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Auswirkungen der DRG-Einführung in Deutschland
Standortbestimmung und Perspektiven
- 474 Seiten
- German
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Auswirkungen der DRG-Einführung in Deutschland
Standortbestimmung und Perspektiven
Über dieses Buch
Im Jahr 2003 wurde in Deutschland mit der Einführung des diagnoseorientierten Fallpauschalensystems (DRG) begonnen; nach dem Jahr 2009 ist die Konvergenzphase abgeschlossen. Der Sammelband zieht aus verschiedenen Blickwinkeln und mit Beiträgen namhafter Autoren eine umfassende Zwischenbilanz. Auswirkungen der DRG-Einführung insbesondere auf Versorgung, Krankenhausmanagement, Krankenkassen und Krankenhausplanung werden diskutiert. Neben einer kurzen Bilanz aus verbandspolitischer Sicht erfolgt eine Zusammenfassung des bislang vorhandenen Kenntnisstandes durch Praxis und Wissenschaft.
Mit Beiträgen u. a. von J. Debatin, R. Hoberg, H. Lohmann, W. Pföhler, H. Rebscher, H. Schmitz, M. Schrappe, J.-M. v. Stackelberg, C. Straub, A. Tecklenburg.
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Information
II. Empirie
Die Einführung des DRG-Entgeltsystems im Spiegel der Krankenhausstatistik
Jutta Spindler, Ute Bölt
1 Einleitung
Mit der verbindlichen Einführung des DRG-Entgeltsystems ist die wettbewerbliche Ausrichtung der Krankenhäuser nochmals verstärkt und die Krankenhauslandschaft erneut in Bewegung gebracht worden. Weitere Privatisierungen, Fusionen und Schließungen von Krankenhäusern, ein erheblicher Abbau von Bettenkapazitäten in den Einrichtungen und eine weitere Verkürzung der stationären Patientenverweildauer sind deutliche Indikatoren für die durchlaufenen Strukturveränderungen im Krankenhauswesen. Viele dieser Entwicklungen sind bereits seit längerem zu beobachten. Ob und inwieweit diese und andere Trends durch die Einführung des Fallpauschalensystems weiter gefördert wurden oder sich unabhängig von der neuen Vergütungssystematik ergeben haben, soll auf Basis längerfristiger Zeitreihen anhand zentraler Indikatoren der amtlichen Krankenhausstatistik für die Phase vor und nach Einführung des Entgeltsystems betrachtet werden. Gegenstand dabei sind sowohl das Leistungsangebot und die Struktur der stationären Versorgung als auch die Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen. Dies umfasst u. a. die Zahl und Träger der Einrichtungen, die Bettendichte und -auslastung sowie das Krankheitsspektrum der behandelten Patientinnen und Patienten. Der Fokus liegt dabei auf der Darstellung der ermittelten statistischen Ergebnisse im Zeitverlauf. Eindeutige Rückschlüsse auf die Ursachen der jeweiligen Entwicklungen und Trends können jedoch nicht daraus gezogen werden.
Zurückgegriffen wird hierbei auf die Grund- und Diagnosedaten der amtlichen Krankenhausstatistik.1 Diese werden seit Anfang der 1990er Jahre als jährliche Vollerhebung bei den Einrichtungsträgern durchgeführt. Darüber hinaus ergänzt die erstmalig für das Berichtsjahr 2005 veröffentlichte Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) die Grund- und Diagnosedaten um weitere Informationen u. a. zu Nebendiagnosen, Operationen und medizinischen Prozeduren.
2 Indikatoren zum stationären Versorgungsangebot und zur Inanspruchnahme von Krankenhausleistungen
2.1 Einrichtungen, Betten und Patientenbewegung
Im Jahr 2006 standen in insgesamt 2.104 Krankenhäusern Deutschlands 510.767 Betten für die stationäre Versorgung der Bevölkerung zur Verfügung. Dies entspricht einer Bettendichte von 620 Betten je 100.000 Einwohner und einer durchschnittlichen Bettenauslastung von 76,3 %.
Insgesamt ist die Zahl der Krankenhäuser seit Anfang der 1990er Jahre sukzessive gesunken. Im Vergleich zu 1991, dem Jahr der Einführung der bundeseinheitlichen Krankenhausstatistik, ging die Zahl der Einrichtungen um 12,7 % zurück. Gegenüber 2003 belief sich der Rückgang der Krankenhäuser auf 4,2 %. Schließungen, Fusionen ehemals eigenständiger Einrichtungen und andere Formen der Zusammenschlüsse von Häusern sind hierfür maßgeblich.
Tab. 1: Entwicklung zentraler Indikatoren der Krankenhäuser 1991–2006
| Jahr/Land | Krankenhäuser | Patientenbewegung 1) | ||||
| insgesamt | aufgestellte Betten insgesamt | Fallzahl | Bettenauslastung | |||
| Anzahl | je 100.000 Einwohner2) | Anzahl | je 100.000 Einwohner2) | in Prozent | ||
| 1991 | 2.411 | 665.565 | 832 | 14.576.613 | 18.224 | 84,1 |
| 1992 | 2.381 | 646.995 | 803 | 14.974.845 | 18.581 | 83,9 |
| 1993 | 2.354 | 628.658 | 774 | 15.191.174 | 18.713 | 83,1 |
| 1994 | 2.337 | 618.176 | 759 | 15.497.702 | 19.034 | 82,5 |
| 1995 | 2.325 | 609.123 | 746 | 15.931.168 | 19.509 | 82,1 |
| 1996 | 2.269 | 593.743 | 725 | 16.165.019 | 19.739 | 80,6 |
| 1997 | 2.258 | 580.425 | 707 | 16.429.031 | 20.023 | 81,1 |
| 1998 | 2.263 | 571.629 | 697 | 16.847.477 | 20.538 | 82,3 |
| 1999 | 2.252 | 565.268 | 689 | 17.092.707 | 20.823 | 82,2 |
| 2000 | 2.242 | 559.651 | 681 | 17.262.929 | 21.004 | 81,9 |
| 2001 | 2.240 | 552.680 | 671 | 17.325.083 | 21.041 | 81,1 |
| 2002 | 2.221 | 547.284 | 664 | 17.432.272 | 21.135 | 80,1 |
| 2003 | 2.197 | 541.901 | 657 | 17.295.910 | 20.960 | 77,6 |
| 2004 | 2.166 | 531.333 | 644 | 16.801.649 | 20.365 | 75,5 |
| 2005 | 2.139 | 523.824 | 635 | 16.539.398 | 20.056 | 74,9 |
| 2006 | 2.104 | 510.767 | 620 | 16.832.883 | 20.437 | 76,3 |
1) Fallzahl einschließlich Stundenfälle.
2) Berechnet mit der Durchschnittsbevölkerung.
© Statistisches Bundesamt (Destatis), Grunddaten der Krankenhäuser, 2008
2) Berechnet mit der Durchschnittsbevölkerung.
© Statistisches Bundesamt (Destatis), Grunddaten der Krankenhäuser, 2008
Analog zum Rückgang der Krankenhäuser nahm auch die Zahl der aufgestellten Betten von 665.565 im Jahr 1991 über 541.901 im Jahr 2003 und 510.767 im Jahr 2006 stetig ab. Im Vergleich zu 1991 entspricht dies einem Bettenabbau um 23,3 % und zu 2003 um 5,8 %. Aufgrund der sinkenden Bettenzahlen nahm auch die Bettendichte je 100.000 Einwohner ab.
Bezogen auf die Bevölkerung Deutschlands standen im Jahr 2006 durchschnittlich 620 Krankenhausbetten je 100.000 Einwohner zur Verfügung. Das sind 212 Betten (25,5 %) weniger als 15 Jahre zuvor und 37 Betten (5,6 %) weniger als 2003.

Abb. 1: Entwicklung zentraler Indikatoren der Krankenhäuser 1991–2006
Die Bettenauslastung als Kriterium für die Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage und damit als Indikator, wie effizient die Ressourcen der stationären Gesundheitsversorgung eingesetzt werden, lag im Jahr 2006 bei 76,3 %. Nach verschiedenen Krankenhausplänen der Länder gilt eine Auslas...
Inhaltsverzeichnis
- Deckblatt
- Titelseite
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- Zum Stand der deutschen DRG-Einführung: Erkenntnisse, Erfahrungen und Meinungen
- I. Zwischenbilanz in vier Punkten
- II. Empirie
- III. Medizin
- IV. Krankenhausmanagement
- V. Krankenkassen
- VI. Krankenhausplanung
- Autorenverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
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