Der Faschismus in Europa
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Der Faschismus in Europa

Wege der Forschung

  1. 148 Seiten
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Der Faschismus in Europa

Wege der Forschung

Über dieses Buch

Es ist unbestritten, dass der Faschismus als Weltanschauung, Herrschaftssystem und soziale Praxis zu den Signaturen des 20. Jahrhunderts gehört. Dafür ist die wissenschaftliche und politische Auseinandersetzung über das Wesen des Faschismus umso kontroverser geführt worden - und sie ist bis heute nicht zum Abschluss gekommen. Was hielt die faschistischen Bewegungen, die nach 1919 in ganz Europa entstanden, im Innersten zusammen? Was verband und was trennte Faschismus und Nationalsozialismus? Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt des vorliegenden Bandes, der eine Bilanz der internationalen Faschismusforschung seit den 1990er Jahren zieht und dabei Autoren aus Deutschland, Großbritannien, Italien und den USA zu Wort kommen lässt.

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Information

Jahr
2014
ISBN drucken
9783486778434
eBook-ISBN:
9783110399080

Autoren

Dr. Maurizio Bach (1953), Professor für Soziologie an der Universität Passau.

Dr. Martin Baumeister (1958), Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München und Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom.

Dr. Fernando Esposito (1975), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Zeitgeschichte der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Dr. Emilio Gentile (1946), Professor für Neueste Geschichte an der Universität La Sapienza Rom.

Dr. Roger Griffin (1948), Professor für Zeitgeschichte an der Oxford Brookes University.

Dr. Robert O. Paxton (1932), Professor emeritus für Sozialwissenschaft am Department of History der Columbia Universität New York.

Dr. Sven Reichardt (1967), Professor für Zeitgeschichte an der Universität Konstanz.

Dr. Thomas Schlemmer (1967), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und Privatdozent am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Dr. Hans Woller (1952), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München – Berlin und Chefredakteur der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte.
1
Einen guten Überblick über die Faschismusdiskussion bietet Arnd Bauerkämper, Der Faschismus in Europa 1918–1945, Stuttgart 2006, S. 13–46. Zur frühen Auseinandersetzung mit dem Faschismus vgl. auch Ernst Nolte, Zeitgenössische Theorien über den Faschismus, in: VfZ 15 (1967), S.247–268.
2
Vgl. Luigi Salvatorelli, Nationalfaschismus; Franz Borkenau, Zur Soziologie des Faschismus; Ernst Bloch, Der Faschismus als Erscheinungsform der Ungleichzeitigkeit, in: Ernst Nolte (Hrsg.), Theorien über den Faschismus, Königstein 61984, S.118–137, S. 156–181 und S. 182–204.
3
Vgl. A. Rossi (Pseudonym von Angelo Tasca), La naissance du fascisme. L’Italie de 1918 a 1922, Paris 1938.
4
Vgl. Leonid Luks, Entstehung der kommunistischen Faschismustheorie. Die Auseinandersetzung der Komintern mit Faschismus und Nationalsozialismus 1921–1935, Stuttgart 1984, S.130–163.
5
Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Bd. 2: Imperialismus, Frankfurt a. M. u. a. 1975, S. 207.
6
Vgl. Carl Joachim Friedrich, Totalitäre Diktatur, verfasst unter Mitarbeit von Zbigniew K. Brzezinski, Stuttgart 1957.
7
Vgl. Totalitarismus und Faschismus. Eine wissenschaftliche und politische Begriffskontroverse. Kolloquium im Institut für Zeitgeschichte am 24. November 1978, München /Wien 1980.
8
Prägend sicherlich: Ernst Nolte, Der Faschismus in seiner Epoche. Action française, italienischer Faschismus, Nationalsozialismus, München/Zürich 61984.
9
Ein Schlaglicht auf die Debatte und auf heute – oft zu Unrecht vergessene – Studien der 1960er und 1970er Jahre werfen zwei Forschungsberichte von Wolfgang Schieder, Faschismus und kein Ende?, in: NPL 15 (1970), S. 166–187, und Betrand Pretz/Hans Safrian, Wege und Irrwege der Faschismusforschung, in: Zeitgeschichte 8 (1980/81), S. 437–459.
10
Vgl. die seinerzeit viel beachteten Sammelbände Internationaler Faschismus 1920–1945, München 1966 (erstmals im selben Jahr im JCH erschienen); George L. Mosse (Hrsg.), International Fascism. New Thougts and New Approaches, London/Beverly Hills 1979; Walter Laqueur (Hrsg.), Fascism: A Reader’s Guide. Analyses, Interpretations, Bibliography, Berkeley/Los Angeles 1976; Wolfgang Schieder (Hrsg.), Faschismus als soziale Bewegung. Deutschland und Italien im Vergleich, Hamburg 1976.
11
Am eindeutigsten vielleicht Renzo De Felice, Der Faschismus. Ein Interview von Michael A. Ledeen, Stuttgart 1977, S. 88–92.
12
Vgl. Sven Reichardt, Was mit dem Faschismus passiert ist. Ein Literaturbericht zur internationalen Faschismusforschung seit 1990, in: NPL 49 (2004), S. 385–406, hier S. 385 f.
13
Vgl. Roger Eatwell, Fascism. A History, London 1995.
14
Vgl. Stanley Payne, Geschichte des Faschismus. Aufstieg und Fall einer europäischen Bewegung, München/Berlin 2001.
15
Vgl. Michael Mann, Fascists, Cambridge u. a. 2004.
16
Vgl. Robert O. Paxton, Anatomie des Faschismus, München 2006.
17
Vgl. Roger Griffin, The Nature of Fascism, London 1991.
18
Diese Adaptionsprozesse und Anverwandlungen betonte auch Sven Reichardt, Neue Wege der vergleichenden Faschismusforschung, in: Mittelweg 36 16 (2007/08) H. 1, S. 9–25; vgl. Zeev Sternhell/Mario Sznajder/Maia Asheri, Die Entstehung der faschistischen Ideologie. Von Sorel zu Mussolini, Hamburg 1999, sowie zwei Arbeiten von Emilio Gentile: Le origini dell’ideologia fascista 1918–1925. Nuova edizione, Bologna 2001, und Il culto del littorio: la sacralizzazione della politica nell’Italia fascista, Rom/Bari 1993.
19
Zur Kritik an Griffin vgl. knapp zusammenfassend Constantin Iordachi, Comparative Fascist Studies: An introduction, in: ders. (Hrsg.), Comparative Fascist Studies. New perspectives, London/New York 2010, S. 1–51, hier S. 21–25.
20
Vgl. Dietrich Eichholtz/Kurt Gossweiler (Hrsg.), Faschismusforschung. Positionen, Probleme, Polemik, Berlin 2., durchgesehene Aufl. 1980.
21
Hier sei nur eine Auswahl genannt: Margit Szöllösi-Janze, Die Pfeilkreuzlerbewegung in Ungarn. Historischer Kontext, Entwicklung und Herrschaft, München 1989; Armin Heinen, Die Legion „Erzengel Michael“ in Rumänien. Soziale Bewegung und politische Organisation. Ein Beitrag zum Problem des internationalen Faschismus, München 1986; Arnd Bauerkämper, Die „Radikale Rechte“ in Großbritannien. Nationalistische, antisemitische und faschistische Bewegungen vom späten 19. Jahrhundert bis 1945, Göttingen 1991; Alexander Nützenadel, Landwirtschaft, Staat und Autarkie. Agrarpolitik im faschistischen Italien (1922–1943), Tübingen 1997; Gabriele Schneider, Mussolini in Afrika. Die faschistische Rassenpolitik in den italienischen Kolonien, Köln 2000; Aram Mattioli, Experimentierfeld der Gewalt. Der Abessinienkrieg und seine internationale Bedeutung 1935–1941, Zürich 2005. Die Vielfalt dieser Forschungen belegt auch Jens Petersen/Wolfgang Schieder (Hrsg.), Faschismus und Gesellschaft in Italien. Staat, Wirtschaft, Kultur, Köln 1998.
22
Vgl. Tim Mason, Whatever Happened to ‚Fascism‘, in: Radical History Review 49 (1991), S. 89–99.
23
Vgl. Lutz Klinkhammer/Amedeo Osti Guerrazzi/Thomas Schlemmer (Hrsg.), Die „Achse“ im Krieg. Politik, Ideologie und Kriegführung 1939–1945, Paderborn u. a. 2010.
24
Hans-Gerd Jaschke, Soziale Basis und soziale Funktion des Nationalsozialismus. Alte Fragen, neu aufgeworfen, in: Hans-Uwe Otto/Heinz Sünker (Hrsg.), Politische Formierung und soziale Erziehung im Nationalsozialismus, Frankfurt a. M. 1991, S. 18–49, hier S.21. Vgl. dazu auch Sven Reichardt und Armin Nolzen in ihrer Einleitung zu: dies. (Hrsg.), Faschismus in Italien und Deutschland. Studien zu Transfer und Vergleich, Göttingen 2005, S. 9–27.
25
So Wolfgang Schieder, Faschistische Diktaturen. Studien zu Italien und Deutschland, Göttingen 2008, S. 10.
26
Vgl. Andreas Wirsching, Vom Weltkrieg zum Bürgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland und Frankreich 1918–1933/39. Berlin und Paris im Vergleich, München 1999, S. 506–525.
27
Vgl. Giorgio Fabre, Mussolini Razzista. Dal socialismo al fascismo: la formazione di un antisemita, Mailand 2005; Michele Sarfatti, The Jews in Mussolini’s Italy. From equality to persecution, Madison 2006; Thomas Schlemmer/Hans Woller, Der italienische Faschismus und die Juden 1922 bis 1945, in: VfZ 53 (2005), S. 164–201.
28
Vgl. Eric Salerno, Genocidio in Libia. Le atrocità nascoste dell’avventura coloniale italiana (1911–1931), Rom 2005; Asfa-Wossen Asserate/Aram Mattioli (Hrsg.), Der erste faschistische Vernichtungskrieg. Die italienische Aggression gegen Äthiopien 1935–1941, Köln 2006.
29
Vgl. Davide Rodogno, Fascism’s European empire. Italian occupation during ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Zeitgeschichte im Gespräch Band 20
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhaltsverzeichnis
  5. Politischer Deutungskampf und wissenschaftliche Deutungsmacht - Konjunkturen der Faschismusforschung
  6. Palingenetischer Ultranationalismus - Die Geburtswehen einer neuen Faschismusdeutung
  7. Kultur und Zivilgesellschaft im Faschismus
  8. Faschismus und Moderne
  9. Faschismus als „politische Religion“
  10. Faschistische Tatgemeinschaften - Anmerkungen zu einer praxeologischen Analyse
  11. Der „neue Mensch“ des Faschismus - Reflexionen über ein totalitäres Experiment
  12. Mussolini und Hitler als charismatische Führer - Was kann Max Webers Modell der charismatischen Herrschaft zur Erklärung der Dynamik faschistischer Bewegungen beitragen?
  13. Essenz oder Konsequenz? - Zur Bedeutung von Rassismus und Antisemitismus für den Faschismus
  14. Abkürzungen
  15. Autoren

Häufig gestellte Fragen

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