Frühneuhochdeutsche Konnektoren
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Frühneuhochdeutsche Konnektoren

Entwicklungslinien kausaler Verknüpfungen auf dem Gebiet der Modalität

  1. 514 Seiten
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Frühneuhochdeutsche Konnektoren

Entwicklungslinien kausaler Verknüpfungen auf dem Gebiet der Modalität

Über dieses Buch

Warum welche Form der kausalen Verknüpfung im Deutschen gewählt wird, ist nicht überzeugend geklärt. Ob man auf Konnektoren wie weil, denn, darum, deshalb oder Präpositionen wie wegen zurückgreift, hängt mit den pragmatischen Eigenschaften dieser Ausdrücke zusammen. Sie erlauben nämlich dem Sprecher in unterschiedlicher Weise, seine Einstellung zu verdeutlichen. Modalisierungen dieser Art erklärt der Ansatz von Eve Sweetser, nach welchem etwa kausale Verknüpfungen auf drei pragmatischen Ebenen verstanden werden können: der Sachverhaltsebene, der epistemischen und der Sprechaktebene. Im Rahmen einer korpusbasierten Untersuchung wird nahezu das gesamte kausale Feld des Frühneuhochdeutschen in den Blick genommen. Die Erstellung eines hochdifferenzierten und nach Dialogizitätsgrad gestaffelten Textkorpus aus Originaltexten aus der Zeit zwischen 1472 und 1680 sowie die Engführung älterer und jüngster Forschungsansätze ermöglichen eine exakte Parametrisierung der Modalität. Sie liefern interessante Detailergebnisse zu den kausalen Konnektoren und Präpositionen des Frühneuhochdeutschen, erfassen deren modales Verknüpfungspotential und geben Aufschluss über die Grammatikalisierungsprozesse und den heutigen Gebrauch jener Kausalmarker.

Häufig gestellte Fragen

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CEinzelanalysen der Konnektoren

1Die kausalen Konnektoren

1.1 da und do

1.1.1Graphie und Verteilung aller da/do-Belege

Im Korpus gibt es für den Subjunktor do nur zwei Graphien, nämlich <do> und <Do>, für da ist neben <da> und <Da> noch einmal die Schreibung <DA> belegt. Bevor die Analyse auf die Subjunktor-Belege eingeschränkt wird, wird zumindest eine Verteilung aller da-/do-Belege gezeigt, damit man die Subjunktor-Verteilungen dazu in Bezug setzen kann.
579 da-Belege und 267 do-Belege verteilen sich folgendermaßen auf die vier Textgruppen:
Tab. 13: Verteilung aller da- und do-Belege über die vier Textgruppen.
Am häufigsten wird da in den darstellenden Texten (Gruppe IV) verwendet, am seltensten in den Briefen. Anders verhält es sich mit den do-Belegen. Zwar liegt auch hier Textgruppe IV an der Spitze, es herrscht aber ein ganz deutliches Übergewicht von mehr als drei Vierteln aller Belege. Im Vergleich liegen die da-und do-Belege prozentual innerhalb der Textgruppe II (Briefe) etwa gleichauf, allerdings nehmen diese do-Belege den zweiten Rang nach den darstellenden Texten ein, die da-Belege dieser Spalte hingegen den letzten in ihrer Zeile. Die Werte in Tab. 13 werden den Werten für subjunktorales da/do weiter unten noch gegenübergestellt. Auch in Bezug auf andere Parameter weichen da und do voneinander ab, weshalb sie getrennt analysiert wurden und jetzt miteinander verglichen werden.

1.1.2Eingrenzung auf die Subjunktoren da und do

Nicht alle Belege wurden, wie erwähnt, auf sämtliche erarbeiteten Parameter hin untersucht, sondern allein die subordinierenden Konnektoren da und do. Denn ausschließlich oder auch kausal gedeutet werden kann im Korpus nur subordinierendes do/da, also Belege mit Verbletzt-oder (einige wenige) mit Verbspätstellung bzw. diesen Verbstellungstypen entsprechenden elliptischen Strukturen und da/do in Subjunktorposition. Die anderen syntaktischen Verwendungen sind nicht Gegenstand der Analysen geworden, z. B. der nicht-subordinierende, nichtnacherstfähige Adverbkonnektor im Vor- oder Mittelfeld (Lokaladverb, sog. Textadverb). In bisherigen Veröffentlichungen hat man sich ausführlich mit diesem nicht-subordinierenden do/(da) beschäftigt,301 besonders, wenn seine textsortenspezifischen Besonderheiten in den Blick genommen wurden.302 Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Subjunktoren da und do.

1.1.3Die sprachlandschaftliche Verteilung der Subjunktoren da und do

Abb. 1: Sprachlandschaftliche Verteilung von da/do.
Ein Beispiel dafür, wie die da- und do-Werte voneinander abweichen, ist die sprachlandschaftliche Verteilung. Der Subjunktor da ist im Mitteldeutschen stärker vertreten als im Oberdeutschen und innerhalb der oberdeutschen Sprachlandschaften in den schwäbischen/alemannischen Texten303 am häufigsten, in den ostfränkischen am seltensten. Aufs Ganze gesehen ist die Verteilung aber viel gleichmäßiger als bei do, das z. B. in den schwäbischen/alemannischen Texten um ein Vielfaches häufiger vorkommt als in denen des benachbarten Bairischen.304 Die Belegzahlen der ostfränkischen Texte liegen wiederum zwischen denen der westmitteldeutschen und der schwäbischen/alemannischen. Beides hängt auch mit der Verdumpfung von /ɑ:/ zu /o:/ im Alemannischen und Ostfränkischen zusammen, die die ohnehin heikle Differenzierung von da und do in Texten dieser Sprachlandschaften weiter erschwert.305 Für das Mitteldeutsche ist der Subjunktor da typisch,306 für das Schwäbische307/Alemannische und tendenziell für das Ostfränkische ist es do. In allen Sprachlandschaften gibt es jeweils eine klare Präferenz für einen der beiden Konnektoren, bairische Autoren scheinen stärker auf andere Konnektoren auszuweichen.
Tab. 14: Gewichtete Verteilung der Subjunktoren da und do über die fünf Sprachlandschaften.

1.1.4Die Semantik der Subjunktoren da und do

Die beiden gegenwartsdeutsch gebräuchlichen typischen Verwendungsweisen von da, nämlich die lokale (‚da, dort‘) auf der einen Seite und die temporale (‚zu diesem Zeitpunkt, in dieser Hinsicht‘) auf der anderen, sind unterschiedlichen Ursprungs: Das temporale da ist über mittel- und althochdeutsches dā(r) zurückzuführen auf ältere a-Formen wie westgermanisch *Þǣr oder *Þar, was eine „Lokativ-Bildung auf -r zu dem demonstrativen Pronominalstamm i[ndo]g[ermanisch] *to-“ ist, das lokale da hingegen lässt sich über mittel- und althochdeutsches dō zurückführen auf eine „(wohl intrumentale) Adverbialbildung“ zum selben Stamm „oder […] des demonstrativen Pronomens […], wobei der Begriff ‚Zeit‘ zu ergänzen wäre“.308 In der Semant...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Inhaltsverzeichnis
  6. Tabellenverzeichnis
  7. Übersichtenverzeichnis
  8. Abbildungsverzeichnis
  9. A Ziel, Ausrichtung und Aufbau der Untersuchung
  10. B Theoretische Grundlagen
  11. C Einzelanalysen der Konnektoren
  12. E Zusammenfassung
  13. F Verzeichnis der Korpustexte
  14. G Literaturverzeichnis
  15. H Verzeichnis der alten Grammatiken und Wörterbücher
  16. Anhang
  17. Register