Sattelzeit
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Sattelzeit

Historiographiegeschichtliche Revisionen

  1. 313 Seiten
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Historiographiegeschichtliche Revisionen

Über dieses Buch

Wenn das Jahrhundert von etwa 1750 bis 1850 - die von Reinhart Koselleck so genannte Sattelzeit - die Formierungsphase der westlichen Moderne war: Was bedeutete der damalige Übergang vom alteuropäischen zum modernen Begriffs- und Denkmusterarsenal für das Schreiben der Geschichte? Ist es angemessen, diesen Wandel vor allem als 'Verwissenschaftlichung' zu charakterisieren? Welche Rolle spielten demgegenüber ein zunehmend reklamiertes 'Vergnügen' an Geschichte, politische Wirkabsichten, die Orientierung auf Kunstförmigkeit und ästhetische Eindrücklichkeit oder der Entwurf hypothetischer Geschichtsverläufe? Wurden die alten Denk- und Schreibmuster - insbesondere das Konzept der historia magistra vitae - tatsächlich verabschiedet oder lebten sie, womöglich in neuer Funktion, fort? Der Band geht solchen Fragen mit Blick auf ein ungewöhnlich breites Spektrum historiographischer Gattungen nach: philosophische Geschichtsreflexion und -spekulation, politisch-rhetorische oder didaktische Historiographie, Geschichten der Kunst, der Musik und der Philosophie, Memorialistik und Zeitgeschichtsschreibung, Historiographie 'für Leser'. In dieser pluralen Perspektivierung erweist sich das Sattelzeit-Konzept als dringend revisionsbedürftig.

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Information

Jahr
2016
eBook-ISBN:
9783110450156
Auflage
1
Thema
History

Fußnoten

1Ian Hacking: Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften. A. d. Engl. übers. v. Joachim Schulte. Stuttgart 1996, S. 22, zit. nach Hans-Jörg Rheinberger: Historische Epistemologie zur Einführung. Hamburg 2007, S. 119.
2Vgl. Stefan Jordan: Die Sattelzeit. Transformation des Denkens oder revolutionärer Paradigmenwechsel? In: Achim Landwehr (Hg.): Frühe Neue Zeiten. Zeitwissen zwischen Reformation und Revolution. Bielefeld 2012, S. 373–388, S. 373 mit Nachweisen.
3Reinhart Koselleck u. Christoph Dipper: Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, begriffene Geschichte. Reinhart Koselleck im Gespräch mit Christoph Dipper. In: Neue Politische Literatur 51 (1998), S. 187–205, hier S. 195.
4Vgl. Reinhart Koselleck: Einleitung. In: Otto Brunner, Werner Conze u. Reinhart Koselleck (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politischsozialen Sprache in Deutschland. Bd. 1–8 (in 9). Stuttgart 1972–1997, Bd. 1, S. XIII–XXVII, hier S. XIV.
5Zu dieser Aufgabenstellung und den Schwierigkeiten ihrer Einlösung vgl. Koselleck u. Dipper: Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, begriffene Geschichte (wie Anm. 3), S. 188f. sowie Carsten Dutt: Begriffsgeschichte als Historie der Moderne. Semantik und Pragmatik nach Koselleck. In: Carsten Dutt u. Reinhard Laube (Hg.): Zwischen Sprache und Geschichte. Zum Werk Reinhart Kosellecks. Göttingen 2013, S. 65–80. Carsten Dutt danke ich herzlich für erhellende Diskussionen über Kosellecks Verständnis von Geschichte und besonders der ‚Sattelzeit‘.
6Koselleck: Einleitung (wie Anm. 4), S. XV.
7Im Interview hat er die Gründe für die Begriffswahl mit der Erklärung bagatellisiert, es handle sich lediglich um einen „Kunstbegriff, den ich benutzt habe, um Geld zu bekommen!“ (Koselleck u. Dipper: Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, begriffene Geschichte, wie Anm. 3, S. 195)
8Koselleck: Einleitung (wie Anm. 4), S. XV. Die folgenden Zitate ebd.
9Koselleck u. Dipper: Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, begriffene Geschichte (wie Anm. 3), S. 195.
10Koselleck selbst äußerte dies in einer Antwort auf kritische Einwände von John Pocock, vgl. Reinhart Koselleck: A Response tot he Comments on the Geschichtliche Grundbegriffe. In: Hartmut Lehmann u. Melvin Richter (Hg.): The Meaning of Historical Terms and Concepts. New Studies on „Begriffsgeschichte“. Washington 1996, S. 59–70, hier S. 69.
11Koselleck u. Dipper: Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, begriffene Geschichte (wie Anm. 3), S. 195.
12Vgl. Reinhart Herzog u. Reinhart Koselleck (Hg.): Epochenschwelle und Epochenbewusstsein. München 1987.
13Koselleck u. Dipper: Begriffsgeschichte, Sozialgeschichte, begriffene Geschichte (wie Anm. 3), S. 195. Zur Auseinandersetzung mit der „Sattelzeitthese“ vgl. auch die Beiträge im vierten Teil des von Hans Joas und Peter Vogt herausgegebenen Bandes: Begriffene Geschichte. Beiträge zum Werk Reinhart Kosellecks. Berlin 2011.
14Vgl. Reinhart Koselleck: Geschichte, Historie. In: Brunner, Conze u. Koselleck (Hg.): Geschichtliche Grundbegriffe (wie Anm. 4), Bd. 2 (1975), S. 593–718 (die Seiten 595–647 wurden von Christian Meier, Odilo Engels u. Horst Günther verfasst), hier S. 650f.
15Vgl. Reinhart Koselleck: Historia Magistra Vitae. Über die Auflösung des Topos im Horizont neuzeitlich bewegter Geschichte. In: Ders.: Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten. 2. Aufl. Frankfurt a.M. 1992, S. 38–66.
16Vgl. Koselleck: Geschichte, Historie (wie Anm. 14), S. 648f.
17Vgl. Koselleck: Historia Magistra Vitae (wie Anm. 15), S. 46f.
18Ebd., S. 46.
19Johann Gustav Droysen: Grundriß der Historik [1857/58]. In: Ders.: Historik. Rekonstruktion der ersten vollständ. Fassung der Vorlesungen (1857), Grundriß der Historik in der ersten handschriftl. (1857/58) und in der letzten gedr. Fassung (1882). Textausg. v. Peter Leyh. Stuttgart-Bad Cannstatt 1977, S. 395–411, hier S. 409.
20Vgl. Koselleck: Geschichte, Historie (wie Anm. 14), S. 653–658.
21Koselleck: Historia Magistra Vitae (wie Anm. 15), S. 54; zitiert wird hier Johannes von Müller: Vier und zwanzig Bücher allgemeiner Geschichten besonders der europäischen Menschheit. Stuttgart, Tübingen 1830, Bd. 6, S. 351.
22Kritik an der Engführung von Begriffs- und (empirisch nicht immer zuverlässiger) Wortgeschichte bei Koselleck hat Jan Marco Sawilla geübt: ‚Geschichte‘: Ein Produkt der deutschen Aufklärung? Eine Kritik an Reinhart Kosellecks Begriff des ‚Kollektivsingulars Geschichte‘. In: Zeitschrift für historische Forschung 31 (2004), S. 381–428.
23François Hartog: Régimes d’historicité. Présentisme et experiences du temps. Paris 2003, 2. Aufl. 2012, S. 145.
24Vgl. ebd., S. 146.
25Vgl. Zachary Sayre Schiffman: The Birth of the Past. Foreword by Anthony Grafton. Baltimore 2011.
26Vgl. Koselleck: Einleitung (wie Anm. 4), hier. S. XIV–XVII, das Zitat S. XIV.
27Koselleck: Geschichte, Historie (wie Anm. 14), S. 649. Das (in der Schreibweise normalisierte) Zitat stammt aus Johann Martin Chladenius: Allgemeine Geschichtswissenschaft. Mit e. Einl. v. Christoph Friederich u. e. Nachw. v. Reinhart Kosellec...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Vorwort der Herausgeber
  6. Sattelzeit. Karriere und Problematik eines kulturwissenschaftlichen Zentralbegriffs
  7. Aufbrüche zu einer neuen Geschichtsschreibung im Spannungsfeld von Gelehrsamkeit, Philosophie und Kunst
  8. Geschichtsschreibung in politischer Absicht
  9. Varianten der Historisierung
  10. Fußnoten