
Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945
Die Operationszonen "Alpenvorland" und "Adriatisches Küstenland"
- 538 Seiten
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Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945
Die Operationszonen "Alpenvorland" und "Adriatisches Küstenland"
Über dieses Buch
Anders als im übrigen Italien war die nationalsozialistische Okkupation in Norditalien sowie in Slowenien und Westkroatien durch die Einrichtung von Sonderverwaltungsgebieten gekennzeichnet. Sie unterstanden der Ziviladministration der Gauleiter von Tirol und Kärnten. Die eingerichteten "Operationszonen" bildeten einen Sonderfall nationalsozialistischer Besatzungspolitik. Nach dem Sturz Mussolinis im September 1943 gaben sie Raum für eine von Teilen der österreichischen NS-Elite lancierte Expansionspolitik. Michael Wedekind beschreibt Verwaltungshandeln und Herrschaftssicherung der Deutschen, aber auch Attentismus, Kollaboration und Widerstand der Bevölkerung. Seine Studie zeigt, dass die zum Zweck der Herrschaftsstabilisierung konzipierte Expansionsvariante allmählich Machtpotentiale innerhalb des NS-Regimes verschob und damit letztlich die Machtposition Hitlers weiter festigte. Michael Wedekind ist Mitarbeiter der Universität Trient.
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort des Herausgebers
- Dank des Autors
- Einleitung
- I. Der Konfliktraum
- 1. Plistorische und ethnische Voraussetzungen
- 2. Politische Landschaftsbeschreibung
- 3. Ziele deutschnationaler Revision im Süden
- II. »Mein Führer, mir läuft es kalt über den Rücken!« Die Okkupation des Verbündeten und die deutschen Italien-Planungen im Sommer 1943
- 1. Das brüchige Bündnis
- 2. ›Unternehmen Rosenmontag‹ Die deutsche Okkupation Italiens
- 3. Die Experten kommen: Perspektiven und Ziele deutscher Südexpansion
- a) »Kärnten steht vor neuen großen Aufgaben«: Expansionsabsichten der Kärntner Nationalsozialisten
- b) Die »fröhlichen Urstände der Grafschaft Tirol«: Revisions- und Annexionsstreben der Gauleitung Tirol-Vorarlberg
- III. Die Besatzer richten sich ein
- 1. Die Installierung der deutschen Zivilverwaltung: Ein Fall regionaler Herrschaftsbildung in der NS-Polykratie
- 2. Die Operationszonen und das deutsche Verhältnis zu den Satellitenstaaten RSI und Kroatien
- a) Salò, Berlin, Fasano und die Operationszonen
- b) »...so etwas Ausgefallenes muß einem doch gesagt werden«: Kroatien und die deutschen Ansprüche auf Istrien und Fiume
- 3. Spannungsfeld Wehrmacht - Oberste Kommissare
- 4. Probleme der Herrschaftsorganisation: Verwaltungsaufbau, Personal und Machtusurpation des NS-Zivilverwaltungsapparats
- a) Die Obersten Kommissariate
- b) Die ›Deutschen Berater‹
- c) Steuerung und Kontrolle der landeseigenen Verwaltungsbehörden
- d) Zur Südtiroler ›Opfer-These‹: Verwaltungsübernahme und Kollaboration der Deutschsüdtiroler
- e) Kommunalverwaltung
- 5. Das Finanzierungsverfahren der NS-Zivilverwaltung
- IV. Auf dem Weg ins Reich: Nationalsozialistische Besatzungspolitik in den Operationszonen
- 1. Abschirmung und Sezession: Finanz- und währungspolitische Interventionen
- 2. Deutsche Wirtschaftssteuerung in den Operationszonen
- 3. Landwirtschafts- und Ernährungspolitik
- 4. Die ›Bewirtschaftung des Menschenpotentials‹. Der Griff nach dem italienischen Arbeitskräftereservoir
- a) Die Technik des deutschen Zugriffs:Vom konstruierten Rechtsanspruch zum ›Menschenfang‹
- b) Die Organisation der ›Arbeitsverwaltung‹: Der deutsche Apparat und seine Funktionsträger
- c) Arbeitskräftebeschaffung für das Reichsgebiet
- d) Arbeitskräftebeschaffung zum Einsatz in den Operationszonen
- 5. Mobilmachung für die deutschen Kriegs ziele: Einführung der Kriegsdienstpflicht und aufbrechender Widerstand
- 6. Strategien der Herrschafts Sicherung: Die deutsche Lohn-, Preis- und ›Sozialpolitik‹
- 7. Fürsorge, ›Volkswohlfahrt‹ und NS-Rassenpolitik
- 8. Gesellschaftliche Totalerfassung im Alltag: NS-Jugendorganisationen und ›Frauenschaft‹
- 9. Suche nach Konsens Stiftung: Die Lenkung des Bildungswesens
- 10. Im wissenschaftlichen Fronteinsatz: NS-Wissenschaftler auf Vorposten an Etsch und Adria
- 11. Funktionalisierung der Heimat: Aspekte der NS-Kulturpolitik in Südtirol
- 12. Versuche der Bewußtseinssteuerung: Massenmedien und Propaganda
- a) Organisation der deutschen Medienlenkung
- b) Strategien und Motive der NS-Propaganda
- 13. Organisatorischer Vorlauf für die ›Rückdeutschung‹ Südtirols
- 14. Dem Ende entgegen: Fortschreitende Machtkonzentration der Obersten Kommissare in der Spätphase des Dritten Reiches
- a) Das deutsche Stellungsbauprogramm in Norditalien
- b) Der Südtiroler ›Volkssturm‹
- 15. Die Organisation der Repression
- a) Anpassungen im Justizwesen und politische Rechtsprechung
- b) Der SS- und Polizeiapparat in den Operationszonen
- c) SS-, Polizei- und paramilitärische Verbände in den Operationszonen
- d) Organe und Verbände der faschistischen Partei und Miliz
- e) Verfolgung, Deportation und Vernichtung rassischer und politischer Gegner
- V. Regionale Varianten: Mobilisierungstaktiken, Formen der Kollaboration und des Widerstands
- 1. Zwischen Kollaboration und Konfrontation: Zur Rolle des ›Partito Fascista Repubblicano‹
- 2. Triest: Allianz mit den traditionellen Führungseliten
- 3. Das Scheitern der ethnischen Konfliktsteuerung im Adriatischen Küstenland
- 4. Sonderfall Südtirol: Dominanz der Solidarisierung
- 5. Ladinien: Gleichschaltung und Entnationalisierung
- 6. Trentino: Instrumentalisierung der Desillusion
- 7. Provinz Belluno: Kollektive Renitenz
- Schlußbetrachtung
- Anlagen
- Geschäftsverteilungspläne der deutschen Zivilverwaltungsorgane in den Operationszonen Adriatisches Küstenland und Alpenvorland
- Personalbesetzung und regionale Gliederung des SS- und Polizeiapparates in der Operationszone Adriatisches Küstenland
- Personalbesetzung und regionale Gliederung des SS- und Polizeiapparates in der Operationszone Alpenvorland
- Hauptaktionen der Partisanenbekämpfung in der Operationszone Adriatisches Küstenland (ohne Provinz Laibach)
- Hauptaktionen der Partisanenbekämpfung in der Operationszone Alpenvorland
- Abkürzungen
- Quellen und Literatur
- Ortsregister und Ortsnamenkonkordanz
- Personenregister