1.Wie Sie ein guter Teamleiter werden
Schauen Sie sich um: Was zeichnet Menschen aus, die gute Teamleiter sind? Sicher haben Sie ein Bild davon. Wahrscheinlich haben Sie auch eine Vorstellung des legendären Steve Jobs abgespeichert. Wäre Steve Jobs ein guter Teamleiter gewesen? Was denken Sie? Nein, Steve Jobs wäre wohl kein optimaler Teamleiter gewesen! Er war zu wenig an Menschen interessiert. Er war kein Coach, sondern ein Unternehmer und Innovator. Jetzt schauen Sie sich einmal in Ihrem Unternehmen oder in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis um: Wer ist oder wäre ein guter Teamleiter? Wir wetten, diese Person ist ganz anders als Steve Jobs, nämlich so: Teamleiter sind Coachs und Menschenentwickler, also Führungspersönlichkeiten, die anderen zuhören und andere mitnehmen.
1.1Wo stehen Sie in den Big Five?
Teamleiter zu sein ist leichter, wenn Sie von vorneherein die richtigen Teamleiter-Eigenschaften mitbringen, also anderen zuhören oder andere mitnehmen können. Manchen ist das in die Wiege gelegt. Andere müssen es lernen. Dazu ist es zunächst einmal wichtig, zu wissen, wo man steht.
Die Big-Five-Eigenschaften
Die Big Five sind ein weltweit eingesetztes wissenschaftlich valides Instrument zur Persönlichkeitsbeschreibung. Mit ihnen können Sie Ihren Standort leicht ermitteln, auch ohne aufwendige Tests.
Offenheit für neue Erfahrungen |
+ | Sucht Veränderung, hat Ideen, ist aufgeschlossen für alles Neue und liebt Komplexität. |
– | Will bewahren, hat wenig Ideen, ist verhalten gegenüber Neuem und mag Routine. |
Gewissenhaftigkeit |
+ | Ist verlässlich, strukturiert, planvoll, genau und will etwas leisten. |
– | Interpretiert Verlässlichkeit frei, ist flexibel, spontan, oberflächlich und wenig ehrgeizig. |
Extraversion |
+ | Ist kontaktfreudig, herzlich, außengerichtet, hat ein hohes Tempo und ist dynamisch. |
– | Ist zurückhaltend, beobachtet erst, ist nach innen gerichtet, eher langsam und ruhig. |
Verträglichkeit |
+ | Ist ausgleichend, altruistisch, harmonieorientiert, anpassungsfähig und freundlich. |
– | Geht auf Konfrontation, ist egoistisch, streitet schon mal, ist eigenwillig und kann auch mal kalt sein. |
Stabilität |
+ | Ist sicher, sorgenfrei, experimentierfreudig, denkt wenig nach und ist selbstbewusst. |
– | Ist unsicher, macht sich Sorgen, ist vorsichtig, denkt viel nach und zweifelt leicht. |
Ihr Standort in den Big Five
Haben Sie sich wiedererkannt? Oder die Person, an die Sie beim Stichwort „guter Teamleiter“ gedacht haben? Und wo sehen Sie Steve Jobs?
Wenn Sie möchten, schreiben Sie Ihre eigenen Plus- und Minuspunkte in die nachfolgende Tabelle. Gehen Sie jeden der Unterpunkte, die den Eigenschaften der Big Five zugeordnet sind, durch und stellen Sie sich typische Situationen vor. Es mag Unterschiede bei den Unterpunkten in einer Rubrik geben. Sie können zum Beispiel bei der Big-Five-Eigenschaft Stabilität selbstbewusst sein, aber nicht sorgenfrei. Wenn Sie zweimal zustimmen und dreimal ablehnen oder umgekehrt, dann sollten Sie sich in der Mitte einordnen, was Sie durch „+/-“ kennzeichnen können. Wenn Sie vier- oder fünfmal zustimmen und ein- oder keinmal ablehnen oder umgekehrt, dann liegen Sie bei „+“ oder „-“.
Beim Blick auf Steve Jobs erkennen Sie den Hauptunterschied zum guten Teamleiter: Er liegt bei der Verträglichkeit. Gute Teamleiter haben hier eher ein „+“ oder ein „+/-“. Haben Sie hier ein „-“, dann überlegen Sie, wie Sie daran arbeiten können, die nötige Zuwendung und Freundlichkeit zu entwickeln. Ganz einfache Methode: viele offene Fragen stellen!
Der Führungsstil von Teamleitern
Falls Sie bereits ein Führungskräftetraining absolviert haben, erleben Sie vielleicht gerade ein Déjà-vu. Aus traditionellen Modellen kennen Sie:
die autoritäre Führungskraft (Extraversion „+/-“, Gewissenhaftigkeit „+“, Offenheit „+/-“), die Laissez-faire-Führungskraft (Extraversion „+/-“, Gewissenhaftigkeit –) und die partizipative oder kooperative Führungskraft (Extraversion „+“ oder „+/-“, Verträglichkeit „+“). Teamleiter sind eher kooperative oder partizipative Führungskräfte, schon von Amts wegen: Sie stehen zwischen dem Team und der mittleren und/oder oberen Führungsebene, sollen ausgleichen und vermitteln, und das oft ohne eine offizielle disziplinarische Funktion innezuhaben. Kommunikation ist schon deshalb ihre Hauptaufgabe.
In neueren Modellen kennt man einen sehr kommunikationsorientierten Stil auch als transformationale Führung. Dieser Stil funktioniert auch auf höheren Ebenen gut. Die Führungskraft ist dabei sowohl aufgabenals auch menschenbezogen und stellt sich zusätzl...