Das Hamburger Akademische Gymnasium, begründet 1612 und 1613 feierlich eröffnet, war eine Hochschule ohne Universitätsprivilegien. Gleichwohl genoss diese Institution bereits nach wenigen Jahren europaweit höchstes Ansehen und gehörte auf den Wissenschaftsgebieten der Orientalistik, der Hebraistik, der Bibel- und Altphilologie, der Religionsphilosophie und der Naturkunde zu den führenden Hochschulen des frühneuzeitlichen Europa. Ihre enorme Anziehungskraft spiegelt sich u.a. darin, dass Gelehrte ersten Ranges, die bereits Professuren an renommierten Universitäten innehatten, Berufungen nach Hamburg annahmen. In vorliegendem Band untersuchen ausgewiesene Expert/innen die Entstehung und die Geschichte dieser Institution, das wissenschaftliche Wirken ihrer Professorenschaft (Vincent Placcius, Sebastian Edzard, Johann Albert Fabricius, Hermann Samuel Reimarus u.a.), die Physiognomie verwandter Hochschulen (London, Straßburg, Thorn, Karlsruhe) und ihrer Bibliotheken. Auf diese Weise wird einem bislang allzu wenig beachteten Bereich der europäischen Wissenschafts- und Bildungsgeschichte das notwendige Augenmerk zuteil.

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Das Akademische Gymnasium zu Hamburg (gegr. 1613) im Kontext frühneuzeitlicher Wissenschafts- und Bildungsgeschichte
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Das Akademische Gymnasium zu Hamburg (gegr. 1613) im Kontext frühneuzeitlicher Wissenschafts- und Bildungsgeschichte
Über dieses Buch
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Information
Thema
LiteraturNachweis der Abbildungen
J. A. Steiger: Vorwort
Abb. 1 und 2: © Johann Anselm Steiger, Hamburg. – Abb. 3: Hermann Heckmann: Barock und Rokoko in Hamburg. Baukunst des Bürgertums. Stuttgart 1990, S. 174, Abb. 179. – Abb. 4: Werner Kayser: 500 Jahre wissenschaftliche Bibliothek in Hamburg 1479–1979. Von der Ratsbücherei zur Staats- und Universitätsbibliothek. Hamburg 1979 (Mitteilungen aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg 8), S. 57, Abb. 15. – Abb. 5: Ebd., S. 111, Abb. 44. – Abb. 6: Ebd., S. 105, Abb. 32. – Abb. 7 und 8: © Museum für Hamburgische Geschichte.
F. Sprang: London Calling
Abb. 1: Archiv des Autors. – Abb. 2: © British Library, London.
C. Piepenbring-Thomas: Martin Fogels handschriftlicher Nachlass Abb. 1–4, 6, 8–25: © Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Niedersächsische Landesbibliothek Hannover. – Abb. 5, 7: © Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.
J. Nagel: Höfische Bildung in der Hansestadt?
Abb. 1: © Staatsarchiv Hamburg. – Abb. 2: Bilder des alten Hamburg. Hamburg 1881 (Bildmappe ohne Seitenzahlen).
1 Hamburg. Eine Metropolregion zwischen Früher Neuzeit und Aufklärung. Hg. von Johann Anselm Steiger, Sandra Richter. Berlin 2012 (Metropolis. Texte und Studien zu Zentren der Kultur in der europäischen Neuzeit 1).
2 Das Akademische Gymnasium. Bildung und Wissenschaft in Hamburg 1613–1883. Hg. von Dirk Brietzke, Franklin Kopitzsch, Rainer Nicolaysen. Berlin u. a. 2013 (Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte 23).
3 Vgl. Dirk Hempel: Art. Büsch, Johann Georg. In: Hamburgische Biografie. Personenlexikon 4 (2008), S. 74 f. sowie Frank Hatje: Johann Georg Büsch (1728–1800). Professor academicus et extra-academicus. In: Brietzke, Kopitzsch, Nicolaysen (Anm. 2), S. 109–137.
4 Vgl. Johann Georg Büsch: Kurze Geschichte der Handlungs-Academie in Hamburg. In: Ders.: Kleine Schriften von der Handlung und anderem gemeinnützigen Jnhalte. Leipzig 1772 (Reprint Meisenheim 1972), S. 401–414. Ders.: Umständliche Nachricht von der Hamburgischen Handlungs-Akademie. Hamburg 1778. Zum Lehrplan der Handlungsakademie vgl. J. G. Büsch, Christoph Daniel Ebeling: Nachricht von der Hamburgischen Handlungsakademie. In: Journal von und für Deutschland 5 (1788), 7.–12. Stück, S. 334–338.
5 Vgl. Büsch: Kleine Schriften (Anm. 4), S. 3.
6 Hermann Heckmann: Barock und Rokoko in Hamburg. Baukunst des Bürgertums. Stuttgart 1990, S. 174, Abb. 179.
7 Werner Kayser: 500 Jahre wissenschaftliche Bibliothek in Hamburg 1479–1979. Von der Ratsbücherei zur Staats- und Universitätsbibliothek. Hamburg 1979 (Mitteilungen aus der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg 8), S. 57, Abb. 15.
8 Kayser (wie Anm. 7), S. 111, Abb. 44. Vgl. auch Heckmann (wie Anm. 6), S. 176, Abb. 182.
9 [Fußnote:] Ps. 127. v. 5. 6.
10 Johann Albert Fabricius: JUBILAEUM PRIMUM GYMNASII HAMBURGENSIS, CUI ACCEDIT MANTISSA MEMORIARUM HAMBURGENSIUM […]. Hamburg 1715, S. 21–23. Text mit leichten Abweichungen auch in: Johann Paul Langermann: Hamburgisches Münz- und Medaillen-Vergnügen oder Abbildung und Beschreibung Hamburgischer Münzen und Medaillen welchem ein Verzeichniß gedruckter Hamburgischer Urkunden, Documente und anderer Briefschaften auch nöthige Register beygefüget worden. Hamburg 1753, S. 100 f.
11 Vgl. Der Spiegel 37/2004, S. 163.
12 Vgl. Fabricius: Jubiläum (Anm. 10), S. 1–19.
13 Vgl. Fabricius: Jubiläum (Anm. 10), S. 34–43.
14 Vgl. Fabricius: Jubiläum (Anm. 10), S. 81–88.
15 Vgl. Joachim Anton Rudolph Janssen: Ausführliche Nachrichten über die sämmtlichen evangelisch-protestantischen Kirchen und Geistlichen der freyen und Hansestadt Hamburg und ihres Gebiethes, sowie über deren Johanneum, Gymnasium, Bibliothek, und die dabey angestellten Männer. Hamburg 1826, S. 440.
16 Fabricius: Jubiläum (Anm. 10), S. 88.
17 Vgl. zuletzt: Geschichte der Universität in Europa. Hg. von Walter Rüegg. Band I–IV. München 1993–2010. Vgl. auch die einschlägigen Beiträge in den beiden Bänden des Handbuchs der deutschen Bildungsgeschichte. Hg. von Christa Berg. Bd. 1: 15. bis 17. Jahrhundert. Von der Renaissance und der Reformation bis zum Ende der Glaubenskämpfe. Hg. von Notker Hammerstein. Unter Mitwirkung von August Buck. München 1996 (dort der große Beitrag von Arno Seifert: Das höhere Schulwesen. Universitäten und Gymnasien, S. 197–367); Bd. 2: 18. Jahrhundert. Vom späten 17. Jahrhundert bis zur Neuordnung Deutschlands um 1800. Hg. von Notker Hammerstein, Ulrich Herrmann. München 2005 (dort der Überblick von Notker Hammerstein: Universitäten, S. 369–392). Eine neuere Bibliographie scheint nicht zu existieren. Deutschland hat auf der Höhe seines weltweiten wissenschaftlichen Ansehens bekanntlich auch ein einzigartig dastehendes bibliophiles Organon geschaffen: Bibliographie der deutschen Universitäten. Systematisch geordnetes Verzeichnis der bis Ende 1899 gedruckten Bücher und Aufsätze über das deutsche Universitätswesen. Im Auftrage des Preußischen Unterricht-Ministeriums bearbeitet von Wilhelm Erman und Ewald Horn. 3 Bde. Leipzig, Berlin 1904–1905, Reprint: Hildesheim 1965. Die Erstellung dieses mustergültigen Werkes war – ungeachtet der Klage im Vorwort über das Fehlen einer deutschen Nationalbibliothek – nur möglich über den Rückgriff auf den Fundus der Königlichen Bibliothek und nachmaligen Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin. – Für die Bearbeitung des Anmerkungsapparates danke ich Herrn Prof. Dr. Matthias Asche (Potsdam) und Herrn Prof. Dr. Axel E. Walter (Klaipėda).
18 Die einschlägige Literatur – einschließlich eines Blickes auf das im Zweiten Weltkrieg weitgehend vernichtete Kleinschrifttum – aufgeführt bei Klaus Garber: Der Untergang der alten Hamburger Stadtbibliothek im Zweiten Weltkrieg. Auf immer verlorene Barock- und Hamburgensien-Schätze nebst einer Rekonstruktion der Sammlungen Hamburger Gelegenheitsgedichte. In: Festschrift Horst Gronemeyer. Hg. von Harald Weigel. Herzberg 1993 (bibliothemata 10), S. 801–859. Hier das dritte Kapitel: „Ein Blick in die Hamburgensien-Abteilung der alten Hamburger Stadt-, Staats- und Universitätsbibliothek“, S. 817–835, speziell zum Hamburger Gymnasium S. 830–835 mit der Aufführung der Literatur in Anm. 29. Die Abhandlung ist eingegangen in: Klaus Garber: Das alte Buch im alten Europa. Auf Spurensuche in den Schatzhäusern des alten Kontinents. München 2006, S. 237–283. Jetzt vor allem zu verweisen auf: Das Akademische Gymnasium. Bildung und Wissenschaft in Hamburg 1613–1883. Hg. von Dirk Brietzke, Franklin Kopitzsch, Rainer Nicolaysen. Berlin u. a. 2013 (Hamburger Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte 23). Weiterhin der Band: Symposion. Festschrift zum 475-jährigen Jubiläum der Gelehrtenschule des Johanneums. Hg. von Christine von Müller, Uwe Petersen, Uwe Reimer. Hamburg 2004.
19 Eine Gesamtdarstellung zum deutschen Gymnasium fehlt. Einen ersten und willkommenen Zugang bietet eine Studie, die ungeachtet ihres Titels vielfach Gymnasien mit einbezieht. Sie stammt aus der Feder des langjährigen Direktors der Nürnberger Stadtbibliothek Karlheinz Goldmann: Verzeichnis der Hochschulen. Neustadt an der Aisch 1967. In den Minerva-Handbüchern ist eine eigene, den Gymnasien gewidmete Darstellung leider nicht mehr zustande gekommen. Vgl. auch das klassische Werk von Friedrich Paulsen: Geschichte des gelehrten Unterrichts auf den deutschen Schulen und Universitäten vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart. Mit besonderer Rücksicht auf den klassischen Unterricht, erstmals Leipzig 1885, danach in zwei jeweils wesentlich erweiterten zweibändigen Ausgaben, Leipzig 1896–1897 und Leipzig 1919. Die letzte Auflage erschien im Nachdruck, Berlin 1965. Jetzt ist vor allem auf den einschlägigen Beitrag von Seifert (Anm. 1) zu verweisen sowie auf die Folge von drei Aufsätzen im 2. Band des Handbuchs der deutschen Bildungsgeschichte von Jens Bruning (Das protestantische Gelehrtenschulwesen im 18. Jahrhundert: Pietismus – Aufklärung – Neuhumanismus, S. 278–323), Notker Hammerstein und Rainer A. Müller (Das katholische Gymnasialwesen im 17. und 18. Jahrhundert, ...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titelseite
- Impressum
- Inhalt
- Einleitung
- Gymnasien als Agenturen literarischer und kultureller Innovation in der Frühen Neuzeit
- Vom Johanneum zum Akademischen Gymnasium
- Das Straßburger reichsstädtische Gymnasium als Prototyp des evangelischen Gymnasium illustre
- Vincent Placcius. Freundschaftsethik, gemeinsame Forschung und moralphilosophische Lehre am Akademischen Gymnasium in Hamburg
- Hebraists and Hebrew Study at the Academic Gymnasium in Hamburg Before Reimarus (1613–1727)
- Orientalische Studien an Hamburgs Akademischem Gymnasium vom Anfang bis zur Berufung von Reimarus
- Adversus Haereticos. Sebastian Edzard’s Epic Battles for Souls
- Klassische Philologie am Hamburger Akademischen Gymnasium
- London calling – Das Gresham College und das Akademische Gymnasium
- Michael Richey und die Teutsch-übende Gesellschaft
- Ökonomie und Gemeinwesen in Michael Richeys Gelegenheitsdichtungen. Zu den progressiven Tendenzen der Casuallyrik im 18. Jahrhundert
- Martin Fogels handschriftlicher Nachlass und seine Büchersammlung
- Höfische Bildung in der Hansestadt? Die gescheiterte Gründung einer privaten Ritterakademie in Hamburg
- Die Geburt der republikanischen Akademie aus der Neugier der warenhandelnden Gesellschaft
- Abgründe der Physikotheologie: Fabricius – Brockes – Reimarus
- Frauen im Netzwerk des Akademischen Gymnasiums als Forschungsgegenstand: Warum? Wie? Wer? Die Familie Reimarus als Beispiel
- Zwischen lutherischer Orthodoxie und jüdischer Aufklärung. Drei Briefe des Hauptpastors von St. Nikolai und ehemaligen Professors am Akademischen Gymnasium Johann Dietrich Winckler an Moses Mendelssohn
- Bildungsreform und politische Reform im Vormärz. Der Historiker Christian Friedrich Wurm (1803–1859) und das Hamburger Akademische Gymnasium Gymnasium
- Bibliotheken akademischer Gymnasien in der Frühen Neuzeit
- Die Verleihung der Universitätsprivilegien im frühneuzeitlichen Schuldrama – der Molsheimer Carolus Magnus (1618), Caspar Brülows Moses (Straßburg 1621) und Christoph Speccius’ De Titi et Gisippi Amicitia (Altdorf 1623)
- Aus der Mentalitätsgeschichte des Thorner Akademischen Gymnasiums von den Anfängen bis zu den Teilungen Polens
- Johann Peter Hebels Studienzeit in Karlsruhe. Ein Beitrag zur Geschichte des markgräflichen Akademischen Gymnasiums
- Register der Personen
- Nachweis der Abbildungen
Häufig gestellte Fragen
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