Kreative Modelfotografie
eBook - ePub

Kreative Modelfotografie

Originelle Low-Budget-Lösungen für drinnen und draußen

  1. 320 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Kreative Modelfotografie

Originelle Low-Budget-Lösungen für drinnen und draußen

Über dieses Buch

Sie suchen Inspirationen und Ideen für die Modelfotografie? Dass abwechslungsreiche Modelfotografie – gleich ob für Einsteiger oder Berufsfotografen – keineswegs kostspielig sein muss, zeigt Ihnen Fotografin und Medienanthropologin Jamari Lior.Die Einspartricks und -tipps in diesem Buch beziehen sich auf die Bereiche Ausrüstung, Kostüm, Requisite, Location und Bearbeitung. Ein zusätzlicher Vorteil der beschriebenen Sparlösungen liegt in der Herausforderung Ihrer Kreativität und dem damit verbundenen Spaß an der Modelfotografie.Anhand der zahlreichen Fotos demonstriert die Autorin, dass beeindruckende Inszenierungen nicht unbedingt das Ergebnis teurer Ausstattung oder aufwändigen Equipments sein müssen. Separate Textboxen geben dem Leser kompakte Ratschläge für die praktische Arbeit an die Hand. Zahlreiche Blicke hinter die Kulissen runden das Buch ab.Aus dem Inhalt: - Das ideale Model und wie man es findet- Preiswerte Technik – Taschenlampen, Baustrahler, Blitzlicht etc.- Kostüme einkaufen, organisieren oder selbst designen- Make-up – kreative Visagistik und Bodypainting-Models mit Requisiten in Szene setzen- Outdoor oder Indoor – die passende Location fürs Shooting- Unkonventionelle Ideen für die Bildgestaltung- Fotografieren und Bearbeiten – aufeinander abgestimmt- Die eigenen Bilder bewerten und zu neuen Inspirationen gelangen

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05
Location: Schloss oder Keller?

Wo soll das Ganze stattfinden? Welche Optionen gibt es und worauf muss man jeweils achten?

(Home-)Studio

Die flexibelste Lösung der Location-Frage ist das eigene (Home)Studio: Vielleicht verfügen Sie über einen freien Raum, der dafür infrage kommt. Ich habe sehr viele verschiedene Homestudios gesehen, in Kellerräumen, auf Speichern, in Garagen, in Scheunen. Optimal wäre es, wenn das Homestudio mindestens 3 Meter breit ist. Die klassischen Hintergrundrollen, die Sie eventuell aufhängen wollen, um die Hintergrundfarbe zu variieren und besser montieren zu können, messen 2,72 Meter und Sie müssen dazu noch die Aufhängung einkalkulieren. Wünschenswert wäre auch an jeder Seite noch gut ein Meter Platz, um Blitze oder Lampen aufstellen zu können. Zudem ist eine hohe Deckenhöhe von Vorteil, denn vor allem bei stehenden Posen werden Sie sicher gerne von unten fotografieren, um dem Model lange Beine zu zaubern. Dies erschwert die Varianten »Studio im Keller« und »Studio auf dem Dachboden«. Falls Sie Tageslicht mögen, sollte der Raum über große Fenster verfügen.
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5-1: Für manche Bildideen braucht es nicht mehr als einen kleinen einfarbigen Hintergrund.
Bei all diesen Kriterien ist es vielleicht einfacher, ein mobiles Studio im heimischen Wohnzimmer aufzustellen – eine oft gesehene Alternative, die zwar die Privatsphäre etwas einschränkt, dafür aber vergleichsweise viel Komfort bietet.
Große Hintergründe: Die einfachsten Hintergrundsysteme bestehen aus zwei Stativen und einer Stange, die durch die Papierrolle gezogen wird. Alternativ können Sie auch einfach zwei Haken auf selber Höhe in die Wand bohren und ein Seil als Mittelstange verwenden. Wenn Sie einen exklusiven Studioraum besitzen, lässt sich auch ein System mit mehreren Rollen an der Decke oder Rückwand des Studios anbringen. Das ist vor allem von Vorteil, wenn Sie mit unterschiedlichen Hintergrundfarben arbeiten. Selbst wenn Sie Schwarz-Weiß-Fotograf sind, werden Sie vermutlich zwischen weißem, grauem und schwarzem Hintergrund wechseln. Durch Ziehen an einem mit der jeweiligen Rolle befestigten Band lassen sich die Hintergründe leicht abrollen. Falls Sie sich mit den Papierrollen nicht anfreunden können, weil deren Lagerung zu viel Platz in Anspruch nimmt oder Ihr Studio zu klein für die 2,72 Meter ist, können Sie auch Stoffhintergründe wählen und auf die gewünschte Breite schneiden. Stoffhintergründe wirken oft weniger clean als Papierhintergründe und erschweren aufgrund von Falten und zusätzlichem Schattenwurf manchmal die Montage. Dafür können Sie Stoffhintergründe waschen und manche strukturierte Stoffe ergeben sogleich ein besonderes Flair.
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5-2: Ein grauer Hintergrund ist eine gute Voraussetzung für eine Verwandlung: Stefan Wolfram erschafft diese Cyber Creature.
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5-3: Wieder nur ein einfarbiger Hintergrund – gerade engere Ausschnitte brauchen oft nicht mehr.
Welche Hintergrundfarbe sollten Sie wählen? Wenn es nur eine Rolle sein soll, ist Grau am flexibelsten, Mittelgrau ergibt angeblitzt annähernd Weiß. Steht das Model etwas entfernt und fällt kein Licht auf den Hintergrund, haben Sie schon fast Schwarz. Auch Farbigkeit ist möglich: Angeblitzt mit Farbfolien, können Sie den Hintergrund punktuell oder über größere Teile in die jeweilige Farbe verwandeln. Außerdem hat Grau noch den Vorteil, dass es für einige Montagetechniken, zum Beispiel Überlagern mit Ebenenmodus »Weiches Licht«, besonders gut funktioniert. Merken Sie, dass Sie eher zu helleren Bildern tendieren, ist Hellgrau die bessere Wahl. Hintergrundrollen erhalten Sie oft zum Sonderpreis oder portofrei (bei den großen Rollen kann das Porto schon recht kostspielig sein), wenn Sie mindestens drei Rollen bestellen. Falls Sie sich mit exotischeren Farben ausprobieren möchten: Rosa kann sehr interessant aussehen – je nach Weißabgleich wirkt es lila-bläulich, zart- bis kitschrosa oder leicht orange-retro. Beige funktioniert ebenfalls für viele Themen und ist auch eine gute Hintergrundfarbe, wenn Sie zum Beispiel natürliche Porträts erstellen möchten. Knallgelb hingegen ergibt oft Farbkanten am Körper des Models, die sich nur schwer entfernen lassen. Leuchtende Farben sind eher dann sinnvoll, wenn Sie über ein großes Studio verfügen, sodass Sie über den Abstand des Models zum Hintergrund Reflexionen auf das Model gering halten können. Nur dann haben Sie auch den Vorteil, in einer Art »Green Box«-Verfahren das Freistellen besonders leicht zu realisieren.
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5-4: Papierhintergründe gibt es in unterschiedlichen Farben. Sind Sie eher im Porträtbereich unterwegs, reicht oft auch eine glatte gestrichene Wand.
Größere (Miet-)Studios verfügen oft über echte Hohlkehlen, meist in Weiß, die deutlich länger als 2,72 Meter sind. Nicht selten befinden sie sich in großen Hallen, in die man auch Motorräder oder Autos hineinfahren kann.
Stoffhintergründe: Entscheiden Sie sich für einen Stoffhintergrund, würde ich vom Klassiker, schwarzem Molton, eher abraten. Er schluckt das Licht sehr stark und macht damit zwar die Lichtsetzung einfacher, bewirkt aber auch, dass sinnvolle Lichter, zum Beispiel Licht auf den Hintergrund in Höhe des Modelkopfs, schlecht gesetzt werden können und für die Montage brauchbare Schatten verschwinden. Gut einsetzbar sind hingegen braun melierte Stoffe. Wenn Montage nicht zur Debatte steht, können Sie sie bewusst mit einem Faltenwurf aufhängen und haben damit schon ein wenig Location-Charakter im Bild.
Es gibt auch bedruckte Hintergrundstoffe. Diese lohnen sich vor allem, wenn Sie professioneller fotografieren und so Ihrer Kundschaft rasch und ohne Montage einigermaßen replizierbare Motive versprechen können. Besonders eignen sich solche Stoffhintergründe, wenn es darum geht, flache Strukturen zu imitieren, etwa die von Holzdielen, welche Sie sowohl auf den Studioboden gelegt als auch an die Wand gezogen eingesetzt und somit als Bodenbelag und Wandtextur verwenden können. Je dreidimensionaler das Bild auf dem Stoff ist, desto unrealistischer wirkt es kombiniert mit einem Model und gegebenenfalls weiterer Requisite auf dem Foto. Je nach Bildidee muss das kein Nachteil sein. Allerdings haben Sie dann kaum Optionen für andere Perspektiven und Winkel.
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5-5: Ein bedruckter Stoff, ca. 1,5 × 2 Meter, bildet hier Boden und Hintergrund.
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5-6: Ein Stoffhintergrund wird zur Bildidee.
Wand als Hintergrund: Sie können natürlich auch mit einer Wand als Hintergrund Vorlieb nehmen. Dabei sollte die Wand nach Möglichkeit nicht mit erhabener Tapete wie zum Beispiel Raufaser beklebt sein – wenn Sie neu tapezieren, lassen Sie die mögliche Fotowand am besten ganz glatt. Dürfen Sie sich in Ihrer Wohnung oder Ihrem Studio farblich austoben, sind mehrere verschiedene Farben natürlich optimal. Sehr leuchtende Farben können auf Bildern fantastische Hintergründe ergeben, haben aber besonders bei kleinen Räumen den Nachteil von Reflexionen auf der Haut (s. o.). Weniger Intensivfarbiges ist da besser geeignet.
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5-7: Ein günstiger Hintergrund, passend zum Thema der Mode. Für beide gilt: »Nichts ist so alt wie der letzte Schrei von gestern.«
Wer gerne montiert und dafür Überlagerungstechniken einsetzt, wird möglicherweise Grau oder Braun als Hintergrundfarbe bevorzugen. Aber eine Zimmerwand ganz in Grau oder Braun? Eine sehr günstige Alternative ist da Packpapier. Sie können mehrere Bahnen nebeneinanderkleben und haben damit einen montagefreundlichen bräunlichen Hintergrund, der sich auch zu Shootings on Location mitnehmen lässt, falls Sie vor Ort entscheiden, dass es auch ein paar neutralere Bilder braucht.
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5-8: Eine BassettiTagesdecke mit detailreichen Paisley-Mustern wurde als Hintergrund aufgehangen.
Ein Homestudio kann natürlich noch kreativer genutzt werden, zum Beispiel indem Sie darin ein Planschbecken aufbauen. Kleine aufblasbare Planschbecken gibt es schon für ca. 5 Euro, allerdings wird hierin nur der Kopf des Models Platz finden. Damit das Wasser dann nicht am Rand durch dessen Gewicht wieder ausläuft, müssen Sie neben dem Planschbecken den Rand erhöhen, zum Beispiel eine Liege aufstellen.
Größere Becken, ca. 3 × 2 Meter, kosten um die 40 Euro. Achten Sie darauf, welche Farbe der Planschbeckenboden hat. Die meisten Fotografen würden wohl Blau bevorzugen, aber auch Weiß ist nicht schlecht, denn Sie können das Wasser mit Brausetabletten, die in der Drogerie erhältlich sind, oder sogar mit Wasserfarbe einfärben. Ein gemusterter Boden hingegen könnte ein Problem darstellen – hier müssten Sie eventuell eine Teichplane in Ihrer Wunschfarbe oder Tücher unterlegen. Neben dem Planschbecken wird ein Wasserschlauch und eine Pumpe zum Absaugen des Wassers benötigt – letztere können Sie sich bei einem Shooting im Garten eventuell auch sparen. Vor allem bei Indoor-Shootings würde ich empfehlen, eine Folie unter dem Planschbecken auszulegen, das schont Parkett, Teppich oder Papierhintergrund.
Wenn Sie ausleuchten, sieht man gegebenenfalls die Spiegelung der Lichter/Blitze im Wasser. Im Fall von Striplight-Softboxen kann das recht reizvoll aussehen. Möchten Sie keine Reflexion der Lichter, sollten Sie gegebenenfalls indirekt aufhellen, also den Pingpongeffekt gegen...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Vorwort: Kreativität und Kosten
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Kapitel 01: Model: Wer soll aufs Bild?
  7. Kapitel 02: Technik: Taschenlampen, Baustrahler und Blitze
  8. Kapitel 03: Kostüm und Make-up: Must-Haves und schöne Kleinigkeiten
  9. Kapitel 04: Requisite: Schirmchen und Chaiselongue
  10. Kapitel 05: Location: Schloss oder Keller?
  11. Kapitel 06: Einfacher, spannender, vielfältiger
  12. Kapitel 07: Final Inspiration
  13. Credits
  14. Index

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Information

Verlag
dpunkt
Jahr
2016
Thema
Kunst
ISBN drucken
9783864903472
eBook-ISBN:
9783864919480

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