'Grammatik' der Schauspielkunst
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'Grammatik' der Schauspielkunst

Die Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater

  1. 259 Seiten
  2. German
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'Grammatik' der Schauspielkunst

Die Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater

Über dieses Buch

In der Zeit der Weimarer Klassik hat Goethe nicht nur eine Reihe bis heute zum allgemeinen >Bildungsgut< gehöriger Dramen geschrieben. Von 1791 bis 1817 war er Leiter des Weimarer Hoftheaters und trat dort auch als Schauspieltheoretiker und Theaterpraktiker auf. Aus der engen Wechselwirkung zwischen Dramenproduktion, Theorie, Spielpraxis und der >ästhetischen Erziehung< der Schauspielerinnen und Schauspieler gingen die »Regeln für Schauspieler« hervor - als ein geregeltes, ganz dem idealistischen Denken verpflichtetes System der theatralen Zeichen, das Goethe auch als >Grammatik< bezeichnete. Der vorliegende Band unternimmt es, diesen semiologischen Vorgang (die Formierung einer theatralen Sprache) >archäologisch< nachzuzeichnen und in seiner spezifischen Historizität sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach den unterschiedlichen zeitgenössischen Definitionen von >Mann< und >Frau< sowie nach deren Transformation in das Zeichensystem der Weimarer Klassik. Aus der Perspektive der >Genus-Forschung< und des >dekonstruktiven Feminismus< leistet die Studie eine Revision der bisher vorliegenden Geschichtsschreibung zu Goethes Theater und stellt zugleich einen neuen methodischen Ansatz theaterhistorischer Forschung vor.

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Information

Jahr
2011
ISBN drucken
9783484660311
eBook-ISBN:
9783110918687

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung. Theatergeschichte aus ›weiblicher‹ Sicht – Eine Gegen-Geschichte?
  2. 1. Geschlechterdifferenz als Problem (theater-)historischer Forschung. Eine Methodendiskussion
  3. 1.1. Die Suche nach dem ›authentischen‹ Körper: Zivilisationsgeschichte und historische Anthropologie
  4. 1.2. Die Vergänglichkeit des Körpers als Problem der Theatergeschichtsschreibung
  5. 1.3. Körper, Theatralität, Medialität. Ansätze zu einer kulturhistorischen Analyse
  6. 1.4. Der Körper, ›ihre‹ Sexualität und ›seine‹ Wahrheit: Genus-Forschung in der Theaterwissenschaft
  7. 1.5. Sexualität, Maskerade, Theatralität. Zur Anwendbarkeit dekonstruktiver Körper-Lektüren in der Theaterwissenschaft
  8. 1.6. Zwischen Rekonstruktion und Dekonstruktion. Das Theater der Weimarer Klassik im Blick der Genus-Forschung. Quellen und Methode
  9. 2. Geschlechterdifferenz im Theater der Weimarer Klassik. Zum Stand der Forschung
  10. 2.1. Das Weimarer Theater, seine Männer und Frauen in der älteren, positivistischen Forschung
  11. 2.2. Das Weimarer Hoftheater in der neueren (theater-)wissenschaftlichen Forschung
  12. Teil I. Polarisierungen: Der bürgerliche Geschlechterdiskurs und die Entdeckung des weiblichen ›Mangels‹ – ein Vorspiel
  13. 1. Positionen, Definitionen, Geschichten: Zum Ort des ›Weiblichen‹ in Kultur und Sprache
  14. 1.1. Was ist ›Weiblichkeit‹? Versuche mit Freud
  15. 1.2. Die Differenz der Körper und das weibliche ›Nichts‹
  16. 2. ›Naturgesetz‹, Geschlecht und Interpretationsgewalt: Stimmen von Kant, Hegel und anderen
  17. 2.1. Sprecherpositionen, Machtansprüche
  18. 2.2. Der anatomische Blick und das Korsett der Moral
  19. 2.3. Körper, Geschlecht und das kulturelle ›Gebäude‹
  20. 3. Geschlechterdifferenz und künstlerische Produktivität: Goethe im Gespräch
  21. 3.1. Orte des Sprechens: Egalitätsdenken versus Polarisierung
  22. 3.2. Das »Ewig-Weibliche«
  23. Teil II. »Anthropomorphism, Erotomorphism«: Zum Verhältnis von Autorfunktion, Sexualität und Sprache im Vorfeld der Weimarer Klassik
  24. 1. Grenzüberschreitungen, oder: die vorübergehende Verschiebung des Blicks. Goethes Italienreisen als Wiederentdeckung des ›Sinnlichen‹
  25. 1.1. Scientia erotica unter südlichem Himmel?
  26. 1.2. Goethes Rezeption antiker Kunst. Zur Transformierung des Sexuellen in Bild und Schrift
  27. 1.3. »Oftmals hab’ ich schon in ihren Armen gedichtet ...« Weiblichkeitsbilder in der Schrift
  28. 2. Grenzziehungen: Goethes Deutung antiker ars erotica als selektive Rezeption in Bild und Wort
  29. 2.1. »... keine Bestien in dem Götter-Saal!« Klassische Ästhetik und die heteromorphe Ordnung des Geschlechts
  30. 2.2. Strategien der Zensur: Das Weimarer Publikum und seine ›ehrbaren Frauen‹
  31. 3. Auto(r)erotik, oder: Das latente Begehren in der Sprache. Goethe, gelesen mit Lacan
  32. 3.1. Goethes Schreiben – ein (Geschlechter-)Spiel zwischen Verbot und Geständnis?
  33. 3.2. Figurationen, Simulakren, Markierungen: Zur Interpretation des ›Phallos‹ als privilegierter Signifikant
  34. Teil III. Theatrum Eroticum: Geschlechterdifferenz und Schauspieltheorie im Vorfeld der Weimarer Klassik
  35. 1. Grenzüberschreitungen II: Das Land der Griechen mit dem Körper suchen. Zu Goethes physiognomischen Recherchen
  36. 1.1. »Das Studium des menschlichen Körpers hat mich nun ganz...« Goethes ›physiognomischer Blick‹ zwischen Aufklärung und Klassik
  37. 1.2. Erinnerungsspiele: Zur Reflexion eines archaischen Eros in Goethes Reisebericht »Das Römische Karneval«
  38. 2. Sanktionierte Transgressionen. Goethes Konzept der »selbstbewußten Illusion« und die Funktionsbestimmung des Geschlechtertauschs auf dem Theater
  39. 2.1. »Frauenrollen auf dem Römischen Theater durch Männer gespielt« – ein ›antiquarischer Rest‹?
  40. 2.2. »...eine dritte und eigentlich fremde Natur...« Zur Funktionalisierung des Kleidertauschs in Goethes Theaterästhetik
  41. 2.3. »Selbstbewußte Illusion«, Natur oder Kunst? Goethe und das Paradox über die Schauspielerin
  42. 2.4. »Knabe erschien ich, ein rührendes Kind...« Die Schauspielerin in der Hosenrolle
  43. 2.5. Die Schauspielerin: Dichtung und Wahrheit. Geschichten um »Euphrosyne«
  44. 3. Vom Mythos zum Fetisch: Zur Inszenierung des weiblichen Körpers in der Kunst der Attitüden
  45. 3.1. Marmorbilder: Erinnerungen an die Attitüden der Lady Hamilton
  46. 3.2. Vom Eros der Bewegung: Die Schauspielerin als fließendes Phantasma. Zu den Schleierspielen der Henriette Hendel-Schütz
  47. 3.3. »Pygmalion« und das Phänomen der belebten Statue. Schattenbild einer Theorie ›weiblicher‹ Schauspielkunst?
  48. Teil IV. Ein Haus aus Sprache – Zur Ordnung des Geschlechts in der »Grammatik« des klassischen Theaters
  49. 1. Goethes Autorfunktion im klassischen Theater: Architektur und Schauspieler(innen)körper als Text
  50. 1.1. Der ›Patriarch‹ und sein Ensemble. Autorfunktion, Geschlechterdifferenz, Theaterorganisation
  51. 1.2. Erziehung zum Ideal, oder: Goethes Theater als ›Gefängnis‹
  52. 2. Inszenierte Idealität: Zur Formierung von Geschlechterdifferenz in Theatertheorie und -praxis
  53. 2.1. Der weibliche ›Mangel‹: Überlegungen zu einer Leerstelle in Goethes »Grammatik«
  54. 2.2. Geschlechterdifferenzierung in Körperbildern und Gebärden
  55. 2.3. Zur Visualisierung von Geschlechterdifferenz in Interaktion und Bewegung im Raum
  56. 2.4. Goethes Masken-Experimente. Stilisierung, »dritte und eigentlich fremde Natur«, Maskerade
  57. 2.5. Die Weimarer »Grammatik« und die Wiederkehr der ›weiblichen‹ Attitüdenkunst
  58. 2.6. Die Sprache der Differenz. Zur Ordnung von Klang, Rhythmus und Stimme
  59. 3. Die Maske und ihr Medium: Theatralität als Grenzbestimmung des Geschlechts
  60. 3.1. Paradoxien der Maskerade: Mann – Frau/Natur – Kunst
  61. 3.2. Die Grenzbestimmungen des Geschlechts im Spannungsfeld zwischen Zivilisationsprozess und Theater
  62. 3.3. Inszenierte Idealität und ihre Medien: Theaterarchitektur, Guckkastenbühne, Spiegel, Tableau
  63. Teil V. »Verweile doch, du bist so schön...« – (Theater-)Kunst im öffentlichen Raum. Geschlechter-Stilisierung als kulturelle Architextur
  64. 1. Ikonographien des Weiblichen: Schauspielerinnen-Portraits. Vom lebenden Tableau zum Tafelbild
  65. 1.1. »Und die Natur erschuf in ihr die Kunst«: Die Portraits der Corona Schröter als Grundmuster klassischer ›Weiblichkeit‹
  66. 1.2. »Bewundert viel und viel gescholten«. Karoline Jagemann: Zur Nobilitierung der Schauspielerin im Bild
  67. 2. Bildnis-Büste – Ideal-Büste: Geschlechterphantasmen als steinernes Symbol
  68. 2.1. Zur Stilisierung der Geschlechter in der klassizistischen Bildnisbüste
  69. 2.2. ›Weiblichkeit‹ zwischen Bildnis und Ideal
  70. 3. Monument und Architextur. Plastische Theaterbilder im ›öffentlichen Raum‹
  71. 3.1. Szenenbilder – Standbilder: Schauspieler(innen)Körper in Relief, Wandfries und Portrait-Plastik
  72. 3.2. »Luxus und Moden« – kulturelle Stilisierung: Zur Funktion der Theaterbilder im ›öffentlichen Raum‹
  73. Teil VI. »...Und nun erkennt ein Geister-Meisterstück!« Zur Inszenierung der Geschlechter in Goethes klassischem Theater. Ein Nachspiel
  74. 1. Zur Geburt des Weimarer Stils aus der Kunst der Antike: Goethes »Müttermythos«, gelesen mit Freud und Lacan
  75. 1.1. »Das Musterbild der Männer so der Frauen«. Theatraler Normwandel zwischen Konstruktion und Rezeption
  76. 1.2. Fausts Gang zu den »Müttern«: ›Urszene‹ der Konstruktion theatraler Geschlechterdifferenz?
  77. 1.3. Der Dreifuß der »Mütter«. Chaos und semiotische Chora
  78. 2. Geschlechterdifferenz und Theatralität in Goethes Theater. Abschließende Bemerkungen
  79. Bibliographie
  80. 1. Literatur zu Goethe und zu Goethes Theater
  81. 2. Theaterwissenschaftliche Theorie, historische Anthropologie, Diskurstheorie, Poststrukturalismus, Genus-Forschung
  82. 3. Abbildungsverzeichnis