»Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?"
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»Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?"

Hans Calmeyer - »Rassereferent" in den Niederlanden 1941-1945

  1. 272 Seiten
  2. German
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»Wer bin ich, dass ich über Leben und Tod entscheide?"

Hans Calmeyer - »Rassereferent" in den Niederlanden 1941-1945

Über dieses Buch

Hans Calmeyer sollte als »Rassereferent" über Fälle unklarer Abstammung entscheiden: War er Mittäter oder Widerständler?Der Anwalt Hans Calmeyer (1903-1972) entschied als Beamter der deutschen Besatzungsverwaltung in den Niederlanden täglich über Leben und Tod: Nach der NS-Rassenpolitik sollte er »rassische Zweifelsfälle" klären. »Arier" oder Jude? Was zugleich bedeutete: Rettung oder Deportation. In ihrer Verzweiflung erfanden tausende Verfolgte neue Abstammungsgeschichten. Der Jurist hätte diese »Zweifelsfälle" in Holland genauso entscheiden müssen wie die Behörden in Berlin. Tatsächlich legten seine Mitarbeiter und er andere Maßstäbe an und versuchten, einzelne, aber auch ganze Gruppen vor der Verfolgung zu bewahren - auch Anne Franks beste Freundin.Dennoch ist Calmeyer bis heute umstritten: »Schindler oder Schwindler?" titelte der »Stern". 1992 nahm ihn Yad Vashem unter den »Gerechten unter den Völkern" auf. Andere sehen in ihm ein funktionierendes Rädchen im Getriebe der Mordmaschinerie. Mathias Middelberg legt an konkreten Fällen die Handlungsweisen und -spielräume des »Rassereferenten" dar. - Wer war dieser Hans Calmeyer? War er Mittäter oder Widerständler?

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Information

Jahr
2015
eBook-ISBN:
9783835327900

Anmerkungen

Anne Frank, Annes beste Freundin Jacqueline
und das »Calmeyern«
1 Anne Frank, Tagebuch (14. Juni 1942), S. 14.
2 Zitiert nach: Schnabel, Anne Frank. Spur eines Kindes, S. 37 f.
3 Anne Frank, Tagebuch (20. Juni 1942), S. 20 f.
4 Van Maarsen, Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank, S. 128 f.
5 Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation, Die Tagebücher der Anne Frank, S. 285.
6 Tagebuch (9. Oktober 1942), S. 64 f.
7 Vom 15. September 1935, RGBl. I, S. 1146.
8 Ebd., S. 1146 f.
9 VOBl. NL 1941, S. 20.
10 Schreiben der Eheleute van Maarsen an das »Generalkommissariat für Verwaltung« vom 12. November 1942, CBG, Sammlung Calmeyer II (persoonsdossiers), Kart. 114.
11 CBG, Sammlung Calmeyer II (persoonsdossiers), Kart. 114.
12 Van Maarsen, Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank, S. 147.
13 Anne Frank, Tagebuch (31. Mai 1944), S. 288.
14 Anne Frank, Tagebuch (24. Dezember 1943), S. 154.
15 Van Maarsen, Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank, S. 171.
16 Heyl, Anne Frank, S. 8.
17 Van Maarsen, Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank (2004); Die Erbschaft. Erinnerungen der Jugendfreundin von Anne Frank (2006) und »Deine beste Freundin Anne Frank« (2013).
18 Laureen Nussbaum, zitiert nach: Niebaum, Ein Gerechter unter den Völkern: Hans Calmeyer in seiner Zeit 1903-1972, S. 16.
19 Vgl. nur: Mechanicus, Im Depot, Tagebuch aus Westerbork, S. 234 u. 301.
20 So der niederländische Arzt Arie de Froe, der anthropologische Gutachten in fast 400 Abstammungssachen erstellt hatte, im Gespräch mit Jacques Presser, NIOD, Doc. II, 1005, 15.
21 In: Ondergang. De vervolging en verdelging van het Nederlandse Jodendom 1940-1945, Bd. II, S. 50 ff.
22 In: Het Koninkrijk der Nederlanden in de Tweede Wereldoorlog, Bd. V/1, S. 535 ff.; Bd. VI/1, S. 305 ff.
23 Fraenkel/Borut, Lexikon der Gerechten unter den Völkern. Deutsche und Österreicher, S. 83-87.
24 Bericht von Joseph Michman, zusammengestellt durch Mordechai Paldiel, vom 18. Juni 1991, Yad Vashem, Righteous Among the Nations, No. 4997 (Hans Georg Calmeyer).
25 Van Maarsen, Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank, S. 135 f.
26 In: Lindwer, Anne Frank. Die letzten sieben Monate. Augenzeugen berichten, S. 78.
27 Stuldreher, De legale rest, S. 195 ff.; ders., in: »Hagse Schindler toch gewone nazi?«, Het Parool vom 5. Februar 1999.
28 In: »Calmeyer hätte besser verschwinden sollen«, Neue Osnabrücker Zeitung vom 19. November 1998.
29 Von Frijtag Drabbe Künzel, Het geval Calmeyer, S. 149 ff. u. 271 f.
30 Der Stern vom 4. Februar 1999.
31 So Joseph Michman, in: »Wer alle Juden retten wollte, rettete niemanden«, Neue Osnabrücker Zeitung vom 11. Oktober 1999.
Hans Calmeyer
1 Vgl. dazu und zu folgenden biografischen Angaben den Personalbogen und einen von Calmeyer selbst verfassten Lebenslauf vom 27. November 1946 in seiner beim Landgericht Osnabrück geführten Personalakte (PA) I C 13, Bl. 1 ff. u. 64, NLA OS, Rep. 940, Akz. 2001/015, Nr. 4.
2 Bernhard Rudolf Abeken (1780-1866) studierte Theologie in Jena, war 1808 Lehrer der Söhne Schillers, wurde 1814 Konrektor und 1841 Rektor am Gymnasium zu Osnabrück.
3 »What about Calmeyer?«, Selbstverfasster Lebenslauf (1946), NLA OS, Dep. 107, Akz.. 5/95, 18.
4 Westerkamp, »Menschenglück im Duster der Welt. Kindheit und Jugend, Familie und Familien (1903-1929)« (1974), S. 20 f., NLA OS, Dep. 107, Akz. 5/95, 46.
5 »What about Calmeyer?«, Selbstverfasster Lebenslauf (1946), NLA OS, Dep. 107, Akz. 5/95, 18.
6 Brief an Georg Rudolf Calmeyer, NLA OS, Dep. 107, Akz. 5/95,...

Inhaltsverzeichnis

  1. Umschlag
  2. Titel
  3. Inhalt
  4. Anne Frank, Annes beste Freundin Jacqueline und das »Calmeyern«
  5. Hans Calmeyer
  6. Die Judenverfolgung in den besetzten Niederlanden
  7. Registrierung der Juden
  8. »Rassische Zweifelsfälle«
  9. Calmeyers Entscheidungen in den »rassischen Zweifelsfällen«
  10. Die Entscheidungsstelle
  11. Die SS fordert »Stopp« für die Abstammungsprüfungen
  12. »Portugiesische Israeliten«
  13. »Mischehen«
  14. Im Fadenkreuz der SS – Ludo ten Cate und der »Centrale Dienst voor Sibbekunde«
  15. »Abstammungsschwindel« – die SS will die Calmeyer-Akten überprüfen
  16. In Haft
  17. Zurück ins Leben
  18. Im Urteil der Nachwelt
  19. Schindler oder Schwindler? – das Fazit
  20. Anmerkungen
  21. Abkürzungen
  22. Quellen und Literatur
  23. Abbildungsnachweis
  24. Dank
  25. Personenregister
  26. Impressum

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