
Sowjetische Verbrechen und russische Erinnerung
Orte – Akteure – Deutungen
- 318 Seiten
- German
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Sowjetische Verbrechen und russische Erinnerung
Orte – Akteure – Deutungen
Über dieses Buch
Die russische Erinnerungskultur wird oft als zerrissen und fragmentiert beschrieben und gleichzeitig die geschichtspolitische Allmacht des Staates beklagt. Aber besitzt der Kreml wirklich die alleinige Deutungshoheit und wäre eine einheitlichere Geschichtskultur – gerade unter diesen Vorzeichen – überhaupt erstrebenswert? Was wird eigentlich genau untersucht, wenn sich die Wissenschaft der heutigen Erinnerung an die Verbrechen des Stalinismus zuwendet? Und lässt sich eigentlich rechtfertigen, dabei von einem deutschen 'Muster' der Aufarbeitung auszugehen?
Der vorliegende Band stellt sich diesen Fragen und nimmt einen doppelten Perspektivwechsel vor: Zum einen steht explizit nicht die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg im Vordergrund, sondern das Gedächtnis an die sowjetischen Massenverbrechen, insbesondere an den Gulag. Zum anderen beleuchten die Beiträge eine Vielzahl von Akteuren, die an verschiedenen Orten in zuweilen wechselnden Kombinationen ganz unterschiedliche Deutungen der stalinistischen Verbrechen vornehmen.
Unter anderem werden die juristischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen von Erinnerungsarbeit in ihrer jeweiligen und ortsgebundenen Spezifik beleuchtet, die Rolle der postsowjetischen russischen Historiographie kritisch befragt und neben den großen geschichtspolitischen Akteuren wie Staat und Kirche auch engagierte Einzelpersonen gewürdigt. So entsteht ein weitaus vielfältigeres und interessanteres Panorama, das der vielfach verbreiteten Legende einer geschichtspolitischen Diktatur des Kreml einen notwendigen Kontrapunkt hinzufügt.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Europas Osten im 20. Jahrhundert
- Titel
- Impressum
- Exkulpation und Identitätsstiftung - Der Gulag in der russischen Erinnerungskultur
- Räume der Trauer – Stätten, die schweigen - Symbolische Ausgestaltung und rituelle Praktiken des Gedenkens an die Opfer des Stalinistischen Terrors in Levašovo und Sandormoch
- Die Russische Orthodoxe Kirche als erinnerungspolitischer Akteur (1995–2009) - Der Schießplatz Butovo als Fallbeispiel für die postsowjetische Gedenkkultur
- Neuvermessung und Neugestaltung eines Erinnerungsortes - Die Gedenkstätte Perm’-36
- Vorkuta: GULag und Kohlebergbau aus Sicht konkurrierender und kooperierender Erinnerungsakteure
- Aktivisten des Andenkens: Die Gesellschaft Memorial - Ziele, leitende Thesen und Denkmuster
- Heute auf den Solovki – morgen in Russland - Die Spurensuche des Fotografen und Regionalhistorikers Jurij Arkad’evič Brodskij
- Verletzliche Weiblichkeit verweigern - Die Bildchronik der Evfrosinija Kersnovskaja als Selbstzeugnis und Erinnerungsort
- Die Stalinzeit im russischen Postperestroika-Film - Zwischen nationaler Sinnstiftung, Sowjetnostalgie und melodramatischen Kassenschlagern
- Die Geschichte des GULag im Russischen Internet (RuNet) - Möglichkeiten und Grenzen virtueller Erinnerungskulturen
- Geschichtspolitik und Identität - Eine sozialpsychologische (Re-)Interpretation russischer Erinnerungskulturen am Beispiel zweier post-sowjetischer Erinnerungsorte
- Danksagung
- Autorenverzeichnis