Das Foto
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Das Foto

Bildaufbau und Farbdesign

  1. 168 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Bildaufbau und Farbdesign

Über dieses Buch

Gibt es eine Gebrauchsanweisung für gute Bilder? Eine Frage, die sich nicht so einfach mit ja oder nein beantworten lässt, weil jedes Bild zwei Ebenen der Beurteilung hat, den Inhalt, also die Aussage der Fotografie auf der einen Seite und ihre Gestaltung auf der anderen Seite.

In diesem Buch von Harald Mante, einem der Klassiker der Fotoliteratur, das in der 4. Auflage erscheint und völlig neu illustriert wurde, geht es um die Bildgestaltung, die Komposition eines Bildes mit Form und Farbe. Auch dafür gibt es keine Gebrauchsanweisung, keine Patentrezepte, aber es gibt sehr wohl Prinzipien und Regeln, die sich durch die Epochen der Malerei und der Fotografie entwickelt haben.

Harald Mante vermittelt diese Grundlagen, das kreative Arbeiten mit "Punkt, Linie, Fläche und Farbe" und illustriert alles mit wunderbaren Fotografien. Seine Gestaltungs- und Farbenlehre geht zurück auf die Bauhaus-Schule, insbesondere auf Johannes Itten und Vincent Weber, bei dem Harald Mante Malerei studiert hat.

Viel wird in der Fotografie über "Looks" und über "fotografische Techniken" gesprochen, wobei häufig die grundlegenden Themen der Gestaltung und der Bildaussage vernachlässigt oder ignoriert werden. "Das Foto" von Harald Mante möchte diese Grundlagen der Fotografie wieder in Erinnerung rufen und mit seinem Buch den Fotografen die Prinzipien guter Bildgestaltung vermitteln. Und es soll anregen mehr und intensiver zu sehen - mehr als vorher, mehr als Andere. Denn fotografisches Gestalten bedeutet in erster Linie fotografisches Sehen.

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Die Farbkontraste

Reaktionen auf einige der besonders deutlichen Farbkontraste und Farbwirkungen, wie zum Beispiel den Hell-Dunkel-Kontrast, den Farbtonkontrast oder den Komplementär-Kontrast, sind quasi in unserem Erbgut verankert. Hier ist die Farbtheorie nur noch eine Bestätigung der eigenen Empfindungen. Darüber hinausgehende subtilere Bereiche der Wirkung von Farbe, wie zum Beispiel der Simultan-Kontrast oder der Quantitäts-Kontrast, müssen erst bewusst gemacht werden, um Bestandteil einer analytischen Bildbetrachtung zu werden. Für den Farbdruck und andere Verwendungen von Farben wurden zur exakten Bestimmung genaue Bezeichnungen zu jeder einzelnen Farbe, ihrem Farbton, der Farbdichte und dem Reinheitsgrad entwickelt. Bei Betrachtungsprozessen werden unsere Augen fast immer mit vielen Farb- und Hell-Dunkel-Reizen gleichzeitig gefordert. Dabei ist es nahezu unmöglich, eine einzelne Farbe gemäß ihrer Farbnormung zu klassifizieren.

Farbwirklichkeit und Farbwirkung

Die Farbwirklichkeit
Diese Schwierigkeit aus einem Hell-Dunkel- und Farbenensemble eine einzelne Farbe gemäß ihrer Stelle in der Farbnormierung genau zu erkennen und zu benennen, kann unter anderem mit den Phänomen der Farbwirklichkeit und der Farbwirkung begründet werden. Hierbei ist die Farbwirklichkeit eine messbare Konstante, während die Farbwirkung von den jeweiligen Umfeldfaktoren abhängt und erst beim aktiven Betrachtungsprozess wirksam wird. Der Begriff »Farbwirklichkeit« bezeichnet das physikalisch-chemisch definierbare und analysierbare Pigment der Farbe, den Farbstoff. Die Farbwirklichkeit, also das den Farbton bildende Pigment, bleibt im Moment der jeweiligen Betrachtung eines Bilds, einer Fotografie unverändert.
Die Farbwirkung
Wir sind es gewöhnt, dass Farbe fast immer erst in ihrer Beziehung zu den unbunten Farben Schwarz und Weiß oder zu einer zweiten oder mehreren Farben ihren Wert erhält. Im Gegensatz zur physikalisch-chemischen Wirklichkeit der Farbe ist unsere Farbwahrnehmung psycho-physischer Natur und wird als Farbwirkung bezeichnet. Schon mit der scheinbar unterschiedlichen optischen Größe einer schwarzen Figur auf einer weißen Fläche und der absolut in der Form identischen weißen Form auf einer schwarzen Fläche wird das Auge getäuscht. Die weiße Figur auf Schwarz erscheint größer als die Figur auf Weiß. Eine helle Fläche auf Dunkel dehnt sich optisch aus, eine dunkle Figur auf Hell wird von der Kraft des Hellen eingeengt, wirkt optisch kleiner. Sobald als dritte Kraft die Farbe hinzukommt, setzt zusätzlich noch die Farbwahrnehmung und damit auch die Farbwirkung ein. In der Grafik sind die drei Farben der ersten Ordnung sowohl von Weiß als auch von Schwarz umgeben. So wirkt vor allem das Gelb auf dem Dunkel optisch größer. Interessanter und wichtiger ist aber die unterschiedliche Farbwirkung, die scheinbar andere Helligkeit und Leuchtkraft der Farbe auf Weiß im Vergleich zu derselben Farbe auf Schwarz. Das Gelb wechselt von einer zarten Wärme zu kühler Aktivität, das Rot von relativ stumpfer Dunkelheit zu intensiver Leuchtkraft und das Blau von starker Dunkelheit zu leuchtender Tiefe. Durch Umfelder, die eine Farbe umschließen, wird unser Auge fast immer getäuscht. Dabei bleiben der Farbton, die Farbreinheit und die Farbsättigung als Farbwirklichkeit aber konstant. Die (scheinbare) Veränderung der Farben, die Farbwirkung, ist ein Prozess, der sich erst während des Betrachtungsvorgangs entwickelt.
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Lineare und koloristische Farbgebung

Der Begriff »lineare Farbe« trifft in seiner Kennzeichnung dann zu, wenn zwischen Form und Farbe eine Einheit besteht. Dies umfasst den gesamten Formbereich, also alle Kultur- und Naturformen sowie alle Farben in allen Nuancen. Wenn also eine wie auch immer geartete Form bis zu ihren Kanten und Begrenzungen durchgängig von einem Farbton ausgefüllt ist, trifft die Bezeichnung einer linearen Anwendung der Farbe zu. Diese Wirkung der Farbe ist einfach zu erkennen, ist klar und deutlich. Es sind Motive und Kompositionen, bei denen sich Farben und Formen zu einer Einheit verbinden, sich aber auch eindeutig zu benachbarten Farben, Formen oder Farbflächen abgrenzen. Hierbei können Begrenzungen von Farbflächen auch identisch mit einzelnen oder mehreren Kanten der Bildfläche sein. Klare Trennungen der Farben im Farbton, in der Reinheit und im Hell-Dunkel, sowie relativ große Farbflächen unterstreichen die lineare Farbgebung.
Koloristische Farbgebung
Hauptmerkmal einer koloristischen Farbgebung ist die Auflösung einer konkreten Begrenzung einer Fläche. Wenn die klare Trennung von Farben durch lineare Konturen verschwindet, wenn die deutliche Formbetonung aufgegeben wird und die Übergänge von Farbe zu Farbe, von Form zu Form weich und fließend werden, entsteht eine koloristische Anwendung der Farbe. Schon bei der Aufnahme können in einem Motiv durch Unschärfen partiell oder vollflächig koloristische Wirkungen entstehen. Bekannt sind Vorder- und Hintergrundunschärfen, Langzeitbelichtungen bei bewegten Motiven und das Bewegen der Kamer...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Kein Bild ohne Gestaltung
  7. Punkt und Punkte
  8. Die Linie
  9. Die Fläche
  10. Die Farbkontraste
  11. Anwendung der künstlerischen Mittel

Häufig gestellte Fragen

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