Interventionstechniken
Für das Steuern von Gruppenprozessen gibt es in der Moderation einige zentrale Interventionstechniken, die unabhängig von konkreten Störungen Anwendung finden. Im einzelnen sind das:
□ Ziel-Review
Gemäß dem Motto: „Wer nicht weiß, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt!“ bietet das Ziel-Review die Möglichkeit den Arbeitsprozeß (mit) der Gruppe immer wieder zum eigentlichen Zielpfad zurückzuführen.
□ Fragetechnik
Mit der Fragetechnik kann der Moderator die einzelnen Arbeitsschritte gezielt einleiten. Darüber hinaus kann er durch gezieltes Nachfragen auftretende Unklarheiten beseitigen und hemmenden „Verbalsackgassen“ und „Killerphrasen“ effektiv begegnen.
□ Blitzlicht-Technik
Diese Technik der „Meta-Kommunikation“ dient dazu, Moderationssituationen besprechbar zu machen. Meta-Kommunikation meint dabei das „Kommunizieren übers Kommunizieren“, also das Sprechen über die aktuelle Gesprächs- oder Moderationssituation. Diese Technik hilft bei der Gestaltung von Einstiegssituationen und (Zwischen-)Bilanzen.
□ Feedback-Technik
Die Feedback-Technik ist eine wirkungsvolle Technik zur konstruktiven Bearbeitung von Störungen. Sie dient der Rückmeldung von Erlebnisinhalten an einen Gruppenteilnehmer oder die gesamte Gruppe.
□ Technik der visuellen Diskussion
Die visuelle Diskussion ist eine Möglichkeit, das Geschehen in der Gruppe zu straffen. Sie hilft, breite Einzelbeiträge und Diskussionen auf den Punkt zu bringen. Darüber hinaus ist sie eine gute Hilfe zur überblicksmäßigen Strukturierung eines Themas.
Auch der Einsatz teilnehmerspezifischer Interventionsmethoden ist möglich
Das Ziel-Review
Was?
Das Ziel-Review ist das formale Überprüfen, ob man sich noch auf dem (direkten) Weg zum Ziel befindet. Es dient dazu, Exkurse zu minimieren.
Wann?
Ein Ziel-Review ist immer dann sinnvoll und hilfreich, wenn der Moderator den Eindruck hat, die Gruppe (oder einzelne daraus) begeben sich auf „Nebenkriegsschauplätze“.
Wozu?
Das Abprüfen, ob man noch auf dem Weg zum Ziel ist, hilft fruchtlose Exkurse zu beenden und zum eigentlichen Thema zurüzukehren.
Wie?
Immer wenn der Moderator den Eindruck hat, daß sich ein Beitrag oder die gesamte Arbeit der Gruppe vom eigentlichen Thema wegbewegt, muß er hellwach werden und ein Ziel-Review in Erwägung ziehen. Er fragt dazu in die Gruppe: „Entschuldigung, darf ich grad mal klären, ob wir noch auf Zielkurs sind?“ „Wenn ich das richtig sehe, sind wir soeben dabei die Frage zu klären, …“ „Müssen wir dazu jetzt das Thema … vertiefen oder eher nicht?“
Er zwingt dadurch zum Innehalten und zur kritischen Überprüfung dessen, worüber momentan gesprochen wurde. Dies rüttelt die Teilnehmer auf und macht eine Kurskorrektur einfach(er).
Voraussetzung für diese Technik ist natürlich, daß vorab ein klares Ziel vereinbart wurde!
Die Fragetechnik
Was?
Die Fragetechnik ist in der Moderation ein zentrales Instrument, vielleicht sogar das zentrale Instrument zur Steuerung der Gruppenprozesse.
Wann?
Einerseits dienen Fragen dem Einstieg in jeden Arbeitsschritt, andererseits führt geschicktes Nachfragen das Gespräch weiter, wenn es Unklarheiten gibt oder wenn Konflikte entstehen und es an einer Stelle angelangt ist, an der es vermeintlich nicht mehr weitergeht.
Wozu?
Fragen und Nachfragen dienen dazu, das Gespräch zielgerichtet in Gang zu bringen und Gesprächsblockaden aufzulösen.
Wie?
Die Fragetechnik für die Moderation von Gruppengesprächen läßt sich in die zwei Hauptgruppen
□ Visuelle Fragen und
□ Verbale Fragen
untergliedern. Im folgenden sind diese Fragearten im Detail erläutert:
A) Fragen
□ Visuelle Fragen
Der Moderator sollte jeden Arbeitsschritt mit einer visualisierten Frage, der sogenannten „Prozeß-, Impuls- oder Einstiegsfrage“, beginnen.
Die Frage dient dazu, den jeweiligen Arbeitsschritt „einzuläuten“, die Konzentra...