie möchten sich klar ausdrücken und eine funktionierende Storyline entwickeln. Wie machen Sie das?
Sie sind Regisseur. Sie haben noch nie ein Drehbuch geschrieben, aber seit ein oder zwei Jahren eine Geschichte im Kopf, die Sie nicht losläßt. Sie möchten diese Geschichte aufschreiben, entweder in einer Treatment- oder ersten Drehbuchfassung – dann finden Sie vielleicht einen Drehbuchautor, der mit Ihnen daran arbeitet. Wie fangen Sie an?
Selten erscheinen Ideen voll ausgereift. Die meisten Drehbücher entzünden sich an dem Funken einer Idee. Bruchstückhafte Bilder. Vielleicht fängt es an mit einer Situation, die Sie ergründen möchten. Vielleicht beginnt es mit einer Person, die Sie gekannt oder die Sie sich ausgedacht haben. Es können Teile einer Geschichte sein, die an Ihnen zerren in ihrem Verlangen, erzählt zu werden. So knapp wie ein Einzeiler – »etwas über Zirkus«. Oder so weitschweifig wie ein Epos – »Mein Großvater hat mir Geschichten erzählt über die Zeit der Russischen Revolution und wie er mitgekämpft hat.« Doch irgendwo zwischen dem ersten Einfall und den 120 Seiten eines Drehbuchs muß die Idee Gestalt annehmen. Die Geschichte muß geformt werden, angereichert mit Figuren, aufgebaut aus Bildern und Gefühlen, durchzogen von Ideen. Und wie diese Gestaltung bewältigt wird, entscheidet darüber, ob das Drehbuch ein bloßes Durcheinander, bloß durchschnittlich oder ein brillantes Kunstwerk ist.
Wie bei jeder anderen Kunst, so ist es auch mit dem Drehbuchschreiben: Am Anfang herrscht Chaos. Unausgegorene Ideen. Handlungsstränge können sich an jeder beliebigen Stelle festfahren. Die Figuren sind unfertig, eindimensional, zu berechenbar oder gleichen zu sehr einer Figur, die wir schon hundertmal gesehen haben. Noch wissen Sie nicht, was Sie haben, und Sie wissen nicht, was daraus werden wird.
Der Schreibvorgang ist ein Prozeß, der aus Chaos Ordnung macht. Wie schnell das geht, hängt davon ab, wie schnell Sie schreiben, wieviel Sie über den Vorgang und das Handwerk des Schreibens wissen, wie diszipliniert Sie sind, wie schwierig die Idee umzusetzen ist, wieviel Sie recherchieren müssen und wieviel Vertrauen Sie in Ihre eigene schöpferische Arbeit haben. Einige von Ihnen denken schnell, sind gut organisiert und sprudeln über von so vielen Ideen, daß Sie kaum mit dem Aufschreiben folgen können. Andere brauchen Zeit zum Grübeln, die Ideen reifen zu lassen, über die Ideen nachzudenken und über ihnen zu brüten. Es gibt keinen richtigen Weg, um schöpferisch zu arbeiten. Es gibt keinen Weg, der für jeden der richtige ist.
Wie bekommt man Ideen?
Woher kommen die Ideen? Unser Leben ist voll von faszinierenden Geschichten, fesselnden Personen, spannenden Ideen und Ereignissen. Es ist Teil Ihres Trainings als Autor, jeden Fingerzeig, jedes Stichwort aufzunehmen, kleine Leitfäden, die die Grundlage für ein gutes Drehbuch sein können. Viele Drehbuchautoren finden ihre Ideen in Zeitungsartikeln. Die Zeitung ist voll von Konflikten, Dramen, außergewöhnlichen Menschen und wichtigen Ereignissen. Auch in Ihrer eigenen Familie erleben Sie unzählige Situationen – gute oder schlechte –, die Sie auf Drehbuchtauglichkeit untersuchen können. Freundschaften, Ehen, Probleme am Arbeitsplatz – aus Ihrem eigenen Leben oder aus dem Leben anderer – können ausgewertet werden. Und Ihre Träume, Phantasien, Hoffnungen und Ziele – aber auch Ihre Enttäuschungen, Ihr Versagen und Ihr Verrat –, das alles kann Ihrer kreativen Arbeit von Nutzen sein.
Viele Situationen, mit Phantasie angereichert, können zu neuen Ideen führen. Sie können sich zum Beispiel fragen: »Was wäre passiert, wenn ich ihn/sie geheiratet hätte?« »Was, wenn ich den Job im Nahen Osten angenommen hätte?« »Mal angenommen, ich wäre in einem Internat aufgewachsen?«
Viele Autoren heben Aktenordner voll mit Ideen für mögliche Geschichten auf. Einige haben Hunderte von Einfällen in ihrem Computer gespeichert. Andere haben überall ihre Notizen verstreut. Und schließlich hat sich eine Geschichte in Ihrem Kopf festgesetzt.
Ideen ordnen
Es gibt viele Möglichkeiten anzufangen, viele Wege, Ordnung in Ihre Gedanken zu bringen. Manche Autoren denken eine Zeitlang über eine Idee nach, spielen mit ihr herum, bevor sie sie aufschreiben. Es ist aber wichtig, sie auf Papier zu bringen, um zu wissen, was Sie schon haben, und entscheiden zu können, wie es von nun an weitergehen soll. Das Aufschreiben ist auch deshalb so wichtig, weil Sie manche Ideen aus dem Kopf bekommen und so Platz für neue schaffen. Gute Ideen rufen neue Ideen hervor. Ideen verbinden sich mit Ideen und – Eureka! – die Geschichte beginnt, Form anzunehmen.
Ein Drehbuch teilt sich in fünf Hauptbestandteile: Geschichte, Figuren, Thema, Bilder und Dialog.
Jeder dieser Bestandteile nimmt zu unterschiedlichen Zeiten im Verlauf des Schreibprozesses Gestalt an. Einige Autoren können besonders gut lebendige Figuren erfinden und fangen damit an. Sie treiben die Geschichte voran, weil sie das Wollen und Tun ihrer Figur immer besser kennenlernen.
Andere Autoren fangen mit einer Geschichte an. Sie sind fasziniert von Handlungsabläufen. Sie lieben Aktion und Leute, die aufregende Sachen machen.
Und wieder andere Autoren gehen von einer Idee aus, etwas, was sie erforschen wollen. Vielleicht geht es um das, »was mir eines Sommers passiert ist und mich für immer verändert hat«, oder um Fragen nach Gerechtigkeit oder Identität, nach dem, was mit Menschen geschieht, die von Habgier oder Korruption zerfressen sind?
Aber wo immer Sie auch anfangen, an irgendeinem Punkt müssen alle diese Elemente im Drehbuch zusammenkommen. Und da sie alle in Beziehung zueinander stehen, können Sie keine Figur ausarbeiten, ohne daß Ihnen Ideen zu Ihrer Geschichte einfallen, und umgekehrt.
So suchen Sie nach einer Methode, um Ihre Ideen zusammenzubringen, ohne sie in ihrem Fluß zu stören und sie zu früh wie in Stein festzuschreiben. Sie brauchen ausreichend Gelegenheit, damit Ihre Ideen sich entwickeln, verändern und eine neue Gestalt annehmen können.
Um dies zu erreichen, beginnen manche Autoren damit, ihre Ideen auf Karteikarten zu schreiben.
Die Arbeit mit Karteikarten
Da einem Autor selten die Geschichte als Ganzes einfällt, muß er eine Methode finden, jedes Bruchstückchen einer Idee festzuhalten, die zusammengefügt das Drehbuch ausmachen. Viele Autoren erleichtern sich den Anfang, indem sie Karteikarten benutzen oder ihre Ideen in einem Ordner sammeln. Karteikarten sind farbig, chaotisch und beweglich – all das fördert den Beginn des kreativen Prozesses.
Viele Autoren, die Karteikarten benutzen, kaufen sich Karteikarten in vielen verschiedenen Farben. Sie ordnen ihre Gedanken, indem sie jede Farbe einem Element des Drehbuchs zuordnen. Vielleicht schreiben Sie an einem Krimi und benutzen alle weißen Karten für die Ideen, die mit der Ermittlung in dem Fall zu tun haben. Auf die rosaroten Karten schreiben Sie alles über die Liebesgeschichte zwischen dem Detektiv und der blinden Zeugin. Die gelben Karten können Anmerkungen über Figuren enthalten – Biographie, Beziehungen zwischen den Figuren, Beschreibungen und ungewöhnliche Gewohnheiten. Blaue Karten können Aufzeichnungen sein über Bilder – die riesige Stadt (wie in AUF DER FLUCHT) oder die dreckigen Straßen von New York (TAXI DRIVER). Die Notizen auf jeder Karte können sehr kurz sein (»Aufgeregt ruft sie die Polizei«) oder können ausführlicher die Stimmung der Szene oder irgendeiner Handlung beschreiben. Sie können spezielle Karten für die Recherche anlegen – was passiert in einem Mordfall? Wo könnte ein Detektiv Fingerabdrücke finden? Was sind Schmauchspuren, und wo findet man sie?
Da der schöpferische Prozeß sich vom Chaos hin zur Ordnung entwickeln möchte, werden Sie wie von selbst die Verbindungen der einzelnen Karten untereinander entdecken. Sie werden vielleicht herausfinden, daß Ihre Aufzeichnung der Liebesszene zu Ihrer Notiz über die ausweglose Leidenschaft Ihrer Figur paßt, und die scheint gut zu der Karte zu passen mit der Beschreibung eines kleinen, engen Apartments im Schlachthofviertel einer Stadt (EINE VERHÄNGNISVOLLE AFFÄRE).
Sie entscheiden, daß Ihre Liebesszene passend wäre nach der Szene, in der Ihre Protagonistin zu ihrem ersten Flug startet, also ordnen Sie Ihre Karteikarten neu, um diese Beziehung zu z...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Copyright
- Widmung
- Inhalt
- DANKSAGUNG
- VORWORT DER AUTORIN
- EINFÜHRUNG
- Teil Eins: STRUKTUR
- Teil Zwei IDEEN-ENTWICKLUNG
- Teil Drei FIGUREN-ENTWICKLUNG
- Teil Vier EINE FALLSTUDIE
- ANHANG
- Backcover
Häufig gestellte Fragen
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