Nicht-Ich-Identität
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Nicht-Ich-Identität

Ästhetische Subjektivität in Samuel Becketts Arbeiten für Theater, Radio, Film und Fernsehen

  1. 246 Seiten
  2. German
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Ästhetische Subjektivität in Samuel Becketts Arbeiten für Theater, Radio, Film und Fernsehen

Über dieses Buch

Den Stücken Samuel Becketts (1906-1989) haftet noch immer der Hautgout von Krankheit, Verfall und Todesnähe an. Besonders die deutschsprachige Beckett-Rezeption scheint auf solche 'realistischen' Lesarten abonniert zu sein. Becketts frühe Hörspiele werden auch von einem Großteil der englischsprachigen Interpreten auf eine Repräsentationsästhetik festgelegt, die das formale Innovationspotential der Stücke unterschätzt.

Becketts Wirkungsästhetik steuert die Publikumsreaktionen nicht nur minutiös, sondern führt diese Manipulationen auch explizit vor. Im Zentrum dieser medialen Selbstreflexionen steht einerseits die Auseinandersetzung mit dem vorgesehenen Aufführungsmedium der Texte. Andererseits fundiert das konzipierte Zusammenspiel zwischen Sprechern/Spielern und dem Publikum eine Form ästhetischer Subjektivität, die sich durch alle Stücke sowie Film- und Fernsehskripte zieht.

In Einzeluntersuchungen der Stücke von "En attendant Godot" bis "Play" werden der formale Aufbau und die jeweils stückbestimmenden Spielregeln analysiert. Anhand der Genrewechsel zwischen Dramen, Hörspielen sowie Film- und Fernsehskripten kann unter Bezugnahme auf ausgewählte Inszenierungen der medienspezifische Umgang mit Körper und Stimme dargestellt werden. Diese formalen Bausteine bilden eine variable Ausgangsbasis für die Identifikationsversuche der Figuren/Stimmen und Rezipienten. Die entstehenden Formen ästhetischer Subjektivität beruhen auf dem Dualismus von Darstellung und Wahrgenommenwerden - Selbstdefinitionen eines denkenden oder fühlenden 'Ichs' sind in Becketts Stücken notwendig zum Scheitern verurteilt.

Häufig gestellte Fragen

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Information

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung: Vom Bauchredner der Romane zu den Charakterdummys des Theaters
  2. 1. En attendant Godot
  3. 1.1 Der Traum vom Erwachen
  4. 1.2 Exkurs: Becketts Ästhetik ›nach‹ Schopenhauer
  5. 1.3 Mit den Augen eines anderen: Der auditoriale Blick
  6. 1.4 Eigendynamik des Wartens
  7. 1.5 Träumende Sprechautomaten – kurzer Exkurs zur Paradoxie
  8. 2. Fin de partie
  9. 2.1 Endspiele ohne Ende
  10. 2.2 Vom Theatrum mundi zum Theatrum mentis
  11. 2.3 Exkurs zu Becketts Bühnenfriesen – Acte sans paroles
  12. 3. Vom Drama zum Hörspiel
  13. 3.1 Zwischenbemerkung zur ästhetischen Subjektivität
  14. 3.2 All that fall: Stimmen in der Radiohölle
  15. 3.3 Poeten, Autopoieten und Hörspielmoderatoren
  16. 3.3.1 Embers: Sender, Empfänger und Identitätsillusionen
  17. 3.3.2 ›Hörspiele‹ des (filmischen) Sehens
  18. 3.3.3 Eigenwillige Worte und Musik
  19. 3.3.4 Cascando: Der Hörer als Hörspielfunktion
  20. 4. Auditoren und Moderatoren auf der Bühne
  21. 4.1 Krapps Körper- und Maschinengedächtnis
  22. 4.1.1 Nicht-Ich-Identität
  23. 4.1.2 Leibliche Erinnerung
  24. 4.1.3 Licht und Erkenntnis
  25. 4.2 Happy Days: Glücklich, wer wahrgenommen wird
  26. 4.2.1 Das Eigenleben der Dinge
  27. 4.2.2 Identität des Begehrtwerdens
  28. 4.3 Kunstkörper von Krapp’s Last Tape bis Not 1
  29. 4.4 Komposition des Inquisitors: Filmästhetik in Play
  30. 5. Schlußbetrachtung und Ausblick auf Becketts Kameraaugen
  31. Bibliographie