
Vom Selbstverlust zur Selbstfindung
Erzählte Eifersucht im Frankreich des 17. Jahrhunderts
- 320 Seiten
- German
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Vom Selbstverlust zur Selbstfindung
Erzählte Eifersucht im Frankreich des 17. Jahrhunderts
Über dieses Buch
Das Forschungsinteresse der Arbeit richtet sich auf Inszenierungen von Eifersucht in der französischen Erzählliteratur der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Untersucht wird, welchen Stellenwert Eifersucht in den Texten einnimmt und welche Funktionen ihr darin zukommen, wie sie entworfen, erzählerisch vermittelt bzw. überhaupt erst erzeugt wird. Dabei geht es auch um die Fragen, ob sich mittels der Eifersuchtsgestaltung Subjektivität in den Texten konstituiert, um welche Formen von Subjektivität es sich hierbei handelt und mit welchen literarischen Verfahren sie modelliert wird. Die Untersuchung belegt signifikante Umformungen in der Inszenierung von Eifersucht, die sich bestimmen lassen als Verschiebungen von veräußerlichten Darstellungs- und Konzeptionsformen hin zu analytisch-psychologischen Formen der Gestaltung von Eifersucht, wobei nicht mehr der Glaube an die Dominanz der Vernunft und die Überzeugung von der Gültigkeit überindividueller gesellschaftlicher Normen im Vordergrund stehen. Eifersucht wird zunehmend so ausgeformt, daß sie einem problematischen individuellen Schicksal Form gibt und Erkenntnis- und Selbstfindungsprozesse impliziert, durch die in den Texten Subjektivität gestaltet werden kann. In einem Spannungsfeld von Selbstverlust und Selbstfindung werden die Eifersuchtsgestaltungen zum Ort und gleichzeitig zur Triebfeder literarischer und mentalitätsgeschichtlicher Modernisierungsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fragestellung und Eingrenzung des Themas
- Theoretische Vorüberlegungen und Überblick über den Forschungsstand
- Vorgehensweise
- 1. Terminologische Erläuterungen zum Begriff «Jalousie»
- 1.1 Bemerkungen zur Etymologie und Wortgeschichte von «Jalousie»
- 1.2 Das Bedeutungsspektrum des Begriffsfeldes «Jalousie» in Wörterbüchern des 17. Jahrhunderts
- 2. Eifersucht in nicht-narrativen Texten der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
- 2.1 Der normative Vernunftprimat und die Delegitimierung subjektiver Regungen
- 2.2 Die Problematisierung und Ironisierung des Vernunftprimats: Madeleine de Scudéry, Conversations morales [...] (1686)
- 2.3 Die Subjektivierung des Eifersuchtsdiskurses: Die Maximen von François de La Rochefoucauld
- 2.4 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse und Schlußfolgerungen für die Analyse der Erzähltexte
- 3. Eifersucht in der französischen Erzählliteratur der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
- 3.1 Überblick über Traditionen der Eifersuchtsgestaltung in der französischen Literatur bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts
- 3.2 Ein Panorama von Eifersuchtsgestaltungen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts
- 3.3 Grundlegende Aspekte und Probleme der veräußerlichten narrativen Gestaltung von Eifersucht
- 3.4 Zusammenfassung und Einordnung der Untersuchungsergebnisse
- 3.5 Perspektivenverschiebungen: Inszenierungen von subjektiven Erfahrungen im Fokus der Eifersucht
- 3.6 Zusammenfassung und Einordnung der Untersuchungsergebnisse
- 4. Inszenierungen von Eifersucht und Subjektivität als Aspekte literarischer und mentalitätsgeschichtlicher Modernisierungsprozesse
- 5. Anhang
- 5.1 Liste A: Ausgewertete Erzählwerke, in denen Eifersucht auf inhaltlicher Ebene kaum eine oder gar keine Rolle spielt
- 5.2 Liste B: Ausgewertete Erzählwerke, in denen Eifersucht als ein nebensächliches Handlungselement eingesetzt wird
- 5.3 Liste C: Ausgewertete Erzählwerke, in denen die Eifersuchtsthematik eine wichtige Rolle spielt
- 6. Literaturverzeichnis
- Personenregister