Literarische Kommunikation im Territorialstaat
eBook - PDF

Literarische Kommunikation im Territorialstaat

Funktionszusammenhänge des Literaturbetriebs in Hessen-Darmstadt zur Zeit der Spätaufklärung

  1. 744 Seiten
  2. German
  3. PDF
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - PDF

Literarische Kommunikation im Territorialstaat

Funktionszusammenhänge des Literaturbetriebs in Hessen-Darmstadt zur Zeit der Spätaufklärung

Über dieses Buch

Die Studie geht der Frage nach Konstituierung, Artikulation, Zielsetzung und Interferenz literarisch aktiver Gruppen in einem zeitlich, räumlich und sozial genau abgegrenzten Untersuchungsfeld nach. Exemplarisch wird für die historische Region Hessen-Darmstadt (mit der Universität Gießen und der Residenz Darmstadt als kulturellen Zentren) eine Rekonstruktion und sozialhistorische Analyse des sogenannten 'literarischen Lebens' zur Zeit der Spätaufklärung und Empfindsamkeit unternommen.

Der zugrunde liegende erweiterte Literaturbegriff bedingt die Auswertung umfangreicher, auch archivalischer Quellen, die von Schulordnungen und Berufungsakten über Briefe, Zeitschriften und Kalender bis zum genuin literarischen 'Werk' eines Goethe oder Klinger, aber auch manches heute vergessenen Hofpoeten reichen. Nach den staatlichen Institutionen Gymnasium und Universität, wo mit den bürgerlichen Gelehrten die größte Trägergruppe der Literatur ausgebildet wurde, wendet sich die Untersuchung den volksaufklärerischen, verlegerischen oder kritisch-publizistischen Aktivitäten jener Intellektuellen zu, wobei problemorientierte Kurzporträts und ein längeres monographisches Kapitel zu Johann Heinrich Merck das für diese Personengruppe symptomatische Spannungsfeld von Kompetenz, Motivation und Erfolgsdruck ausleuchten. Die im 18. Jahrhundert zunehmende Integration der höfischen Gesellschaft und der Frauen in die Strukturen des Literaturbetriebs lenkt den Blick zudem auf komplexere Phänomene wie Liebhaberaufführungen, kultische Dichterverehrung und empfindsame 'Inszenierungen' in mehr oder minder stabilen, von punktuell übereinstimmenden Interessen geleiteten Gruppen. Es zeigt sich, daß literarische Aktivität im 18. Jahrhundert auf allen Ebenen in funktionalem Bezug zu den übergeordneten Bemühungen des Individuums um seine Identitätsfindung innerhalb der Ständegesellschaft zu sehen ist.

375,005 Studierende vertrauen auf uns

Zugang zu über 1,5 Millionen Titeln zu einem fairen monatlichen Preis.

Mit unseren Lerntools kannst du noch effizienter lernen.

Information

Jahr
2012
ISBN drucken
9783484365834
eBook-ISBN:
9783110939378

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. 1. Vorüberlegungen
  3. 2. Untersuchungsziele
  4. 3. Zur Eingrenzung des Untersuchungsfeldes
  5. 4. Darstellungskonzeption
  6. 5. Aktuelle Forschungslage
  7. 1. Schulpoesie und ästhetische Erziehung – Literaturpädagogische Diskussionen im Einzugsbereich der Gelehrtenschulen
  8. 1.1. Fakultativ oder kanonisch? – Deutsche Literatur im Unterrichtswesen der Spätaufklärung
  9. 1.2. Programm und Praxis – Literaturpädagogische Diskussion und literarische Sozialisation an den hessen-darmstädtischen Gelehrtenschulen
  10. 2. Zwischen Pedantismus und Dilettantismus – Rhetorisch-poetische Unterweisung und berufsvorbereitende Schreibpraxis an der Universität
  11. 2.1. Vorstufen der Germanistik – Ansätze eines literaturwissenschaftlichen Lehrbetriebs an der Gießener Universität
  12. 2.2. Gelehrtensozietät oder Seminar? – Die »Teutsche Gesellschaft« in Gießen (Johann Georg Bechtold, Justus Balthasar Müller, Christian Heinrich Zimmermann)
  13. 2.3. Die Gelehrten und der Journalismus – Zeitungen und Zeitschriften im Einflußbereich der Universität
  14. 2.4. Zwischen Pedantismus und Dilettantismus – Die literarischen Aktivitäten der Gießener Professoren im Urteil der Zeitgenossen (Ludwig Julius Friedrich Höpfner, Christian Heinrich Schmid)
  15. 3. Die ›schönen Wissenschaften‹ und der ›gemeine Mann‹ – Ansätze zur literarischen Volksaufklärung in Hessen-Darmstadt
  16. 3.1. Literatur für Stadt und Land – Literarische Vermittlungsformen in den Zeitungen
  17. 3.2. Kalendermacher und Bücherantiquarius – Weitere Institutionen der Artikulation und Diffusion volksaufklärerischen Gedankengutes
  18. 4. Isolation und Literaturbetrieb – Publizieren und Korrespondieren als Medium bürgerlich-intellektueller Integration
  19. 4.1. Der Mythos vom ›freien Schriftsteller‹ – Vorüberlegungen zu einem Paradigma der Literatursoziologie
  20. 4.2. Zwischen Zynismus und Leidenschaft – Johann Heinrich Mercks literarische Tätigkeit im Bannkreis der kleinen Residenz Darmstadt
  21. 4.3. Literaturbetrieb in der Region – Der Einfluß lokaler und regionaler Bedingungen auf individuelle literarische Aktivitäten
  22. 5. Fürstenerziehung, Theaterspiel und adliges Lektüreverhalten – Strukturen literarischer Kommunikation im Umkreis des Hofes
  23. 5.1. Vielseitigkeit und Beschränkung – Die Rolle der europäischen Sprachen und Literaturen in der Fürstenerziehung des 18. Jahrhunderts
  24. 5.2. Nur ein Mittel gegen die Langeweile? – Oper, Singspiel und Sprechtheater am Darmstädter Hof
  25. 5.3. Weder Potsdam noch Weimar – Kulturelle Interessen und Leistungen der ›Großen Landgräfin‹ Karoline von Hessen-Darmstadt und ihrer Angehörigen
  26. 6. Frauenbildung, Frauenlektüre, Frauenbriefe – Chancen und Herausforderungen für Frauen im Literaturbetrieb der Spätaufklärung und Empfindsamkeit
  27. 6.1. Von der ›gelehrten‹ zur ›empfindsamen‹ Frau? – Kritische Überlegungen zu einem geläufigen Schema der Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts
  28. 6.2. Das Für und Wider weiblicher Bildung – Programme aus dem Umfeld der Gießener Universität zur literarischen Sozialisation von Frauen (Henrich Martin Gottfried Köster, Justus Balthasar Müller)
  29. 6.3. Bildung, Literatur und Öffentlichkeit, oder: Die Frau als Autorin in eigener Sache – Lyrik und Prosaschriften von Johanna Maria Elisabeth Merck
  30. 6.4. Empfindsame Briefkultur, oder: Die Frau als Teilnehmerin am literarischen Diskurs – Der Brautbriefwechsel zwischen Johann Gottfried Herder und Caroline Flachsland
  31. 6.5. Ein Heer von Leserinnen? – Beobachtungen bei einer Durchsicht der Frauennachlässe im Merckschen Familienarchiv
  32. 7. Zirkelbildung jenseits der Institutionen – Der ›Darmstädter Kreis‹ und die Grenzen literarischer Gruppenidentität
  33. 7.1. Die ›Darmstädter Empfindsamen‹ – Mythenbildung und Quellenlage (Forschungsbericht)
  34. 7.2. Konzentrische Kreise? – Theorie und Praxis einer historischen Konstellation
  35. 7.3. ›Empfindsame‹ Prosa und Poesie – Literarische Texte aus dem Umfeld des ›Darmstädter Kreises‹
  36. 7.4. Empfindsames Darmstadt? – Reichweite und Grenzen eines literarhistorischen Paradigmas
  37. 7.5. Empfindsame und andere Kreise, oder: Noch einmal Johann Heinrich Merck – Geselligkeit und literarische Kommunikation als Fundamente sozialer Identität
  38. Literaturnachweis
  39. 1. Nachschlagewerke und Bibliographien
  40. 2. Handschriftliche Quellen
  41. 3. Gedruckte Quellen und Forschungsliteratur bis 1850
  42. 4. Forschungsliteratur ab 1850
  43. Register der Personennamen

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Erfahre, wie du Bücher herunterladen kannst, um sie offline zu lesen
Perlego bietet zwei Pläne an: Essential und Complete
  • Essential ist ideal für Lernende und Fachkräfte, die es genießen, eine Vielzahl von Themen zu erkunden. Greife auf die Essential Library mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften zu. Enthält unbegrenzte Lesezeit und Standard-Vorlesestimme.
  • Complete: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forschende, die vollen, uneingeschränkten Zugriff benötigen. Entsperre über 1,5 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen, einschließlich akademischen und spezialisierten Titeln. Der Complete-Plan enthält außerdem fortschrittliche Funktionen wie Premium Vorlesen und Forschungsassistent.
Beide Pläne sind mit monatlicher, halbjährlicher oder jährlicher Abrechnungskadenz verfügbar.
Wir sind ein Online-Lehrbuch-Abonnement-Service, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buchs pro Monat Zugriff auf eine gesamte Online-Bibliothek erhältst. Bei über 1,5 Millionen Büchern zu mehr als 990 Themen bist du bestens versorgt! Erfahre mehr über unsere Mission
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Erfahre mehr über die Funktion „Vorlesen“
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren
Ja, du kannst auf Literarische Kommunikation im Territorialstaat von Robert Seidel im PDF- und/oder ePUB-Format sowie auf andere beliebte Bücher in Literatur & Weltgeschichte zugreifen. In unserem Katalog stehen über 1,5 Millionen Bücher zur Verfügung.